„Handlungsfähig bleiben“ – Das ist das Credo dieser Tage! Während Krieg und Krisen die Nachrichten bestimmen, gilt es umso mehr Kraft zu tanken, um nicht an seiner eigenen Empathie zu ermüden…
Wir brauchen Ruhe, wir brauchen Kraft, wir brauchen Erhohlung! Sowie von eigenem Struggle mit Hof und Baustelle, als auch was die weltliche Situation angeht! Was könnte näher liegen, als sich im Garten Rückzugsorte zur Erholung und Genesung zu schaffen!
Daher haben wir uns einen Strandkorb gegönnt und gleich eine kleine Sandinsel dazu angelegt. Außerdem haben wir diverse Hängematten unter dem Wallnussbaum installiert. Hier sind im Hochsomer 3° Celsius weniger Umgebungswärme… So arbeiten wir weiter an unserem Biedermeyer 🙂 Gönnt euch etwas Ruhe und Erholung Leute und hört auf zu versuchen, euch diesen ganzen Wahnsinn zu erklären und nach Mustern zu suchen. Derartige Bedrohungen fördern unser Kontrollbedürfnis. Aber manchmal muss man Fünfe einfach mal gerade sein lassen…
Unsere Kettensäge stand den Winter über still in der Werkstatt und schmiert plötzlich die Kette nicht mehr nach. Das Öl fließt nicht mehr auf die Ritzel und die Kette überhitzt. Ich habe also versucht rauszufinden, ob ein verschmutzter Öltank, eine verstopfte Ölleitung oder die Ölpumpe selbst Schuld an diesem Miserium haben. Und ich war selbstverständlich erfolgreich, hätte mir aber im Nachhinein viel Arbeit sparen können 🙂
Öl fließt nicht nach – Kette bleibt trocken
Meine Akku-Kettensäge Typ Dewalt DCM575 hat mir drei Jahre treue Dienste geleistet. Doch nun fördert die Motorsäge plötzlich kein Öl mehr vom Tank an das Schwert um die Kette zu schmieren. Das Resultat ist eine Überhitzung und ein starker Abrieb der Kette und des Schwertes, was sich anhand der Verfärbungen des Metalls gut sehen lässt. Aufgefallen ist mir das ganze erst nachdem ich mich gewundert habe, dass der Öltank voll bleibt. Normalerweise muss ich nach einer Stunde Sägen den Tank nachfüllen, da relativ viel Öl zum Schmieren der Kette verwendet wird und der Tank nur 100ml Fassungsvermögen hat. In der Regel ist also der Tank vor dem Akku leer. Das war diesmal nicht so.
Tankreinigung bleibt erfolglos
Ich habe also im Netz gegoogelt und verschiedene Lösungsvorschläge angeboten bekommen. Zuerst habe ich das verbleibene Pflanzenöl abgelassen und den Ölbehälter mit einem Kompressor ausgeblasen. Dann habe ich das Schwert und die Kette demontiert um zu gucken, ob die Außlassöffnung verstopft ist. Beides war nicht der Fall und eine akribische Reinigung brachte keine Besserung. Nun war meine Vermutung also, dass entweder der Schlauch zwischen Tank und Ölpumpe verstopft ist oder die Ölpumpe an sich einen Defekt aufweist.
Komplette Demontage der Motorsäge
Ich habe also die Kettensäge komplettt auseinandergenommen und einen Teardown gemacht um der Fehlerquelle auf die Spur zu kommen. Vorher habe ich mir die Explosionszeichnung von Dewalt besorgt um eventuell Ersatzteile bestellen zu können und einen groben Überblick über den Aufbau zu bekommen. Ich habe übrigens nur einen Händler gefunden der alle Ersatzteile in Deutschland vorrätig habt. Diesen verlinke ich euch am Ende des Artikels. Hier ist die Original-Explosionszeichnung von Dewalt:
(C) Copyright DEWALT
Beim Öffnen des Getriebes und Sichtung der Ölpumpe stellte ich fest, dass diese aber noch ordnungsgemäß funktioniert und der Ölschlauch zwischen Tank und Pumpe nicht mit Öl gefüllt war. Meine Vermutung bestätigte sich beim Abtrennen des Schlauches vom Tank das hier bereits eine Verstopfung vorliegen musste. Das kleine Sieb am Ende des Schlauches war zugesetzt mit Sägemehl. Ich hätte mir also die ganze Arbeit sparen können und lediglich mit der Zange den Schlauch aus dem Öltank friemeln können um diesen anschließend zu reinigen. Aber so habe ich viel über meine Motorsäge gelernt und hab einen schönen Nachmittag mit Basteln verbracht 🙂 Und vielleicht hilft mein dabei entstandenes Repariervideo ja anderen Menschen weiter:
Reparierbarkeit der DCM575
Ich war übrigens sehr angetan von der Reparierbarkeit der Motorsäge! Es gab keine verklebten Stellen und alle Schrauben waren entweder mit einem TX10 oder TX20 Schraubendreher zu öffnen. Der Aufbau war logisch und konsequent und alle Einzelteile waren leicht zu demontieren. Außerdem gibt es eben eine Explosionszeichnung vom Hersteller und alle Einzelteile sind als Ersatzteile im Netz verfügbar. Ich will hier keine Werbung für den Hersteller machen aber das ist alles keine Selbstverständlichkeit! Ich finde es als ökobewusster Bastelfreak großartig wenn ich meine Geräte selbst reparieren kann. Früher war das selbstverständlicher. Man denke an alte Fahrzeuge wie dem Trabanten oder die Simson Krafträder aus Suhl. Hier war es außerordentlich gewünscht dass Eigentümer Hand anlegt und selbst repariert. Leider gehört es heute zum Geschäftskonzept vieler Hersteller ihre Geräte absichtlich vor einer Selbstreparatur zu schützen und Fallstricke einzubauen. So werden Bauteile in Kunstharz eingegossen, Verbindungsstellen verklebt oder Schrauben verwendet, die proprietäres Werkzeug erfordern.
Weiteres
Falls ihr euch eine neue Kettensäge anschaffen wollt, kann ich euch die Anschaffung einer Akku-Kettensäge nur wärmstens empfehlen! Sie macht weniger Krach, der Motor läuft nur auf Knopfdruck, sie macht keine Abgase und mit Bio-Pflanzenöl im Tank sinkt die Umweltbelastung weiter.
Dieser Artikel soll ausdrücklich keine Werbung für DEWALT sein und ich bin von niemanden für diesen Artikel vergütet worden! Ich übernehme auch keine Haftung für Schäden oder Verletzungen die durch eine Reparatur entstehen! Dieser Beitrag soll zur Selbsthilfe und zum Reparieren defekter Geräte dienen um damit ein Wegwerfen und Ressourcenverschwendung zu verhindern!
Hier ist der LINK zum einzigen Ersatzteillieferanten den ich im Netz gefunden habe (Keine Haftung für Links, kein Affiliate-Link!).
Wir haben uns eine bequeme Sitzbank rund um unsere Linde gebaut. Nun können wir im Sommer unter den schattigen Zweigen sitzen und das Summen der Bienen und Zwitschern der Vögel genießen…
Keep it simple
Ich wollte mit wenig Aufwand eine robuste und bequeme Bank um unsere Linde bauen die einen schönen Ruhepol in unserem Garten bietet und gleichzeitig ein echter Hingucker ist. Den Aufwand und die Kosten wollte ich bei den aktuellen Holzpreisen außerdem recht übersichtlich gestalten. Am meisten verunsichert hat mich dabei die Wahl meiner Holzversiegelung zum Wetterschutz und Witterungsschutz, nämlich keine! Stattdessen habe ich auf konstruktiven Holzschutz und die natürliche Vergrauung des eingesetzten Holzes gesetzt. Ein Grund dafür war, dass ich mit natürlichem Leinöl im freien keine guten Erfahrungen gemacht habe. Es hat sich fast überall wo ich es eingesetzt habe Schimmel auf Öl und Holz gebildet. Für den Innenbereich bleibt es mein Favorit, Außen hat es mich stark enttäuscht. Einen chemischen Holzschutz mit pilztötenden Mitteln oder die komplette Versiegelung des Holzes durch Hartwachs oder Lack kam für mich ebenfalls nicht in Frage. Also habe ich ein Experiment gestartet…
Natürlicher Holzschutz
Es gibt Holzbauten die mehrere tausend Jahre alt sind und viele Jahreszeiten schadlos überstanden haben. Das Prinzip die Lebenszeit von Holz durch das Verlangsamen der natürlichen Zersetzung zu verlängern sind dabei immer ähnlich: Durch konstruktiven Holzschutz wird eine rasche Trocknung des Holzes erreicht und durch natürliche Prozesse wird der Nährboden für Pilze und Flechten entzogen. Viele Hölzer haben dafür selbst Lösungen gefunden. Heimische Eiche ist besonders hart, Douglasie oder Bangkirai haben Inhaltsstoffe wie Terpene und Mykotoxine die für Pilze unverdaulich sind und Insektenfraß verhindern. Darüberhinaus hilft uns Energie. Zum einen wirkt die Sonne mit ihrem UV Licht auf das Holz und verursacht eine Vergrauung. Dabei werden Farbstoffe und Lignin zersetzt und es entstehen Schwefel- und Wasserstoffperoxidverbindungen die wiederum Bakterien und Pilze abschrecken. Zum anderen erzeugt das Abflammen von Hölzern einen wirksamen Witterungsschutz. Die ummantelnde Kohleschicht ist unattraktiv für Zersetzer und bietet keine Nährstoffe, ist aber widerum stark saugfähig weshalb ich dieses Verfahren nicht ohne eine Nachbehandlung empfehlen kann. Am wichtigsten bleibt also der Schutz vor Feuchtigkeit bzw. die Möglichkeit der schnellen Rücktrocknung.
Holzschutz durch Abflammen
Konstruktiver Holzschutz
Ich habe mich für unsere Baumbank für das Holz der Douglasie entschieden. Douglasie ist ein langsam wachsendes Nadelholz mit hohem Harzanteil und festerer Struktur als die der heimischen Nadelhölzer. Sicher ist sie der Lärche und dem Bangkirai unterlegen, aber letzten Endes entscheidet das Portemonaie mit. Meine Holzständer für die Bank haben keinen Kontakt zum Erdreich. Hier habe ich so genannte Opferscheiben untergelegt. Diese liegen selbst auf der feuchten Erde auf und werdensomit zwangsläufig in wenigen Jahren zersetzt und geopfert. Diese kann ich dann regelmäßig ausbessern und außerdem die Bank immer wieder neu in Waage bringen. Außerdem habe ich waagerechte Planflächen vermieden und diese mit einem Gefälle angelegt (mind. 3°) um einen erleichterten Wasserabfluss zu gewährleisten. Trotzdem wird es das eine oder andere Bohrloch oder Spalt geben wo sich das Wasser festsetzen wird und länger verweilt. Was das für Auswirkungen haben wird, weiß ich mit Sicherheit in ein paar Jahren. Mittlerweile ist die runde Baumbank aber bereits ein Jahr alt und hat den feuchten Herbst, den ebenfalls nasskalten Winter und den verregneten Frühling gut überstanden. Und das ohne eine Behandlung oder Versiegelung des Holzes.
Material und Kosten
Alle Materialien habe ich im hiesigen Baumarkt bekommen. Dort sind die Preise meist etwas höher, dafür bin ich flexibler beim Transport und unterstütze außerdem den lokalen Einzelhandel. Als Werkzeug kam eine Kreissäge, eine Kapp-Zug-und-Gährungssäge und ein Akkuschrauber zum Einsatz.
7x
gehobelte Balken mit 200 x 7 x 7 cm
ca 70€
12x
Dielen Douglasie
ca 60€
200x
Holzbauschrauben Torx 4x50mm
ca 20€
1x
Wasserdichter Holzleim
ca 10€
Drei der gehobelten Balken habe ich mit der Kreissäge halbiert um sie als Querstreben der Stützpfeiler zu verwenden. Von da an kam nur noch die Kappsäge zum Einsatz.
Die sechs Stützpfeiler der Baumbank
Ich hab mir einen Pfeiler als Stütze aufgebaut und diesen dann als Schablone für die Einstellung der Gährung benutzt und fünf weitere Pfeiler kreiert. Kompliziert wurde es dann mit dem Zuschneiden der Dielen für die Sitzfläche und die Rückenlehne. Hier habe ich alles um die Linde positioniert, den Innenradius gemessen, die ersten Dielen mit 30° Gährung zugesägt und angelegt. So habe ich mich Stück für Stück weitergehangelt bis die Bank fertig war. Verschnittstücke habe ich als Obferscheiben benutzt. Wer die Bank nachbauen möchte kann auch meine Bauanleitung als Video benutzen!
Bauherrende von Welt kennen das Problem: Überall Dreck und Staub und Abrisssplitter! Der Kiesel wird zum Berg und die Haufen häufen sich! Was tun!?
Nicht vor allzulanger Zeit haben wir unser altes Bad fragmentiert und die blaugetünchten Fliesen von der Wand gesprengt. Überwältigt von der Masse an Bauschutt und Abbruch, haben wir den alten Hühnerstall zur temporären Lagerstätte auserkoren. Monate später schien es schon fast so, als ob der Haufen Anstalten machte, für immer dort zu verweilen. Ähnlich verhielt es sich mit den alten Ziegelsteinen des Durchbruchs und der Beetbegrenzung. Sie ruhten gemächlich auf einer alten Palette und drohten Wurzeln zu schlagen! Und während wir mitten in der Badsanierungsteckten, brachen wir unser Grundprinzip, parallele Projekte zu vermeiden, und eröffneten eine neue Baustelle! Schließlich braucht der Kalkzementputz im Bad eine gewisse Zeit um abzutrocknen, ähnlich wie damals der Lehm. Diese Zeit will effizient genutzt und nicht vertrödelt sein!
3fach plunder
Ein neues Fundament für eine Kräuterspirale
Nach exorbitanter Wankelmütigkeit hatten wir uns endlich und final entschieden, an einem fest bestimmten Ort ein neues Fundament für unsere Kräuterspirale zu erschaffen. Wir folgten der Anleitung von Utopia und nutzten den Steinbedarfsrechner von mein-onlinerechner.com. Letzterer erwies sich als ziemlich überflüssig, weswegen wir den geplanten Bereich für die Kräuterschnecke mit rotem Garn „abstachen“ und größenmässig an unser Steindepot anpassten. Den Rasenboden ließen wir unangetastet und stapelten schlicht die Steine im Versatz auf mehrere Reihen, so dass wir am Ende auf ungefähr 80cm Höhe im Sternum der Schnecke kamen. Ein weiteres und wichtiges Kriterium für die gewählte Dimension war die Erreichbarkeit aller Ebenen: Ein Bandscheibenvorfall für die Hege und Pflege der obersten und innersten Kräuter der mediterranen Ebene wäre eindeutig kontraindiziert! Also widersprachen wir der vorgeschlagenen Mindestbreite von drei ganzen Metern und näherten uns einem Radius von einem Meter. Für den Standort ergaben sich weitere Herausforderungen: Die Kräuterspirale sollte möglichst nah am Haus gelegen sein, damit auch bei Regen die Lust der Ernte nicht verloren ginge Kräuter für die Lasagne zu ernten, gleichzeitig sollte eine gleichmäßige Sonneneinstrahlung von der Südseite ohne Schattenwurf des Hauses gewährleistet sein!
Erst die Mühe – dann der Lohn
Die Mauern der Kräuterspirale schufen unheimlich viel Platz. Eine sehr verstörende Vorstellung, dass etwas so Begrenzendes versteckte Horizonte eröffnen vermöge! Derweil fanden sechzehn Schubkarren Bauschutt eine neue Ruhestätte. Die Reste der Fliesen von Sauna und Bad wurden zerbrochen und in der letzten Ebene aufgetürmt, so dass zu allen Seiten drei einheitliche Steinreihen für den Erdaufwurf verbleiben sollten… Das Gebrochene – dass von A nach B gebracht wurde – nun von C zu D zu transferieren, hinterließ in einem kurzen Augenaufschlag einen schalen Beigeschmack der Übersättigung. Aber so ist es halt. Shit Consists und manchmal müssen sich Wege wiederholen und wir in unsere eigenen Fußstapfen treten, um zu lernen!
Die fünf Ebenen der dreifachen Mannigfaltigkeit
Einer Kräuterspirale wird gemein gesagt eine gewisse Allkönnerschaft zugeschrieben: Oben ruht der sandige Boden für mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano; danach folgen wasserhungrigere Gewüchse wie Basilikum, Minzen und Ampfer, abgelöst von den versoffenen Grünblättrigen wie Koriander, Petersilie und Lauch. Nun ist die These, dass diese Kräuterspirale in der Lage sei, diverse Klima- und Feuchtigkeitszonen zu immitieren, erstmal eine These. Meiner Auffassung nach würde ich eher davon ausgehen, dass Wasser ähnlich wie Elektrizität und Mensch dazu verleitet sind, den kürzesten Weg zu nehmen und nicht erst im Kreis zu laufen (Mensch schon, Wasser vielleicht eher nicht). Deswegen blieben wir nicht beim Ursprungsgedanken des Spiralenkonzeptes, sondern wagten dies einen Schritt weiter zu denken: Im unteren Sumpfbereich fanden wasserspeichernde Leichtbetonsteine ihren Platz, während oben nah der Sonne gebrannte Tonkeramik aufgebäumt wurde. Um dem Kreislauf der Zeit ( und des Wassers ) zu folgen, wurden keramisch-versiegelte Bauschütttrümmer schindelgleich angeordnet, um einen klaren linksdrall der betrunkenen Wassermassen zu erzeugen. Die letzen 15cm brachten wir unseren hauseigenen Humus aus, der viel fermentierten Hühnermist und verbrauchten Kaffeesatz enthält.
Nach wenigen Tagen kamen Zweifel auf, denn die frisch migrierten Pflanzen strauchelten. Doch wenige Tage später explodierte unsere kleine Oase und alle – wirklich alle Kräuter – scheinen überallemaßen zu florieren und sich zu entfalten! Wir kommen gar nicht mehr hinterher mit der Ernte, was ein wirkliches Novum ist! Früher tat mir jedes entnommene Blatt des Basilikums, jeder zierliche Zweig des Thymians um die Ernte leid. Heute esse ich Kräuter wieder täglich und mit gutem Gewissen. Ich wünschte ich hätte dieses Produkt früher entdeckt! Es hat mein Leben verändert (#Werbung 🙂 ). Dass Prinzip der Kräuterschnecke scheint tatsächlich zu funktionieren! Heute sehen wir die Kräuterspirale vor lauter Kräutern fast nicht mehr! Viel Spaß beim Nachbauen!
# Achso und übrigends: Bei dieser Angstrengung hat uns erneut meine (immernoch) kleine Schwester geholfen! Diesmal sollten ihre Mühen keine Makulatur sein!
# Wichtige Ergänzung: Wir müssen bei diesen Bedingungen noch immer mindestens alle drei Tage gießen, obwohl wir nachträglich mit Stroh gemulcht haben, was übrigens dringend empfohlen wird! Es senkt den Beikräuterdruck, speichert Feuchtigkeit und bietet wichtigen Organismen Unterschlupf! Denn Licht ist nicht alles: vielmehr geht es darum, dass sich im Boden möglichst schnell Lebewesen und Mikroorganismen ansiedeln, um Nährstoffe für die Kräuter bereitzustellen! Im Großen oder im Kleinen leben Kreisläufe vom Abfall und den Ausscheidungen anderer um neue Fundamente zu bauen!
Ein Insektenhotel bietet eine schöne Beobachtungsmöglichkeit, sofern sich die Zeit genommen wird, das Objekt regelmäßig zu Beobachten. Ansonsten ist das Ganze Unterfangen und die Auseinandersetzung damit wohl eher vergeudete Liebesmüh‘. Künstlich hergestellte Nist- und Überwinterungsplätze für Insekten bieten nämlich einige Fallstricke und sind nicht per sesinnvoll. Das Problem beschreiben wir hier!
Die Branche boomt – Insektenhotels sprießen wie Pilze aus dem Boden! Viele zukünftige Hoteliers kaufen sich ein Renditeobjekt im Baumarkt. Manche benutzen es als Lernort, stilisieren sie als Archen bedrohter Arten! Oft ist es als Kompensation eines versiegelten Gartens zu sehen. Wenn das Spießertum die Wiese zum Rasen oder Schotterklunker umfunktioniert und allen Wildwuchs und Beikraut im Keim erstickt, Blüten und Fruchtfolgen zerstören, dann kann das Anlegen eines Quadratmetergroßen Hotels für die Sechsbeiner kurzfristig das Gewissen beruhigen. Es müssen aber grundsätzlich weitreichende Maßnahmen zum Schutz von Insekten umgesetzt werden! Dazu gehören umfangreiche Pestizidverbote! Und Mut zur Passivität: Totholz, Abgestorbene Pflanzen, Steine, all dies bietet viel mehr Platz für Sechsbeiner_Innen. Oder mal im Mai aufs Rasenmähen verzichten! Wer trotz alledem so ein Ding bauen will, der folge bitte dieser Anleitung! Denn wer will schon eine eigene Kampfarena im Garten, in der sich Fressfeinde und Gegenspieler bekriegen und aufressen, in der Truckervögel zum Schnellimbiss vorbeuschauen und sich den Bauch vollschlagen… So etwas gibt es nur im Wilden Westen der Natur. Wir wollen eine geordnete und moralisch vollkommen korrekte und instinktbefreite Natur! Spaß beiseite, aber Aufbau, Standort und Beschaffenheit der verwendeten Materialien können über Leben und Tod entscheiden… (Drama off)
Warum ein Insektenhotel bauen?
Ich fand die Vorstellung, verschiedenen Insektenarten ein Zuhause bieten zu können, zuerst sehr romantisch! Da ich tendiere mich selbst übersorglich zu beobachten, entspannt mich die Extrospektive. Ich bin also ein Naturbursche und lasse mich gerne von Mücken auffressen, während ich stundenlang gelangweilt am Teich verharre und auf Sensationen warte. Als Gärtner interessieren mich aber auch die Aspekte der biologischen Schädlingsbekämpfung! Wer strikt auf Pestizide verzichtet, wird bestimmt schon mal mit der ärgerlichen Situation eines geräuberten Beetes konfrontiert gewesen sein! Also warum nicht ein paar von den Guten ansiedeln, um gegen die Imperialen Streitkräfte aufzugebehren…
Die richtige Planung
Letztes Jahr habe ich im Schrebergarten ein Insektenhotel aus Sperrmüll gezimmert und alles reingehauen, was ich so finden konnte. Von Tannenzapfen, Holzscheiten, Schilfrohren und Stroh über alte Mauersteine bis hin zu verlassenen Schneckenhäusern. Dann passierte monatelang nichts! Einzig eine Kreuzspinne spann ihr Netz über die Pfade der Ameisenpatrouille. Tatendrang vs. KnowHow 0:1. Als ich in meiner Heimat zu Besuch war, besuchte ich das Lebendige Bienenmuseum und unterhielt mich mit Joachim Flügel über mein gescheitertes Investment. Als Biologe erforscht er seit Jahren Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Insekten, Schäd- und Nützlingen und gab mir ein paar essentielle Tipps. Der erste davon war, das Hotel Richtung Süden auszurichten. Und siehe da: Innerhalb von 15 Minuten zogen die ersten Wildbienen ein! Es braucht also etwas an Planung und KnowHow! Joachim ist leider Ende 2019 verstorben. Ich bin sehr dankbar, dass ich Joachim kennenlernen durfte!
Florfliegenkasten (links) und Schmetterlingskasten (rechts)
Wer soll einziehen
Der perfekte Gast stellt wenig Ansprüche an die Unterkunft, hat großen Appetit und hält sich an die vorgegebene Speisekarte! Auch ansonsten ist er friedvoll und stiftet keine weitere Unruhe im Garten! Hier gibt es unsere Speisekarte:
à la carte
Gast
Zimmer
Weiße Fliege auf Kohl dazu Zweierlei aus Raupe und Motte an grünem Blattwerk
Schlupfwespe
Holzstücke mit Bohrungen
Blatt-, Schmier- und Wolllaus-Triade auf regionaler Obstfrucht
Flor- und Schwebfliege
Wildblüten vor der Tür; Weizenstroh und Tonkasten im Wohnbereich
Das Obrige gepaart mit frischem Gemüse
Marienkäfer und Ohrenkneifer
Weizenstroh und Tonkasten im Wohnbereich
Spinnmilbe unter 42 Triebspitzen von Allem
Raubmilbe
Sauna mit Aufguss und Birkenquast; Filzbett im Schlafzimmer
Dessert aus Blütenstaub und Süßnecktar
Wildbienen und Hummeln
Wildblüten vor der Tür; Holzstücke mit Bohrungen
Ansonsten gibt es noch weitere Beherbergungen für speziellere Ansprüche wie das Hornissenhotel, die Hummelbox und die Marienkäferpension!
Aufbau und Materialien des Insektenhotels
Für die Materialien zuerst das Verbotene im weniger romantischen Sinne:
Lochsteine (Lücken zu groß als Versteck, höchstens als Raumteiler)
Tannen- oder Kieferzapfen (Würdest du dich darin verstecken?)
OSB oder Schichtholz (scharfe Kanten verletzen die Flügel beim rein- und rauskriechen)
Stirnseitig gebohrte Holzscheite oder Äste (Rissbildung, Wasserschaden, Schimmel, Kindstod)
Generell gilt es darauf zu achten, Bohrungen sehr genau und gleichmäßig zu vollführen und Materialien zu verwenden, die ein gutes Versteck, Feuchtigkeit- und Frostschutz bieten können.
Der richtige Standort
Ein Insektenhotel sollte an einem warmen, trockenen und windgeschützten Ort stehen. In unserem Fall half es besonders, dass Insektenhotel Richtung Süden auszurichten und freien Blick gen Osten zu haben. So wird der Standort bereits am Morgen von der Sonne beschienen und wärmt sich schnell auf. Wärme und Licht sind wie für uns Menschen auch für unsere sechsbeinigen Gäste absolute Wohlfühlgaranten! Wichtiger wird das umso mehr im Winter, denn das Insektenhotel muss draußen bleiben, damit die überwinternden Tiere und Larven nicht gestört werden! Der Bau an einen Baum oder zu einer Rückwand garantiert auch zur kältesten Jahreszeit etwas Schutz vor der Witterung.
Mamas Worte zum Abschluss
Der ökologische Nutzen eines Insektenhotels ist umstritten! Einige wenige Arten, die keiner besonderen Förderung bedürfen, könnten gefördert werden
Bei ungenauer Planung oder Pauschalreisen werden oftmals Gegenspieler und Fressfeinde gepusht
Eine ausbleibende Pflege erzeugt einen Lebensraum für Milben und andere Schädlinge
Der gedankenlose Einsatz fragwürdiger Materialien schädigt Tier und irgendwann auch Mensch
Ihr habt sicher schon mitbekommen das wir Hühner haben. Sie sind zumindest auf Instagram allgegenwärtig und schon richtige kleine Stars geworden. Mittlerweile haben sie die Herzen unserer 1000 Follower im Sturm erobert! Ganz besonders angetan von unseren Velociraptoren ist die Grafikdesignerin Anne Braun aus Potsdam, die sogar eine wunderschöne Postkarte für uns entworfen hat! Und wir haben ja auch schon eine sehr ausführliche Videodokumentation gemacht und unseren Hühnern eine gesamte Podcast-Folge gewidmet.
Artgerechte Haltung – lieber bissl größer
Wir haben uns relativ schnell für unsere Mechelner entschieden. Bei unseren Recherchen stellten sie sich als perfekte Rasse heraus. Aber wir haben nicht nur in Richtung Hühner recherchiert sondern auch mit Wachteln und Strausen geliebäugelt. Was uns immer wieder irritiert hat, waren die Angaben zum Platzbedarf um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. So sollte man 9 Wachteln auf einem Quadratmeter halten. Und für Hühner gab es ähnliche Platzangaben, die uns allesamt viel zu unterdimensioniert vorkammen. Damit es unseren Hühnern eben besonders gut ging, haben wir sie im alten Ziegenstall untergebracht der locker 25m² groß ist. Das wir ihnen damit keinen Gefallen getan haben, merkten wir relativ schnell! Und so sind wir als junge Hühnereltern einem Irrglauben erlegen, dessen Ursache in der Projektion unserer eigenen Komfortbedürfnisse auf die der Tiere begründet ist. Und das sollte uns nicht nur einmal passieren! Hühner sind sehr soziale Tiere und ursprünglich in Asien heimisch, wo sie im Unterholz leben. Sie möchten es daher sehr kuschelig haben und schätzen große Räume nicht. Das kann man auch beobachten, wenn sie über unser Grundstück wandern: Meist bleiben sie in kleinen Gruppen zusammen und schlängeln sich an den Grundstücksgrenzen oder Hecken entlang. Auf weiter Flur lauert in der Regel der Feind – ein Greifvogel. Da findet sich aber ebenfalls weniger Futter als im Dickicht und Schatten, wo die Würmer und Käfer an die Oberfläche kommen. Im überdimensionierten Hühnerstall konnten sie sich nicht entscheiden, auf welchen Stangen sie schlafen sollten und verkrochen sich auch hier bei nachts in irgendwelche Ecken, schlufen auf der Futterbox oder im Legenest und kamen nie wirklich zur Ruhe. Unerfahren wie wir waren, dachten wir, es läge vielleicht auch an sozialen Konflikten innerhalb der Horde. Wir stellten die Stangen mehrfach um aber es stellte sich keine Besserung ein. Nun sind die Hühner in den 6m² großen Stall gezogen, fühlen sich pudelwohl und schlafen alle gemeinsam dicht aneinander gekuschelt auf den Stangen!
Huhn und Klima
Ein weiterer Irrglaube war, dass es nichts Schlimmeres für Hühner gäbe als Kälte. Schließlich können wir als Menschen auch nur sehr schlecht mit Kälte umgehen und frieren sehr schnell. Bei Hühnern ist das anders: sie sind robust gegen Kälte, schützen sogar ihren Kamm vor dem Erfrieren, aber Hitze verlangt ihnen Einiges ab! Das ist ein weiterer Vorteil des neuen Stalls: Dieser bleibt im Hochsommer dauerhaft kühl und erst bei Nacht geben die Wände allmählich die gespeicherte Wärme zurück, ohne die Hühner zu überfordern. Im Winter wird dann der Wallnussbaum über dem Stall keine Blätter mehr haben, das Gemäuer wird sich schneller erwärmen und im Inneren für Temperaturen über Null garantieren. Das Trinkwasser darf nicht einfrieren! Das ist zu beachten.
Kalken 2.0
Den neuen Stall haben wir auch wie gewohnt abgeflammt und anschließend gekalkt. In meinen Recherchen bin ich auf eine alte Weißelspritze gestoßen, die man früher für das Kalken der Ställe benutzt hat. Und tatsächlich gibt es heute für nicht mal 30€ eine Adaption für den Luftdruckkompressor! Quast war gestern – Weißelspritze Rulez! Innerhalb von 30 Minuten war der gesamte Stall gekalkt und der Auftrag der Kalktünche ist so wunderbar gleichmäßig, dass wir fast selbst in den Hühnerstall eingezogen wären ;-).
Zuwachs
Ein weiterer Grund für den Umzug waren aber auch unsere neuen Mitbewohner! Wir haben von einem Arbeitskollegen ein Laufenten-Pärchen geschenkt bekommen! Paul und Paula machen nun den Teich unsicher, gehen der Entengrütze an den Kragen und haben mittlerweile auch unsere Hühner im Griff. Selbst Matthias der stolzeste aller Hähne flüchtet vor dem brunftigem Erpel. Paul hat die Hosen an! Wir wollten die Enten gemeinsam mit den Hühnern unterbringen, ihnen aber trotzdem Privatsphäre ermöglichen. Sie haben jetzt ein eigenes Abteil mit Durchblick in den Hühnerstall und können sich so auch bei Nacht erstmal etwas beschnuppern, profitieren dann aber wiederum im Winter von den kleinen Heizkörpern im Nachbarabteil!
Zucchini hat gerade Saison und da mir das Gemüse relativ schnell über wird, habe ich mal ein neues und sehr simples Rezept ausprobiert, um dem Gemüse neuen Reiz einzuverleiben!
Das braucht ihr an Zutaten für zwei Personen
Eine Zucchini
Ungefähr die gleiche Menge Möhren
2 Bio Freilandeier oder aus dem eigenen Stall 😉
4 EL Semmelbrösel
4 EL Mehl
1 EL Salz, Pfeffer und Gewürze nach Geschmack
Etwas Pflanzenöl zum Braten
Eine Schälchen Joghurt
Frische Gartenkräuter
1 EL Leinöl
Zuerst werden Zucchini und Möhren geraspelt und mit dem Salz vermengt, damit diese Wasser ziehen. Nach 10 Minuten werden diese dann mit einem Baumwolltuch ausgerungen. Den Gemüsesaft kann man übrigens auch trinken. Ist sehr lecker und sicher gesund. Dann werden die zwei Eier untergerührt und die Semmelbrösel hinzugegeben. Diese nehmen nochmal extra Wasser auf. Zum Schluss kommt das Mehl und Gewürze nach Geschmack.
Dann erhitze ich die Pfanne bis das Pflanzenöl heiß ist und gebe die Puffer in die Pfanne, tue einen Deckel drauf und reduziere die Hitze sofort auf die niedrigste Stufe, damit die Puffer für 10 Minuten „backen“ können ohne anzubrennen. Nun bereite ich einen Dipp aus Joghurt, frischen Gartenkräutern, Meersalz, Pfeffer und einem Schuss Leinöl. Dann kommt der Deckel runter und die Hitze wird wieder hochgefahren um die Puffer von beiden Seiten knusprig anzubraten. Fertig!
Hier ist auch ein kleines Video der Zubereitung für euch! Schmecken lassen!
Am 06. Juni 2018 schlüpften unsere ersten kleinen Picklinsen. Keine acht Monate später schenken uns die süßen Kalkbeine das allererste Ei! Leider war es zerbrochen. Aber es sollte nicht das letzte Freilandei aus biologischer Eigenhaltung sein, das wir uns schmecken lassen werden sollten 🙂
13.01.’19 – 7 Monate und 7 Tage nach dem Schlupf
Wie jeden Sonntag im Januar begab ich mich gegen 16:00 kurz vor der Dämmerung Richtung Hühnergehege, um unsere Velocyraptoren in den Stall zu bringen. Auf dem Weg vernahm ich eine der Hennen in heller Aufruhr. Als ich das Tor zum Gehege öffnete, kam mir die Nachbarskatze mit einem riesen Satz aus dem Stall entgegengesprungen und türmte über den Wallnussbaum. Ich befürchtete Schlimmstes, auch wenn die beiden Parteien bisher friedlich koexistierten. Glücklicherweise war nichts weiter Tragisches geschehen, außer dass Helene ihr erstes Ei verlor und verdutzt dreinschaute, weil dieses auf dem Steinboden zerschlugen war. Da standen wir beiden ziemlich verdottert da – gepeitscht von begeisternder Ernüchterung.
20.01.’19 – 7 Monate und 14 Tage nach dem Schlupf
Helene hat ein zweites Ei gelegt. Und es ward wieder zerbrochen. Dann legte sie ein drittes, direkt in meine Hand. Sie kam zu mir an die Haustür gerannt und war ganz unruhig. Ich bin ihr in den Stall gefolgt, sie hockte sich plötzlich vor mich hin und aus ihrem Hinterteil flutschte ein warmes, schleimiges und dampfendes Ei, das ich gerade noch auffangen konnte, bevor dies auf dem Boden zerschellen konnte. Das war am Freitag und unser erstes Frühstücksei war gesichert. Es hatte eine etwas eigenwillige Form, langgezogen wie der Eierkopf eines Säuglings nach einer schweren Geburt. Am Samstag schaffte sie es dann, ihr erstes Ei ins warme Legenest zu befördern. So waren unsere ersten beiden Frühstückseier gesichert.
Die Zeremonie
Es gibt für alles eine App. Auch zum Eierkochen. Sie bestimmt den Luftdruck und die Höhe über dem Meeresspiegel anhand von Geodaten. Zusätzlich gibt man die Größe der Eier und die Lagerungstemperatur an. So wird die exakte Kochzeit für ein perfektes mittelhartes Ei berechnet. Drei Minuten und 24 Sekunden. So klein sind die ersten beiden Eier. Man lässt sie vorsichtig ins kochende Wasser und hofft, dass sie nicht platzen. Es funktioniert. Die Eier sind perfekt! Und sie haben eine Farbe – ein Orange, dass wir bis dato noch nicht kannten. RAL-PerfectOrange oder so… 200 von diesen wunderbaren Eiern wird Helene jetzt im Jahr für uns produzieren. Tag für Tag und Woche für Woche. Das ist sowas von faszinierend! Und es erfüllt uns mit Erfurcht. Gleichzeitig beginnen wir zu verstehen, dass dieses Produkt ein Produkt dieses Tieres und seiner Ernährung und Haltung ist. Ingmar das Hofhuhn hat in seinem Podcast gesagt, dass er keine Eier außer die eigenen mehr isst. Wir verstehen das. Vollkommen.
Die Dokumentation
Wir haben alles dokumentiert. Vom Beschaffen der ersten Bruteier über den Schlupf bis zum ersten Ei und der ersten Schlachtung. Für uns und für euch. Wir freuen uns über Feedback. Viel Spaß beim Zuschauen…
Wie könnte ein smarter und automatisierter Hühnerstall aussehen? Wir wollen im Sommer ein OpenSpace/Hackathon auf unserem Hof veranstalten und so ein Smart Chicken Home entwickeln! Dazu möchten wir alle Interessenten einladen, sich an der Planung und Umsetzung zu beteiligen!
Ausgangssituation
Als leidenschaftlicher Bastler und Hühnerbesitzer habe ich über die technische Optimierung unseres Alltags als Hühnerhalter nachgedacht. Gemeinsam als Paar auf unserem Hof kümmern wir uns sehr hingebungsvoll um unsere kleinen, geliebten, zweibeinigen Mitbewohner. Jedoch kommt es je nach Jahreszeit und Lebenssituation (und Lebenssituation der Eltern) zu gewissen Engpässen und es wird zuweilen zu einer wahren Herausforderung, die Bedürfnisse unserer kleinen Velocyraptoren zeitnah und stets kontinuierlich zu befriedigen! Diese Herausforderungen könnten jedoch durch eine Automatisierung im Hühnerstall abgewiegelt werden! Da ich wie gesagt gerne bastle (auf dem Niveau eines Feinstaubsensors) und wir die Digitalisierung des ländlichen Raums (räusper) voranbringen und unseren Hof mit kreativen Köpfen beleben möchten, kam die Idee ein Barcamp zum Thema Hühnerstallautomatisierung zu veranstalten und daraus ein spannendes, kreatives und lehrreiches Wochenende auszugestalten!
Herausforderung 1: Schließzeiten des Hühnerstalls
Es gibt eine Sperrstunde im Hühnerstall! Denn der Hühnerstall ist durch eine vertikale Hühnerklappe gesichert. Das verhindert ein Auskühlen bei Nacht und schützt gleichzeitig vor nächtlichen Streunern und Räubern wie Madern, Füchsen und Werwölfen! Wird es dunkel, ziehen sich die kleinen Picklinsen vollautomatisch in den Stall zurück. Doch im Winter dauert es manchmal noch einige Stunden, bis wir von der Arbeit nach Hause kommen und die Klappe schließen können. Somit sind unsere gefiederten Freunde für einige Stunden den blutrünstigen Predatoren der prandenburgischen Prärie ausgeliefert! Im Sommer dreht sich das Problem Kopf: Hier möchten wir an den Wochenenden etwas länger schlafen als unsere kleinen Rabauken dies gedenken zu tun! Dann scharren diese mit den Hufen und werden nervös und unruhig, weil draußen vor der Tür der Bär steppt und wir noch tief in den Federn ihrer verstorbenen gefiederten Artgenossen im Federbett versunken vor uns hin dösen. In beiden Fällen könnte hier eine automatische Hühnerklappe diverser Hersteller Abhilfe schaffen. Diese sind uns aber schlichtweg zu teuer und nicht modular erweiterbar! Daher interessiert uns der Eigenbau!
Herausforderung 2: Wieder der widrige Winter
Jahn Snow steppt durch den „Snow“ als Angry Pixie
Neben dem besagten Problem mit der Schließung des Stalls durch die Hühnerklappe gesellen sich zu den witterungsspezifischen Widrigkeiten des Winters ein Licht- und Temperaturmangel hinzu. Denn trotz des Klimawandels, haben wir seit einigen Tagen mit Minusgraden einstellig unter null zu kämpfen. Das ist für Hühner kein wirkliches Manko. Jedoch gefriert das Wasser in den Tränken und mangelndes Licht verkürzt den Zyklus der Futteraufnahme. Dies wiederum fördert den Abbau von Körpermasse, da die Tiere auf Grund des Wasserengpasses auf Trockenfutter verzichten. Eine Beleuchtung ist durch Zeitschaltuhren einfach zu realisieren, ist dann allerdings nicht dimmbar. Und die Tränkewärmer verbrauchen durchgängig Strom, denn uns ist noch kein Produkt in die Hände gefallen, das temperaturabhängig funktioniert. Warum also nicht Relais-gesteurte Steckdosen ansteuern, die je nach Sonnenzyklus und Innenraumtemperatur diverse Steckdosen mit Dimmern und Heizplatten ansteuern!? Das wäre sowas von Smart, oder nicht!?
Herausforderung 3: Niemand will etwas verpassen – alle wollen die Kontrolle!
Jo isso! Oder etwa nicht? Stell dir vor du könntest von sonstwo mit deinem Smartphone ein Webinterface öffnen und direkt in deinen Stall gucken? Du könntest direkt sehen, wieviel Wasser noch in den Tränken ist, und welches Huhn sich gerade innerhalb oder außerhalb des Stalls befindet! Optional könnte ein Kameramodul und ein Bewässerungssensor Auskunft über diese Informationen geben. Denn Hühner sind Tiere, die man durchaus mal für ein paar Tage alleine lassen kann, sofern sie genug Futtermittel in den Spendern und Wasser in den Tränken haben. Gäbe es ein außerordentliches Ereignis, das eine Warnung verursachte, könnte man die Nachbarn aktivieren, nach den Tieren zu schauen und zu intervenieren. Denn sind wir mal ehrlich – wir alle brauchen mal Urlaub. Und dieser sollte nicht zu lasten unserer Tiere gehen – Hühnerwohlgefährdung kann durch ein „Smart Chicken Home“ vollkommen ausgeschlossen werden!
Umsetzung, OpenSpace, Barcamp, Hackathon!?
Gemeinsam mit technikaffinen Makern möchten wir auf unserem Hofe im Sommer ein Hackathon – Wochenende veranstalten. Diese Maker würden wir gerne über Crowdfunding finanzieren und ihnen ein reguläres Dozent_Innengehalt zukommen lassen. Interessierte Hühnerfans sollen über eine Teilnahmegebühr verpflegt und untergebracht werden und somit ihre eigenen Anforderungen und Ideen einbringen können. Das Event soll videografisch festgehalten und anschließend auf unserem Blog dokumentiert werden. Wir werden nicht 24 Stunden Programmieren und Basteln sondern abends am Feuer zusammen sitzen, Brainstormen, uns austauschen und Ideen spinnen! Die Softwarekomponenten unserer Ergebnisse sollen unter einer OpenSource ähnlichen Lizenz auf Github veröffentlicht, etwaige physikalische Bauteile als STL-Dateien für den 3D-Druck verfübar oder über diverse Platformen bestellbar sein. Die sonstige Hardware soll als Einkaufsliste bei diversen, ethisch-vertretbaren Online-Händlern – zum Bezug verfügbar sein. Grundsätzlich gilt also, das ein Nachbau so einfach wie möglich realisierbar wird – ohne das Lötkenntnisse vorrausgesetzt sind!?
Mitmachen!
Bitte schreibt uns unter unserer Kontaktseite! Wir planen eine eigene Unterseite auf unserer Webseite um das ganze Projekt umzusetzen und zu planen! Habt ihr Ideen oder Anregungen, dann schreibt uns bitte gerne! Es soll ein Community-Projekt werden, das wir initieren und koordinieren bzw. unsere Räume zur Verfügung stellen! Wir sind daher für jedwede Anregungen dankbar! Besonders im Hinblick auf Dozent_Innen bzw. Entwicklern, die für die technische Implementierung und Umsetzung federführend werden! Let’s MAKE it happen!
Lose Hirnstürme als Vorüberlegungen
Stromversorgung 12V / Solar / Bleiakku / Lichtstrom
Arduino Relais – Schrittmotoren – Sensorik
Raspberry Pi – IR Sensor, Kamera, WLAN-Modul
DynDNS – Lynx – Webinterface html5
GSM-Modul – Fallback – Reliability
Shields (ENV) mit Feuchtigkeitssensor, Lichtsensor, Temperatursensor
Lichtpilze – was ein verheißungsvoller Name, nicht war? Hinter Lichtpilzen verbergen sich allerdings keine hochpotenten Magic Mushrooms, sondern schlichtweg mit Vitamin D angereicherte Speisepilze!
Der Winter ist da
Es ist jetzt genau wieder diese Jahreszeit wo man von allen Seiten genervt wird: Es ist Winter, dunkel und (endlich) auch etwas kalt. Die Dunkelheit schlägt aufs Gemüt. Antrieb und Motivation lassen nach. Das Immunsystem hat zu tun und der ein oder andere Infekt sucht uns heim. Vielleicht stellt sich auch ein leichter Winterblues ein. Eigentlich sind das alles vollkommen natürliche Prozesse und man täte gut daran ein paar Gänge zurückzuschalten – nicht umsonst spricht man im Winter von Einkehr und Entschleunigung. Doch die Industrie hat erkannt, wie gut sich das alles problematisieren lässt und bietet gleich für teures Geld die passenden Lösungen: Supplemente, Nahrungsergänzungsmittel, Immunbooster, Vitaminpräparate, etc.. Ist also gerade die erste Erkältungswelle durch und die Neujahrs-Diät mehr oder weniger erfolgreich verlaufen, muss ein neues Produkt zur Vermarktung angepriesen werden: Vitamin D hochdosiert als Tabletten oder Tröpfchen!
Cholecalciferol
Dem Vitamin D Mangel werden eine ganze Menge an Symptomen angedichtet. Hierbei fällt auch der Begriff des „Glücksvitamins“, dass Gute Laune macht und vitalisiert. Wissenschaftlich bis zum heutigen Tage wirklich nachgewiesen ist fast ausschließlich der negative Einfluss auf die Calciumverwertung im Körper. So kann ein nachgewiesener Mangel an Vitamin D die Knochenbildung stören. Betroffen sind davon meist Kinder oder Ältere Menschen, weswegen sich die Gerontologie intensiv damit befasst. Aber natürlich gibt es auch einige Erkrankungen die eine erhöhten Bedarf mit sich bringen (Tuberkulose, Sarkoidose, Menschen die auf Protonenpumpenhemmer angewiesen sind). Gebildet wird das Vitamin in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne und somit ausschließlich im Sommer wenn die Sonne im entsprechenden Winkel zur Atmosphäre steht und die UVB-Strahlung von uns reflektiert werden kann. Das Depot wird also aufgeladen und im Winter verbraucht. Ein Drittel nehmen wir aber auch über die Nahrung auf. Vitamin D kommt in Fettfischen (schlecht, da belastet mit Schwermetallen und bedroht durch Überfischung), Eier, (Mutter-) Milchprodukten und in PILZEN vor! Diese Pilze sind aber ebenfalls auf eine UVB-Exposition angewiesen! Wer also auf Vitamin D angewiesen ist oder vom Placebo-Effekt profitieren möchte, der braucht nicht tief in die Tasche greifen, sondern kann sich mit wenig Geld eine eigene Vitamin D Farm bauen!
Vitamin D selber herstellen – Vitamin D Farming!
Schwuppdiwuppdie ist die Küchenablage nach dem Einkauf von Speisepilzen mit Hilfe einer LED-Pflanzenlampe in eine Lichtpilzfarm umgebaut… 😉
Ich bin beim Zappen auf einen ARD-Beitrag gestoßen der sich mit dem Thema Lichtpilze beschäftigt. Dort geht es um den Edelpilzzüchter Heinrich Rühl aus Hessen der auf die Idee gekommen ist, seine Kräutersaitlinge nach der Ernte für wenige Minuten mit UVB zu bestrahlen. Dadurch werden die Pilze exorbitant mit Vitamin D angereichert. Inzwischen hat Kaufland sogar das Konzept übernommen und bestrahlt bestimmte Champignon-Sorten mit Kunstlicht. Stiftung Warentestattestierte jüngst die Wirksamkeit und Mehrwert. Es funktioniert also tatsächlich! Aber ist es sinnvoll jedes Mal 50 Cent mehr für 200g Pilze hinzublättern? Da wir selber im Besitz einer LED-Pflanzenlampe sind die alle relevanten Lichtwellen absondert (460-630nm rot bis blau, ultraviolett und infrarot), benutzen wir diese jetzt einfach kurzzeitig für die Vitamin D Produktion und reichern unsere Speisepilze für fünf Minuten selbst an. Das kostet uns bei 8 Watt ganze 0,017 Cent. Im Sommer reicht es auch die Pilze für fünf Minuten ins Sonnenlicht zu legen.
Quellen, Hinweise und Links
Da es sich bei diesem Artikel um ein Gesundheitsthema handelt noch ein paar Hinweise zum Schluss: Ich habe den Beitrag bewusst mit ein paar ironischen Einlagen gewürzt. Ich bin kein Mediziner und somit auch kein Experte auf dem Gebiet. Meine Schilderungen sollen lediglich als Anregung dienen und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Ich recherchiere sorgsam wenn ich mit Daten und Fakten um mich werfe, bin aber trotzdem auch kein Experte auf diesen Gebieten. Meine Quellen sind keine flachen Google-Suchergebnisse sondern ich beziehe mich auf wissenschaftliche Publikationen! Hier meine Quellen zum Weiterlesen: