Schlagwort: Freundschaft

  • 4 waren hier

    4 waren hier

    Vom Umzug bis zu Wochenendbesuchen – viele Freunde waren schon da! Zeit Impressionen festzuhalten und gewohnte Schubladen aufzumachen…

    Es gibt verschiedene Arten von Erstreaktionen unserer Hofbesuchenden und so haben wir uns vier verschiedene Kategorien ausgedacht, in die man diese einteilen könnte! 
    Auf jeden Fall können wir von jedem Charakter vieles abgewinnen und es ist total spannend, diesen Erstkontakt mit unserem Hofprojekt bei anderen beobachten zu können!
    Zeit diese einmal in einer kleinen und überspitzten Darstellung aufzuzeigen! 

    Der entspannte Charakter

    Betritt den Hof, sucht sich einen Stuhl, macht es sich bequem und kommt sofort an. 
    Er strahlt Ruhe aus und die Kubikmeter an Bauschutt, die offenen Stromkanäle, die fehlenden Gardinen und das gesamte Provisorium, bringen ihn nicht aus der Ruhe. 
    Er scheint die ganze Arbeit einfach nicht zu sehen, weiß auch nicht wie er sich einbringen oder anpacken könnte, strahlt dafür aber eine Ruhe und Gemütlichkeit aus, die sofort ansteckt und das Gefühl von Alles wird gut vermittelt. Sofort ist so ein ZuhauseGefühl da, man verbringt die Zeit mit Gesprächen und Kaffee, ist auch etwas erleichtert, nicht die fünfundneunzigste Hofführung abhalten zu müssen und vergisst alsbald, dass wir uns inmitten einer Baustelle befinden! Die Erdleitung ist auf jeden Fall schon mal gelegt und das ist schließlich schon ein drittel der gesamten Elektrik ;-).

    Der optimistische Charakter

    Schlendert übers Grundstück, scheint sich alles etwas genauer anzusehen und kommt dann zum Schluss, dass wir uns keinen Fehlkauf geleistet haben und die Bausubstanz ordentlich ist.
    Anstehende Arbeiten hält er für überschaubar und wiegelt alles mit einer souveränen Kreativität ab – nach dem Motto: dass bekommt man schon alles irgendwie gewuppt! 
    Das saugen wir natürlich auf wie Schwämme und plötzlich sind diese Charaktere die wahren Experten! Denn dieses Gutachten gefällt uns und wir finden neue Kraft und Ansporn, alles mit mehr Zeit und Kreativität ganz alternativ und noch schöner zu gestalten!

    Der pessimistische Charakter

    Schlägt bereits vor dem Haus die Arme über’m Kopf zusammen. Am Ende kommt man vermutlich aus Mitleid zu dem Schluss, dass das Grundstück und die Lage ja zumindest relativ schön seien. Dazwischen fuhr man zum nächsten Supermarkt und kaufte für 100€ Fressalien, fraß sich am Grill die Bäuche voll und Sättigungsgefühl, Sonnenuntergang und Stille stimmten versöhnlich. Eine außerordentlich schöne Erfahrung dieser Landidylle. Für einen kurzen Moment fühlt man sich seelenverwandt. Dann überfressen. Und der Knoblauch lässt einen aufstoßen. Wir haben Brand und das Glas ist halb leer. Läuft ;-).

    Der ambitionierte Charakter

    Würde alles anders und besser machen und prescht über das Terrain als hätte er gerade selbst diesen Hof gekauft und würde in seinem Kopf nun alles durchplanen. Unsere Ideen haben da erstmal wenig Platz und man will unsere Konzepte auch gar nicht wirklich hören. Und sowieso warum macht ihr das nicht soundso… Aber die Verzauberung und Energie die da frei wird, steckt uns an und erinnert uns an unsere allererste Begehung! Glücklicherweise müssen wir heute kein Grillfleisch kaufen! Wir grillen einfach dich!

    Nummer Fünf gibt nicht auf

    Das sind die, die immer sagten sie kämen und dann doch nicht kamen aber stets beteuerten, dass sie bald kämen würden, wenn das trubelhafte Berlin sie entbehrte…
    Ja das kennen wir. Berlin lässt einen nicht los. Was wäre diese Party ohne dich! 
    Sei uns bitte nicht böse: Wir haben heute leider keine Schublade für dich 😛 

  • Was fehlt…

    Was fehlt…

    Du merkst erst was du hast, wenn du es Teilen kannst! Mit Freunden und Familie wächst das Heimatgefühl…

    Gerade war ich in Berlin auf dem Patenfest meiner kleinen Patentochter. Der Duft nach Sommer, das Licht, die Stimmung, die Fahrradmassen, Touristenströme, aggressiven Autofahrer und Tagträumer, das Chaos und die Reizüberflutung sind alles vertraute Eigenheiten der Großstadt. Fünfzehn Jahre hab ich dort versucht mir ein Zuhause einzuleiben und habe es nie geschafft mich dort verwurzelt zu fühlen. Doch heimisch und gebunden, teils auch geborgen, inspiriert und umhergetrieben, aber dies war oft mehr an Personen als an Orte gebunden. Und diese Verbundenheit kehrt einfach so wieder. Nach fast neun Monaten auf dem Land, einer relativ langen Zeit die doch so schnell vorüberzog. Das ist ein sehr schönes Gefühl, was mir auf dem Land sehr oft noch fehlt. Hier haben wir unser eigenes Haus, unseren Hof und Garten, können uns entfalten und wirken und alles unser Eigen nennen. Aber die volle Schönheit dieser Tatsache, die Euphorie und Glücktrunkenheit kommen erst mit den Menschen die uns aufsuchen und mit denen wir teilen können…

    Vernetzt

    Ich schreibe seit dem ersten Moment von unserem kleinen Projekt, schreibe die Beiträge in den Ether, bekomme manchmal ein Echo, einen Zuspruch, manchmal verhallt das Mitteilungsbedürfnis im Überfluss. Zwischen digitalen und analogen Netzwerken von Freunden, Interessierten, Followern und Abonnierenden lässt sich als Wendekind des Digitalen Wandels manchmal nicht erfassen, welches Medium und welcher Kanal echt und welche oberflächlich künstlich sind, wird digitale Kommunikation als Freundesbindung missverstanden und das vis-a-vis Gespräch durch Beitragspostings weggelassen. Gar nicht so einfach durchzublicken. Die echten Netzwerke sind dann doch die menschlich gewachsenen, die Vertrautheit innehaben und zeitliches Durchhaltevermögen beweisen durften. Lang-gewachsene Freundschaften, die an Lebensstufen und Krisen und Triumphen Anteil nahmen, Wegbegleiter, Reise-Kompagnons, Mitwandernde – Mitsuchende. Das Deep-Net sozusagen.

    Neue Heimat

    Wenn man sich eine neue Heimat sucht und bereit ist das Vertraute aufzugeben, mag dies triftige Gründe haben: Es soll etwas zurückgelassen, etwas Neues gefunden, die schönen Dinge mitgenommen und alles Schlechte vergessen werden. Dabei überwiegt anfangs die Neugierde der Angst vor Verlust. Hat man aber die ersten Kriege ausgefochten und stellt sich der Alltag langsam ein, fällt auf was fehlt. Interessante Begegnungen mit anfangs Fremdem, freundlichen Nachbarn, neue Bekanntschaften, neue Orte und Farben, Stimmungen und Düfte können verzaubern, aber nicht diese Vertrautheit und Verbundenheit erzeugen, nach der man sich tagtäglich sehnt. Deshalb ist es umso schöner, wenn sich das Alte mit dem Neuen mischt, wenn Vertrautes in den Nebel tritt, wenn man gemeinsam am Feuer sitzt. Die Dinge brauchen Zeit Wurzeln zu bilden. Und wir zwei sind starke Pflanzen, sturmerprobt und siegessicher! Aber an der weiteren Verwurzelung müssen wir noch arbeiten – gemeinsam mit unseren Freunden!

    „With a little help from my friends“

    Ich wünsche mir mehr Zeit, mehr Besuch, mehr Begegnungen, mehr Feste und Feierlichkeiten, mehr Gäste und mehr Gemeinschaftsprojekte und bedanke mich bei Allen, die schon hier waren, wiederkamen, ihre Hilfe anboten, sich einbrachten, nachfragten und anpackten und mir ein weiteres Puzzleteil von Heimatgefühl geschenkt haben! Vertrautes im Neuen, die Basis ist stark und die Basis ist da! Wir sind zwei unerschrockene Amazonen! aber da fehlt noch etwas…
    Heimat wird gemacht, es geht voran!