Kategorie: Tagebuch

  • Freeling-Feelings

    Freeling-Feelings

    Frühling ist ne feine Sache! Erst recht wenn der Winter sehr winterhart und langwierig ausfiel. Nach der umkleidenden Stille und dem Stillstand beliebt es den starren Mantel abzuwerfen. Also erstmal zur Tanke und dem Nissan eine Autowäsche gönnen! Mit Lotuseffekt versteht sich. Denn der Frühling hat begonnen und wir sind alle eins mit unseren euphorischen Gefühlen! Gefühle sind unser Hobby. Und wir nehmen Fahrt auf! Wie die kleinen kitschigen Knospen an den Bäumerlienchen…

    Ein mancher Aspekt der Zerstörungswut mag sich manifestiert haben. Aber darüber stehen die neuen Blüten und Gewüchse die den Morast des Vorjahres umsäumen und überwuchern. Es geht nach Vorne und der diesjährige Frühling wird der Erste seiner Art sein, der die Stufen legt für einen Neubeginn und einen Wandel. Wir sind verflochten und beginnen uns Einheimisch zu fühlen. Die Dinge die Fehlen werden weniger. Unser Heimathafen wird zu einem Bahnhof. „Ein Kommen und Gehen, ein Kommen und Geh’n…“ sang Udo. Und die Linde beginnt zu blühen…

    Bildquelle: Artikel aus der MOZ (link) vom 09.03.2019 „Aussteiger mit eigenem Internetblog“ mit freundlicher Genehmigung von Cornelia Link-Adam.

  • Was ist Heimat

    Was ist Heimat

    Im zweiten Frühling auf dem Lande ergibt es sich, dass wir uns mit dem Heimatbegriff auseinandersetzen müssen. Warum? Das weiß ich gar nicht so genau; vermutlich weil wir von so vielen Menschen nicht mehr gefragt werden, ob wir mittlerweile angekommen sind…

    A starting place called home

    Meine Schwester hat sich einen Putzroboter gekauft. Sie hat das Gerät aus dem Karton genommen und eingeschaltet. Dann fing es an, diese fremde Wohnung zu erkunden. Mit den eingebauten Sensoren schaltet es zuerst in den „Mapping-Mode“ und kartographiert die gesamte Bude. Hektisch und aufgeregt putzt und robbt es sich durch fremdes Terrain und zeichnet eine digitale Karte auf, um einen Grundriss zu erstellen. Dabei wirkt es unruhig und aufgedreht. Die Sensorik läuft auf Hochtouren – die vielen Sinneseindrücke zehren – der Akku verliert schnell an Kapazität. Die Ladestation an der Wand wird zum Lebensmittelpunkt – es ist der wichtigste Rückzugsort: Denn wann immer das Gerät in Schwierigkeiten kommt oder Kraft büßt, schleppt es sich mit den letzten Atemzügen zu dieser Station. Sie ist das Zentrum. Ein Zuhause? Der eigene Wunsch nach Zentrierung und Fixpunkt transporiert sich auf die eigenen Hausgeräte. Liebe fehlt…

    Ankommen und Weiterreisen

    Ich mag es in Systemen zu denken. Systeme können definiert werden. Deswegen mag ich die Vorstellung eines verlorenen Mars-Rovers, der klare Leitlinien und Prioritäten hat, wie er in ein unbekanntes Gebiet vorzustoßen hat: Dieser Selbsterhaltungstrieb dient dem Selbstschutz und gewährleistet die konstante Funktionalität. Alle weiteren Funktionen und Tendenzen ordnen sich diesem unter. Das Fortbestehen des Systems ist gesichert: Wir haben ein Zuhause – wir kommen an – wir verweilen – und wir schwärmen aus – reisen weiter – nachdem wir aufgetankt haben – am Start/Heimatknoten

    home/node/sybling/integrated()system

    Du bist fremd. In neuer Umgebung. Hast hier keine Wurzeln. Bist migriert. Damit bist du nicht allein. 32,33% der Menschen um dich herum und du sind migriert. Von Stuttgart nach Seelow. Von Kolberg nach Manschnow. Von Eritrea nach Neuhardenberg. Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Migration – Vertreibung – Völkerwanderung… Ob innerdeutsch, innerbundesländisch, europäisch oder global – Wir Menschen verändern uns und folgen unserer Hoffnung. Geht es uns schlecht und finden wir nicht die Bedingungen vor, um uns in Freiheit zu entfalten, brechen wir die Zelte ab und nehmen unser nötigstes Beihand. Dann machen wir uns auf, um eine neue Zukunft zu schreiben; wollen Fuß fassen und uns verwirklichen! Manchmal besetzen wir dabei Lücken – manchmal springen wir auf einen Zug auf. Doch wir alle wollen uns verwurzeln – um eine Heimat zu erzeugen und zu (er-)finden…
    Das macht uns nicht mehr noch minder. Das macht uns gemeinsam Suchende… Wir sind Teil einer Bewegung.

    root:Was ist Heimat

    Vermutlich ist das Heimat. Ort, Zeit und Raum und alles miteinander! 
    Die Freiheit, diesen Raum gestalten und bestimmen zu können – Zu der Zeit, die einem genehm ist und genügt – Und ein fester Ort, so dass man den Raum und die Freiheit wiederfinden kann! 
    Und da ist er wieder: Der Startpunkt, den man Zuhause nennt – Von dem ausgeschwärmt, entdeckt, erlebt und verlebt wird – an den man sich zurückwindet, zurückkehrt, einkehrt und… – Zuhause ist!
    Wurzeln und Herkünfte sind da vielleicht erstmal sekundär…
    Hauptsache wir stehen zueinander. Hauptsache wir begegnen uns mit Liebe… 

    Abendrot eradikiert alle Sorgen…

    Weiterlesen: ZweitZeugen e.V.

  • Entschlacken

    Entschlacken

    Nach Entschleunigung, Sortierung und Fokussierung folgt das Entschlacken. Es soll Platz, Raum und Zeit entstehen um diese intensiver erleben und schätzen zu können. Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ starten wir ins neue Jahr!

    Dieser weitreichende Prozess fängt natürlich bei unserer Homepage an! Wo sich augenscheinlich nur das Design verändert und konzentriert hat, steckt eine ganze Menge Neuerung unter der Haube. Hier soll dieser Prozess aber nicht aufhören! Auch wir sind gerade am Entschlacken, haben unsere Ernährung angepasst, verzichten auf Alkohol und haben jetzt dank meiner Schwester einen kleinen Stepper. Was wäre das neue Jahr nicht ohne gute Vorsätze!?

    Die technische Entschlackung

    Ich fasse mich kurz, möchte aber trotzdem über die Hintergründe sprechen, da sie sich auf viele Lebensbereiche transferieren lassen und etwas mit den neuen Konsumtrends zu tun haben!
    Hinter unserem Blog steckt ein WordPress-Content-Management System. Dies ist kostenlos und lässt sich vielfältig anpassen und durch so genannte PlugIns und Themes erweitern. Je umfangreicher desto teurer können solche Funktionserweiterungen sein. Und da Software sich recht schnell weiterentwickelt, haben viele Entwickler in den letzten Jahren auf so genannte Abo-Modelle umgestellt. Ein Softwareprodukt kann so nicht mehr einmalig käuflich erworben werden, stattdessen wird es gemietet und beinhaltet für den Zeitraum der Miete auch alle relevanten Sicherheitsupdates und Verbesserungen. Dem ist ja grundsätzlich nichts entgegenzusetzen, wenn nur die Mieten nicht so irrsinnig hoch wären. Und hier kommt das eigentliche Problem zum Tragen: Fremium (schon jetzt mein Unwort des Jahres): Eine abgespeckte Version der Software erhält man kostenlos. Für den vollen Funktionsumfang muss allerdings tief in die Tasche gegriffen werden. Wie diese Premium-Funktionen ausgewählt werden ist so banal wie genial. Es wird grundsätzlich eine dieser Funktionen gebraucht, wodurch ein starker Kaufreiz erzeugt wird. Als ich gerade meine Steuererklärung gemacht habe, musste ich also feststellen, dass ich insgesamt im letzten Jahr ca 400€ für den Betrieb der Webseite ausgegeben habe. Da wir momentan nicht gerade im Geld schwimmen und mit diesem Blog ja auch keinerlei Einnahmen erzielen, finde ich das viel zu viel! Die nötige Konsequenz war also, alle Verträge aufzulösen und den Funktionsumfang zu entschlacken. Jetzt findet keine Suchmaschinenoptimierung mehr statt, die Newsletter Funktion ist weg und unser Design mit monatlichen 8€ läuft jetzt auf dem Standard-Design von WordPress. Ich bin gespannt wann und ob ich diese Funktionen vermissen werde und wie stark unsere Besucherzahlen zurückgehen werden. Wir hoffen natürlich dass ihr euch mit dem neuen Look anfreunden könnt! Er ist einfach deutlich günstiger 🙂

    Das digitale Entschlacken

    Ja wir haben Facebook gelöscht. Nicht gleich das gesamte Netzwerk, aber zumindest unsere Hofseite. Und ich auch gleich meinen Account. Grund dafür sind die immer wieder auftretenden Datenskandale, die mir mittlerweile als Kalkül erscheinen. Ich empfinde diesen Schritt als sehr mutig, weil ich damit den ohnehin schon spärlichen Kontakt zu vielen Menschen verliere. Ich frage mich ob ich in fünf Jahren zum Klassentreffen eingeladen werde, wie viele Geburtstage und Feierlichkeiten ich verpassen möge usw. Letztlich war meine Timeline aber nur noch voll mit Werbemüll oder Hatespeech und den nie endenden Aufrufen aktiv zu werden und diese Welt zu retten. Vor lauter filtern und suchen und Angst etwas zu verpassen, verpasst man das wahre Leben vor der Tür. Man wiegt sich in Verbindung mit Leuten, nur weil sie in der Freundesliste stehen und denkt deshalb, sie nicht anrufen oder treffen zu müssen, weil man ja in Verbindung ist und sich anstupsen kann. Und vor lauter crawlen durch die zahlreichen Bekanntschaften bleibt kaum noch Zeit gute Freundschaften intensiv zu pflegen. Mit Instagram verhält es sich anders. Dort findet themenzentrierte Interaktion statt und man lernt neue und inspirierende Menschen kennen. Alles ist auf ein Bild fokusiert. Bis auf die wenigen Influencer-Accounts, die man getrost blockieren kann. Also Tschüss Facebook und Hallo Instagram (räusper) ;-)! 

    Das körperliche Entschlacken

    Nach den üppigen Mahlzeiten um Weihnachten, die in einem fulminanten Silvesterbuffett endeten, viel der Verzicht nicht wirklich schwer. Nach einer zweitägigen Pause der Nahrungsaufnahme ging es mit Schonkost langsam weiter. Das lang erdachte Vorhaben endlich weniger Fleisch und tierische Produkte zu konsumieren findet nun endlich seit zwei Wochen Anwendung und zahlt sich aus! Neben kompletten Zuckerverzicht (fällt mir nicht schwer) und bösen Transfetten (fällt mir schwer -> Chips oho) gestaltet sich unsere Diät vornehmlich aus Gemüse, Gemüse und etwas Reis mit Gemüse. Der Energieschub ist gigantisch. Die ersten Tage konnte ich gar nicht einschlafen weil mir plötzlich wieder tausend Ideen durch den Kopf wirbelten. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass wir nur so viel und ständig Essen, weil wir Angst vor dem Hunger haben, wenn dieser dann kommt aber schlussendlich merken, dass dieses Hungergefühl auch inspirierend und gut sein kann. Und das ist tatsächlich so.
    Mit dem Fleischverzicht ist es so: Seitdem wir Hühner haben und ich merke wie viel Arbeit und Zeit in so einem Wesen steckt bis es zur Schlachtreife kommt, kann ich mir die Fleischpreise nicht mehr erklären. Ich möchte also gar nicht wissen mit was für einer Scheiße ein Hähnchen gefüttert wurde, wenn ein Kilo Fleisch bloß 4€ kostet! Unsere Hühner haben schon pro Tier 20€ an gentechnikfreiem Biofutter verfressen bis sie zweieinhalb Kilo wiegen. Die ganzen Küchenabfälle und Insekten, auf die Stalltiere keinen Zugiff haben, gar nicht mit eingerechnet. Ich möchte nicht ganz auf Fleisch verzichten, weil es mir schmeckt. Aber ich möchte nur noch Tiere essen, von denen ich weiß wo sie herkommen und was sie zu Essen bekommen haben. Denn tatsächlich werden Tiere mit Ergänzungsmitteln so stark supplimentiert, damit sie überhaupt einen ernährungstechnischen Nutzen für den Mensch haben. Dann kann ich doch gleich Vitamintabletten schlucken, so wie es manche Menschen die sich vegan ernähren machen müssen. Ich bin sehr dankbar für Ingmar vom Hofhuhn-blog, der mir einen sehr tiefen Einblick in die Landwirtschaft gegeben hat und möchte euch daher hier seinen Blog und seinen Podcast ans Herz legen! Das ist im Grunde Pflichtlektüre für Verbraucher_Innen.

    Hausrat Entschlacken

    Wir sind teilweise ganz schöne Messis geworden 😛 Das liegt eben daran, dass wir uns Vieles andrehen lassen, Vieles dankbar annehmen und Vieles horten weil wir denken, dass könnten wir sicher hier irgendwann mal gebrauchen. Außerdem sehnen wir dem Moment entgegen, etwas Zeit zum Upcyclen und Reparieren alter und ausgemisteter Dinge zu finden. Daher muss dieses Vorhaben noch bis zum Sommer warten. Vielleicht verbinden wir es dann gleich mit einem Hoffest und Flohmarkt. Das klingt erstmal nach einem guten Plan und man soll sich ja schließlich zu Jahresanfang nicht mit guten Vorsätzen überladen! Also den Hausrat entschlacken wir im Sommer. Bis dahin sind wir sicherlich schon 20Kg leichter, 10 Jahre jünger und gleichen griechischen Gottheiten! 
    Lasst es euch gut gehen! Bis die Tage!

  • Entschleunigung

    Entschleunigung

    Wir starten sachte ins neue Jahr! Denn wir haben erkannt, dass wir ziemlich viel Zeit haben :-)… 

    Auch wenn Weihnachten nicht mehr diesen Zauber und Glanz wie zu Kindeszeiten hat, haben wir es dieses Jahr wenigstens geschafft runterzukommen und die Feiertage mit fast „nichts“ zu füllen. Und wenn man kurz rastet und innehält, kommt das Nachdenken und die Reflektion. Und irgendwann natürlich auch die ein oder andere Erkenntnis!

    Der Weg ist das Ziel!

    Wir haben uns in den letzten Monaten und unserem ersten Jahr ziemlich gestresst und kaputt gemacht. Das hatte vielerlei Gründe die wir ja bereits angedeutet haben: Das Arbeiten neben der Baustelle, der viele Dreck und Staub, die erstmalige Bestellung des Gartens, die Hühneraufzucht – das alles hat uns ziemlich viel Kraft gekostet und wir haben uns sehr viel Druck gemacht. 

    Das lag mitunter natürlich auch daran, dass wir nicht wieder so einen katastrophalen Winter wie im ersten Jahr, in einer unrenovierten und mit Kisten vollgestellten Wohnung verbringen wollten. Denn letztlich ist unsere Renovierung des Wohnbereichs erst im März 2018 weitestgehend fertig gestellt worden. Und erst nach sage und schreibe acht Monaten zogen wir von unserem provisorischen Palettenbett in unser selbstgebautes Traumbett um! 

    Zum anderen lag es aber auch daran, dass wir uns sehr auf Sommerbesuch, Hoffeste und Feierlichkeiten gefreut hatten und uns die soziale Interaktion hier zu weilen etwas zu kurz kam. Dabei gab es ein paar schöne und spontane Begegnungen von Freunden und Bekannten die uns mit dem Rad besucht und dann im Wohnzimmer auf dem Boden oder im Zelt übernachtet haben. Es geht also doch alles irgendwie und auch in einem Provisorium lässt es sich eine schöne Zeit verbringen wenn man in guter Gesellschaft ist ;-).

    Wir bremsen also mal kurz ab, atmen tief durch und entscheiden uns fortan mehr Spaß an den anfallenden Arbeiten zu haben und uns nicht zu verbeißen! Wir bauen uns hier ein Haus und ein Zuhause. Das darf ruhig einen Moment dauern! 

    Neue Schwerpunkte setzen

    Seit unserer Ankunft und unserem Umzug haben sich viele unserer Pläne verändert. Wir waren sagen wir etwas naiv und haben uns sehr, sehr viel vorgenommen. Letztlich so viel, dass nichts mehr davon mit der nötigen Passion hätte erreicht werden können. Dadurch drohten wir uns ordentlich im Gewusel zu verlieren, uns im Kreis zu drehen und auch wegen der hohen finanziellen Belastungen schwermütig zu werden. Wir haben hunderte Sachen auf einmal angefangen anstatt abzuwarten und uns stückchenweise vorzutasten. Das war ziemlich chaotisch. Aber aus Fehlern lernen wir und so haben wir unseren „5-Jahres-Plan“ ordentlich entschlackt und modifiziert!

    Unser ursprünglicher 5-Jahres-Plan sah ungefähr so aus: 
    Ein Tonstudio, ein Heuhotel, eine Ferienwohnung, ein Seminarraum und einen Exitroom eröffnen; eine Feldküche mit Pizzaofen, eine Brauerei, eine Bühne und eine Leinwand bauen um Radpension, Public Viewing, Konzertort und Restaurant zu werden. Und wir wollten das Gewächshaus reparieren, einen Pool, einen Bauwagen, eine weitere Ferienwohung im alten Kaninchenstall, einen Boul-platz, ein Beachvolleyballfeld bauen, Ziegen, Bienen, Hühner und Schweine halten. Ach und eine Saunalandschaft mit Fasssauna und der Ausbau des Dachbodens zum Kino dürfen wir nicht vergessen! So und das war’s auch schon!

    In unserem neuen Plan tauchen viele dieser Dinge erstmal nicht mehr auf. Mitunter auch deshalb, weil sich Vieles davon hier am Standort längerfristig nicht rechnen würde bzw. uns auch einfach die Zeit fehlen würde, diesen Dingen mit der nötigen Leidenschaft nachzugehen! Daher haben wir aus unserem „5-Jahres-Plan“ einen „5-Punkte-Plan“ für das kommende Jahr geschrieben:

    • Bad & Küche fertig renovieren
    • Den Pizzaofen fertigstellen
    • Den Garten gestalten und das Gewächshaus reparieren
    • Endlich ein erstes Hoffest veranstalten!
    • Mehr Zeit mit Freunden und schönen Dingen verbringen
    Guter Plan, wa!?

    Und nach dem wir entschleunigt haben, werden wir Entschlacken

  • Herbsttag

    Herbsttag

    Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, 
    und auf den Fluren lass die Winde los!

    Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
    gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin, und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

    Rilke


    Unser erster Herbst in Platkow begann im Februar diesen Jahres. Das war der Zeitpunkt an dem unser Haus ein Haus wurde. Zum Überwintern. Zum Verweilen. Ein Nest. Ein sicherer Hafen. Das lassen wir mal so stehen. Ergänzt durch einen kleinen Videobeitrag zur Situation. Prost Herbst im Spätsammer 2018. Mit etwas Verzögerung. Genießt es; wenn möglich in Dolby Surround :-)..

  • Ja(hr) Zwo

    Ja(hr) Zwo

    365 Tage sind in einem Atemzug vergangen. Heute beginnt Jahr Zwei. War alles nicht so leicht. Aber es geht voran…

    Wir haben Berge versetzt (Schuttberge), haben die Dächer der Welt getragen (unseren Dachstuhl), waren und sind der Mörtel, der unser Heim und die Grundfesten unserer Welt in sich zusammenhält, sind der Tapetenkleister, der uns versucht hat aufzugeben, und der uns triumphieren ließ. Dazwischen der Sonnenuntergang über der freien Mark, frei von Plattenbauten und Stahlgeflechten, frei von Asphaltliebe – rauem Stahlbeton und Graureif – wir haben Raureif auf der Wiese, sattes Grün und Vögelgedöns im Wald, Einöde und Nichts, Prärie und Steppe – und doch so viel Stress und Chaos um uns! Wir bandeln mit den Jahreszeiten und wandeln mit den Bausorgen. Unser Steinobst ist frei von Würmern und Maden, doch in so Einigem bleibt der Wurm drin! Es ist und bleibt doch alles ambivalent. Aber bereuen tun wir nichts… Es war ein stürmisches Jahr – aber es wird besser!

    Jahreszeiten

    Gerade noch haben wir ein Haus gekauft, den Umzug gewuppt, sind auf Unzulänglichkeiten und spezielle Herausforderungen gestoßen, haben den ersten düsteren Brandenburger Winter erlebt, bis uns die ersten Schneeglöckchenin die Realität zurückholen durften und wir unsere Tomaten in Hochbeete pflanzten. Dabei schwankten die Abundanzen um einen festen Mittelwert, während vieles hier etwas intensiver und eindringlicher zu sein scheint – vielleicht auch, weil das grundsätzliche Erregungsniveau kurz vor der Kulmination steht!
    Wir leben intensiver mit den Jahreszeiten. Sie sind hier mehr zu spüren. Und sie haben Auswirkungen auf unsere Planung und den Bau.
    Durch unseren Garten bestimmen sie auch unseren Alltag: Aussaat und Ernte sind nach den Jahreszeiten zu richten. Im Frühjahr müssen Beete angelegt werden. Im Sommer dürfen keine Hecken geschnitten und Bäume gefällt werden. Im Herbst muss geerntet sein, bevor sich die Vögel alles holen – und bei Frost lässt sich eben kein Zaun streichen oder Beton gießen. Dafür muss im Winter das Nest witterungsfest sein und der Heizkreislauf funktional. Eigentlich alles selbstverständlich, doch in der Mietwohnung in Berlin, hat man solche Vorgaben weniger gespürt. Jahreszeiten verpflichten – aber sich nach ihnen zu richten – kann auch sehr schön sein! Alles hat wie immer zwei Seiten (Oder Petra!?).

    Die schönen Dinge und kleinen Erfolge

    Zu den schönen Dingen gehören das Land und das Neue und die Neugierde und die Sehnsucht und die Luft und das Nest. Zu den schönen Dingen gehören das Möbelbauen, das Experimentelle, das Versuchen und Ausprobieren, das Schaffen mit Werkstoffen, die schon da waren und kein Geld kosten – wo ein Scheitern keine Konsequenzen hat. Zu den schönen Dingen gehören, dass Anpflanzen, dass Ausbrüten, die Dinge wachsen zu sehen und Zeit zum Verweilen zu finden. Zu den schönen Dingen gehören die Dinge, die abgeschlossen werden und man einen Haken hinter machen kann!
    Und natürlich zählen zu den schönen Dingen der Besuch von Freunden, Familie und Familie – die Gewissheit – dass es helfende Hände da draußen gibt – die trotz ihres Alltags die Zeit finden, uns zur Hilfe zu eilen! Und die gemeinsamen Spaziergänge und Abende am Lagerfeuer mit eben solchen. Begegnungen zählen viel! So auch die Begegnungen mit neuen Nachbarn und Freunden – die Rückmeldungen auf dem Blog und auf Instagram – das alles bekräftigt uns sehr und tut uns sehr gut! Vielen, vielen Dank dafür! Ihr gebt uns Kraft!

    Umstellungen

    Wir erwähnten es bereits: Zeit; Jahreszeit; Wandel; und die witterungsbedingten / jahreszeitlichen Veränderungseinbußen auf dem Lande (wieder-) zu erleben und genießen zu lernen! So wie hier der Flieder im Mai durchschlägt und mit Blüte und Duft verzaubert und seine Zeit benennt, macht die Tanke um 18:00 zu und es gibt kein Bier mehr! Um zum nächsten Supermarkt oder Bahnhof zu gelangen, braucht es ein KFZ, während sich besondere Besorgungen nur noch übers Internet realisieren lassen! Genau so verhält es sich mit Kultur und geselligem Zusammensein: Hier gibt es weder dutzende Kiezkneipen noch jeden Abend eine Lesung / ein Konzert / eine Vernissage! Wo vorher eine Übersättigung war, tritt jetzt ein Durstgefühl an dessen Stelle! Sich auf den Weg zu machen und spannende Dinge für sich zu entdecken – aktiv zu werden – ist aber allemal schnieker, als stetig alles vorgesetzt und vorgekaut zu bekommen! Das ist ein alter Zeitgeist – sich über Musik und Kunst austauschen zu müssen – anstatt alles automatisiert durch Algorithmen vorgesetzt zu bekommen! Willkommen in den 90ern :-).

    Dinge mit Verbesserungspotential

    Geld – Mobilität – Zeit – Interaktion – Gesellschaft – Weltfrieden.
    Bei diesen Punkten ist natürlich immer Luft nach oben!
    Zu den unschönen Dingen in unserem ersten Jahr zählen in erster Linie, dass in diesem Jahr kaum Zeit und Raum für die schönen Dinge blieb!
    Wir haben wirklich jede freie Sekunde genutzt, um mit unserem Projekt weiterzukommen! Wir haben unsere Urlaube und Wochenenden verheizt, jeden Brücken- und Feiertag verplant, um bloß keine Zeit zu verlieren und voran zu kommen! Wir haben uns unter unfassbaren Druck gesetzt – obwohl das Kernziel die Stadt zu verlassen, die Entschleunigung war! Woher rührt also dieser selbst auferlegte Druck!?
    Nunja, dafür gab und gibt es wohl mehrere Gründe!

    Der vermutlich Wichtigste: nicht noch einen weiteren Winter in einem dreckigen, verstellten und beengendem Provisorium verbringen zu müssen! Stattdessen tiefenentspannt vor dem Kamin auf dem Sessel flätzen oder auf dem Sofa vor der der Glotze die letzte Staffel Game of Thrones in aller Entspanntheit genießen zu können! Und die Kapazität zu besitzen, Freunde oder Familie einladen und empfangen und ihnen einen Esstisch und ein Bett anbieten zu können! Denn glaubt uns, der erste Winter war sehr, sehr einsam zwischen unseren Kartons – und das trotz der vielen Haustiere!
    Nachdem im Frühjahr dann die Grundvorraussetzungen für Besuch geschaffen waren, sollte nämlich der gute Rainald Grebe rechtbehalten: Dieser sang in seinem Lied Aufs Land „Doch meine Freunde aus der Stadt, die kommen nicht“. Ja warum muss er denn Recht behalten, der weise alte Sack!? Also darum ging es primär: Raum für Gäste zu schaffen und unseren Hof für diese attraktiv zu machen…

    Der zweite Druckfaktor entsprang der Arbeitssituation: Während Susan weiter nach Berlin pendelte – von Ersatzverkehr und Zugausfällen gänzlich der Vorstellung eines Berliner S-Bahn-Nutzenden gepeinigt – habe ich mit nur 3 Werktagen und einem 24 Stunden-Vertrag mehr Zeit für die Ausübung meiner Tätigkeit als Bauherr aufbringen können. Das erzeugte natürlich finanziellen Druck, ersparte uns durch die Möglichkeit der Eigenleistung aber auch den ein oder anderen Taler. Doch so sehr mir die Rolle als Bauherr auch Spaß bereitete, hat mich die damit einhergehende Verantwortung auch ganz schön mitgenommen. Auch das Gefühl über fremde Gelder zu verfügen, war für mich sehr befremdlich. Im Endeffekt lief es nämlich so, dass ich mit Handwerkern verhandelte, Alternativen aus dem Internet rechererchierte, meine Erkenntnisse dann mit Susan teilte und sie Zahlung leistete. Als Geldgebende möchte man natürlich Kontrolle und Sicherheit, und als Empfänger und Bauverantwortlicher, möchte man nicht sich nicht verkalkulieren oder enttäuschen. Diese Vermischung verschiedener Rollen, war für uns beide nicht einfach und stoß auch manches mal in der Diskussion mit anderen auf Unverständnis („Was der Bauer nicht kennt…“), weil es gesellschaftlich dann doch nicht so akzeptabel ist, dass die Frau die Kröten nach Hause bringt und der Mann sich ums Nest kümmert. Uns war also klar, das auch dieser Zustand nur ein Provisorium darstellen könnte und so hab ich mich ab September für eine Vollzeitstelle verpflichtet. Davor ging es natürlich ebenfalls darum, möglichst viel wegzuarbeiten, so lange noch mehr Zeit zur Verfügung stand!

    Beim dritten Faktor wären wir bei einer Vermischung der ersten beiden Aspekte: Es ist der Druck, den man von Dritten adaptiert!
    Da geht es darum, es anderen Recht machen zu wollen und diese zu comforten (es gibt irgendwie kein besseres deutsches Wort dafür). Wie man als 10-Jähriger auf Klassenfahrt im Bus mit einer Tüte Chips versucht die Meute um den Finger zu wickeln, oder mit 12 als Nichtraucher auf dem Schulhof mit einer Packung Kippen in der Jacke um den Raucherfreunden stets eine anbieten zu können um diese wirbt, so ging es bei uns vielleicht auch schlichtweg darum, sich Anerkennung zu erkaufen und die Leute anzulocken! Deshalb wollten wir schnell klar-Schiff-machen und der Unterkunft ein paar Sterne schaffen. Vielleicht auch, weil manche meinten, sie kämen gerne zu uns aufs Land, sobald denn alles fertig sei und man komfortabel und vernünftig hier hausen könnte. Diese Betretenheit und Betroffenheit nach einem solchen Dialog, hat sich nun nach totaler Verausgabung auch endlich in ein wohlgefallenes Fuck You entladen! Da ist die nötige Befreiung – den Hammer an den Nagel zu hängen – fünf gerade sein und die Seele baumeln zu lassen! Und dabei kann man es belassen!

    Zukunft

    Altes stirbt und Neues entsteht! Und dabei lernen wir gerade wunderbare und wertvolle Menschen kennen und schätzen, die unserer Reise folgen, sich inspiriert fühlen, denen wir etwas geben können, und die uns etwas (mit-)geben und wir symbiotisch etwas zurückgeben! Interesse, Austausch, Dialog und Begeisterung – darum geht es doch schlussendlich! Und wenn die Zeit kommt, wird das gebührend gefeiert! Bis dahin legen wir Hand an…

  • 4 waren hier

    4 waren hier

    Vom Umzug bis zu Wochenendbesuchen – viele Freunde waren schon da! Zeit Impressionen festzuhalten und gewohnte Schubladen aufzumachen…

    Es gibt verschiedene Arten von Erstreaktionen unserer Hofbesuchenden und so haben wir uns vier verschiedene Kategorien ausgedacht, in die man diese einteilen könnte! 
    Auf jeden Fall können wir von jedem Charakter vieles abgewinnen und es ist total spannend, diesen Erstkontakt mit unserem Hofprojekt bei anderen beobachten zu können!
    Zeit diese einmal in einer kleinen und überspitzten Darstellung aufzuzeigen! 

    Der entspannte Charakter

    Betritt den Hof, sucht sich einen Stuhl, macht es sich bequem und kommt sofort an. 
    Er strahlt Ruhe aus und die Kubikmeter an Bauschutt, die offenen Stromkanäle, die fehlenden Gardinen und das gesamte Provisorium, bringen ihn nicht aus der Ruhe. 
    Er scheint die ganze Arbeit einfach nicht zu sehen, weiß auch nicht wie er sich einbringen oder anpacken könnte, strahlt dafür aber eine Ruhe und Gemütlichkeit aus, die sofort ansteckt und das Gefühl von Alles wird gut vermittelt. Sofort ist so ein ZuhauseGefühl da, man verbringt die Zeit mit Gesprächen und Kaffee, ist auch etwas erleichtert, nicht die fünfundneunzigste Hofführung abhalten zu müssen und vergisst alsbald, dass wir uns inmitten einer Baustelle befinden! Die Erdleitung ist auf jeden Fall schon mal gelegt und das ist schließlich schon ein drittel der gesamten Elektrik ;-).

    Der optimistische Charakter

    Schlendert übers Grundstück, scheint sich alles etwas genauer anzusehen und kommt dann zum Schluss, dass wir uns keinen Fehlkauf geleistet haben und die Bausubstanz ordentlich ist.
    Anstehende Arbeiten hält er für überschaubar und wiegelt alles mit einer souveränen Kreativität ab – nach dem Motto: dass bekommt man schon alles irgendwie gewuppt! 
    Das saugen wir natürlich auf wie Schwämme und plötzlich sind diese Charaktere die wahren Experten! Denn dieses Gutachten gefällt uns und wir finden neue Kraft und Ansporn, alles mit mehr Zeit und Kreativität ganz alternativ und noch schöner zu gestalten!

    Der pessimistische Charakter

    Schlägt bereits vor dem Haus die Arme über’m Kopf zusammen. Am Ende kommt man vermutlich aus Mitleid zu dem Schluss, dass das Grundstück und die Lage ja zumindest relativ schön seien. Dazwischen fuhr man zum nächsten Supermarkt und kaufte für 100€ Fressalien, fraß sich am Grill die Bäuche voll und Sättigungsgefühl, Sonnenuntergang und Stille stimmten versöhnlich. Eine außerordentlich schöne Erfahrung dieser Landidylle. Für einen kurzen Moment fühlt man sich seelenverwandt. Dann überfressen. Und der Knoblauch lässt einen aufstoßen. Wir haben Brand und das Glas ist halb leer. Läuft ;-).

    Der ambitionierte Charakter

    Würde alles anders und besser machen und prescht über das Terrain als hätte er gerade selbst diesen Hof gekauft und würde in seinem Kopf nun alles durchplanen. Unsere Ideen haben da erstmal wenig Platz und man will unsere Konzepte auch gar nicht wirklich hören. Und sowieso warum macht ihr das nicht soundso… Aber die Verzauberung und Energie die da frei wird, steckt uns an und erinnert uns an unsere allererste Begehung! Glücklicherweise müssen wir heute kein Grillfleisch kaufen! Wir grillen einfach dich!

    Nummer Fünf gibt nicht auf

    Das sind die, die immer sagten sie kämen und dann doch nicht kamen aber stets beteuerten, dass sie bald kämen würden, wenn das trubelhafte Berlin sie entbehrte…
    Ja das kennen wir. Berlin lässt einen nicht los. Was wäre diese Party ohne dich! 
    Sei uns bitte nicht böse: Wir haben heute leider keine Schublade für dich 😛 

  • Einladung zum Feste am Hofe

    Einladung zum Feste am Hofe

    Mehr als ein Jahr ist rum – viel mehr hofften wir zu schaffen! Doch es ist Zeit mit euch einen partiären Triumph zu feiern!…

    Seit nunmehr 365 Tagen befindet sich die Gemarkung Letschiner Straße in Platkow – Teil der präriteutischen Mark zu Brandenburg – in Besitz der durchlauchten hoffräulichen Herrschaften Dwier & Tröger!

    Diese welche weder Trockenheit, Einsamkeit, Zahlungsunfähigkeit noch Langweiligkeit zu fürchten wussten, möchten mit Euch Teuersten frönen, frivolen, frohsinnieren, feiern und feuern!

    Die Eroberung jährt sich, das Eichhörnchen nährt sich, wir bitten zum Tanze, zum Taumeln und Schwanke, zum Baumeln und Sinnieren, zum Schwelgen und Nostalgieren, zum Reden und Schweigen, Einhalten und Verneigen, zum Balgen und Raufen  – schlussendlich zum Saufen!

    Samstag den 08. September 2018 ab Nachmittag!

    Kommt mit Bahn, Bus oder (Kraft-) Rad!
    Wer kummt, wer bringt was mit, wer übernachtet – wer schläft im Hause, Garten oder uff der Matratze? Hoffeierlich – wir freuen uns auf Disch!

    Mit lieben Grüßen!

    Susan & David 

    Stündlich RB26 von Berlin Lichtenberg Richtung Küstrin nach Seelow-Gusow – RB26 von Küstrin über Seelow-Gusow Richtung Berlin-Lichtenberg stündlich nach Berlin-Lichtenberg oder mit der Pferdekutsche (selbstorganisiert).

  • Mittelstand

    Mittelstand

    Raum da, Raum fehlt, es dreht sich & Dinge passieren… hier ein zwischenzeitlicher Mittelstand!

    In den letzten Wochen ist es ziemlich still geworden um unseren Blog. Es gab einfach unfassbar viel zu tun – und das nicht nur am Hofe – so musste der Blog und die Berichterstattung etwas Ruhen! Dafür haben sich einige gute Nachrichten angesammelt!

    Die erste Ernte

    Die Arbeit und unsere Mühen – das Anlegen der Hochbeete im April – tragen ihre ersten Früchte! Neben Pflücksalat und Radieschen in rauen Mengen konnten wir uns auch an einigen Kohlrabi und Fenchelknollen freuen! Nicht ganz geklappt hat es mit unseren Radieschen: Diese sind aus unerklärlichen Gründen einfach nur in die Höhe geschossen ohne eine Frucht  zu bilden. Entschädigt haben uns die ersten Salatgurken und Zucchini und im Juni kamen dann schon besonders früh die Süßkirschen hinzu! Diese haben wir teilweise zu Marmelade eingekocht, als Likör angesetzt oder gepaart mit schwarzen Johannis- und Stachelbeeren eine Grütze von gemacht!

    Prall gefüllte Beete

    Während unsere Paprika, Erbsen und Bohnen wie immer Startschwierigkeiten hatten, sind die Tomaten und Zucchini ziemlich abgegangen! Von San Marzano über ungarische Baumtomaten bis hin zu seltenen Sorten aus dem Discounter haben sich alle Pflanzen explosionsartig auf den Weg Richtung Himmel gemacht! Und die Zucchini werfen mit Früchten um sich, dass wir sogar einen Aufruf auf Instagram starten mussten, um diese verwerten zu können! Die meisten landeten auf dem Grill und wurden entweder direkt verspeist oder in Olivenöl eingelegt! Aber auch unsere Arbeitskollegen dürfen sich hin und wieder über eine Frucht freuen! Bevor die Tomatenernte ansteht, müssen wir unbedingt noch einen Solardörrer bauen und uns eine Gefriertruhe zulegen! Denn gerade die San Marzano – Tomaten wollen wir zur Pizza-Sauce einkochen und einfrieren! Denn auch unser Pizza-Ofen-Projekt hat Fortschritte gemacht!

    Der Pompeii Pizza-Ofen

    Mit einem echten Pompeii-Ofen erfüllen wir uns einen kleinen Traum. Für dieses Monster-Projekt gibt es nach Fertigstellung auf jeden Fall eine kleine Videodokumentation und Bauanleitung! Einige spannende Aspekte schonmal vorweg: Den Entwurf und die Konzeption habe ich in Eigenregie mit Ressourcen aus dem Internet vorgenommen und mich dort über Plattenfundamente, Mauersteine, Feuerzement, Vertikulit und Schamotte bis hin zu Kamin- und Esse-Größe informiert und dann in SketchUp! ein Modell gebaut. Zwischenzeitlich haben wir dann einen sehr aufgeschlossenen und netten Nachbarn kennengelernt, der für uns mittlerweile eine Art „Bau-Mentor“ geworden ist! Mit seinem Erfahrungsreichtum, der sich über mehrere Dekaden erstreckt und sich vorwiegend aus der Praxis herleiten lässt, hilft er uns immer wieder aus der Patsche und bewahrt uns vor so manchem Fehler! Und auch dieses mal hat uns der „Luftgitarrist“ tatkräftig beim Aufbau des Ofens unterstützt, während er das ein oder andere Mal über meine Konzeption verwundert war: Meine Erklärung für so manchen Zwischenschritt – „das stand so im Internet“ – wurde zum Running-Gag :-). Viele Wege führen nach Rom, aber echtes Handwerkerwissen ist dann doch dem angelernten Wissen aus diesem Internet um Meilen überlegen!

    Renovierung der Gästewohnung

    Ihr erinnert euch bestimmt noch an den Anfang unserer Renovierungsarbeiten im September letzten Jahres! Direkt nach dem Umzug wollten wir zu allererst die zukünftige Gäste- und Ferienwohnung renovieren, Küchenzeile und Dusche einbauen, um dann dort wohnen und in aller Ruhe den Rest des Hauses sanieren zu können! Dieser Plan ging dann ziemlich in die Hose, weil nach dem Abnehmen der Fachwerk-Vertafelung die Decke runterkam! Das Warten auf einen Zimmermann nahm dann glatt zwei Monaten in Anspruch und die geplanten Arbeitseinsätze wurden weitere Male verschoben, bis dann endlich im Januar die Deckenbalken gestützt waren. Trotzdem mussten die gesamten Lehmfächer geleert, alles mit Dachlatten ausgebessert und mit Holzwolle-Leichtbauplatten (Sauerkrautmatten) wieder verschlossen werden! Auch hier hat unser Nachbar wieder fleißig mit angelangt und die Deckenschräge akribisch ausgeglichen! Auch hier wird eine Video-Dokumentation mit allen Unzulänglichkeiten folgen, aber die gute Nachricht ist, dass es endlich wieder weiter geht und der Lehmputz im Innenbereich nahezu abgeschlossen ist! Nächste Woche wird dann der Nassraum saniert!

    Privates

    Bisher haben wir uns als Paar ganz gut in das Landleben und den drastischen Wechsel eingefunden! Es gab viel Frust abzufedern, viel gemeinsame Zeit für Baufortschritte zu opfern und sicherlich waren wir zeitweise auch mal an der Kotzgrenze angelangt. Unser Plan, dass ich nur drei Tage die Woche arbeite um mehr Zeit für die Baustelle zu haben, hat gut funktioniert. Das Bauherren-Dasein hat mir sehr gut gefallen und sicherlich haben wir so einiges an Kosten sparen können, da wir selbst Hand angelegt haben. Aber dieses Jahr hat für mich sehr schlecht angefangen:. Nach einem mehrwöchigen Knockout durch die Grippe habe ich mir gleich eine Lungenentzündung eingefangen und war mehr als zwei Monate gezwungen auf Halbmast zu segeln. Und auch für Susan ist das tägliche Pendeln, die Kabeldiebstähle und der Ersatzverkehr mit einem steten Kraftaufwand verbunden! Wir sehnen uns sehr nach mehr Raum füreinander, möchten mehr Quality-Time jenseits vom Baustress. Daher werde ich ab September voll arbeiten, mehr Geld ranbringen, womit wir wiederum Dritte bezahlen können, die uns beim Bau unterstützen und uns entlasten! Denn wir schaffen das momentan nicht mehr alleine, trotz der Hilfe von Familie und Freunden…
    Am schönsten ist es momentan, abends gemeinsam durch den Garten zu schlendern und die Beete zu gießen! Und wir freuen uns auf den ersten Urlaub, den wir mit Tages-Ausflügen verbringen möchten, um endlich mal ein wenig die Region zu erkunden! Stück für Stück zum Glück!

  • Was fehlt…

    Was fehlt…

    Du merkst erst was du hast, wenn du es Teilen kannst! Mit Freunden und Familie wächst das Heimatgefühl…

    Gerade war ich in Berlin auf dem Patenfest meiner kleinen Patentochter. Der Duft nach Sommer, das Licht, die Stimmung, die Fahrradmassen, Touristenströme, aggressiven Autofahrer und Tagträumer, das Chaos und die Reizüberflutung sind alles vertraute Eigenheiten der Großstadt. Fünfzehn Jahre hab ich dort versucht mir ein Zuhause einzuleiben und habe es nie geschafft mich dort verwurzelt zu fühlen. Doch heimisch und gebunden, teils auch geborgen, inspiriert und umhergetrieben, aber dies war oft mehr an Personen als an Orte gebunden. Und diese Verbundenheit kehrt einfach so wieder. Nach fast neun Monaten auf dem Land, einer relativ langen Zeit die doch so schnell vorüberzog. Das ist ein sehr schönes Gefühl, was mir auf dem Land sehr oft noch fehlt. Hier haben wir unser eigenes Haus, unseren Hof und Garten, können uns entfalten und wirken und alles unser Eigen nennen. Aber die volle Schönheit dieser Tatsache, die Euphorie und Glücktrunkenheit kommen erst mit den Menschen die uns aufsuchen und mit denen wir teilen können…

    Vernetzt

    Ich schreibe seit dem ersten Moment von unserem kleinen Projekt, schreibe die Beiträge in den Ether, bekomme manchmal ein Echo, einen Zuspruch, manchmal verhallt das Mitteilungsbedürfnis im Überfluss. Zwischen digitalen und analogen Netzwerken von Freunden, Interessierten, Followern und Abonnierenden lässt sich als Wendekind des Digitalen Wandels manchmal nicht erfassen, welches Medium und welcher Kanal echt und welche oberflächlich künstlich sind, wird digitale Kommunikation als Freundesbindung missverstanden und das vis-a-vis Gespräch durch Beitragspostings weggelassen. Gar nicht so einfach durchzublicken. Die echten Netzwerke sind dann doch die menschlich gewachsenen, die Vertrautheit innehaben und zeitliches Durchhaltevermögen beweisen durften. Lang-gewachsene Freundschaften, die an Lebensstufen und Krisen und Triumphen Anteil nahmen, Wegbegleiter, Reise-Kompagnons, Mitwandernde – Mitsuchende. Das Deep-Net sozusagen.

    Neue Heimat

    Wenn man sich eine neue Heimat sucht und bereit ist das Vertraute aufzugeben, mag dies triftige Gründe haben: Es soll etwas zurückgelassen, etwas Neues gefunden, die schönen Dinge mitgenommen und alles Schlechte vergessen werden. Dabei überwiegt anfangs die Neugierde der Angst vor Verlust. Hat man aber die ersten Kriege ausgefochten und stellt sich der Alltag langsam ein, fällt auf was fehlt. Interessante Begegnungen mit anfangs Fremdem, freundlichen Nachbarn, neue Bekanntschaften, neue Orte und Farben, Stimmungen und Düfte können verzaubern, aber nicht diese Vertrautheit und Verbundenheit erzeugen, nach der man sich tagtäglich sehnt. Deshalb ist es umso schöner, wenn sich das Alte mit dem Neuen mischt, wenn Vertrautes in den Nebel tritt, wenn man gemeinsam am Feuer sitzt. Die Dinge brauchen Zeit Wurzeln zu bilden. Und wir zwei sind starke Pflanzen, sturmerprobt und siegessicher! Aber an der weiteren Verwurzelung müssen wir noch arbeiten – gemeinsam mit unseren Freunden!

    „With a little help from my friends“

    Ich wünsche mir mehr Zeit, mehr Besuch, mehr Begegnungen, mehr Feste und Feierlichkeiten, mehr Gäste und mehr Gemeinschaftsprojekte und bedanke mich bei Allen, die schon hier waren, wiederkamen, ihre Hilfe anboten, sich einbrachten, nachfragten und anpackten und mir ein weiteres Puzzleteil von Heimatgefühl geschenkt haben! Vertrautes im Neuen, die Basis ist stark und die Basis ist da! Wir sind zwei unerschrockene Amazonen! aber da fehlt noch etwas…
    Heimat wird gemacht, es geht voran!