Schlagwort: Renovierung

  • Meilenstein

    Meilenstein

    Was lange währt, wird endlich gut! Die Gästewohnung – ein Palast der Träume – ein zukünftiges Kinderzimmer – elementarisiert sich aus den Nibelungen…

    Zwei Wochen nach Erstbezug ist die Ferienwohnung fertig. WirZiehenEinUndEntfaltenUns
    Küche und Bad im Provisorium – wir haben es schön kuschlig und schwärmen aus!
    Von hier aus bezwingen wir den Rest unserer Festung! Das war der Plan – ein kühner Plan
    Ein Kompromiss zwischen Machbarkeit und Erträglichkeit. Optimalerweise hätte man erst renoviert und dann transferiert. Aber wir hatten die Kohle nicht. Und keinen Bock auf wochenlanges Gependele. So kam alles ganz anders. Jetzt sind wir schlauer und können uns davon was kaufen!

    „Hey guck mal die Holzvertäfelung! Reißt die mal ab! Sieht scheiße aus!“Die Umzugshelfenden 🙂

    Gesagt Getan! Denn wir wussten bis dato nicht, dass wir am offenen Milchzahn operieren würden und die Decke am seidenen Faden hing! Und dann stürzte die Decke ab! Die Balken darunter waren morsch und die Situation löste eine Kettenreaktion mit folgenschweren Folgen aus, die folglich nicht folgenlos blieben.
    In den Hohlräumen der Verkleidung entdeckten wir das ein oder andere Mäusenest. Doch das monatelange Warten auf einen Zimmermann und der damit einhergehende Baustopp sollten sich als die eigentlichen Probleme unserer Situation herauskristallisieren! Trotzdem bereuen wir es heute keinesfalls die strittigen Bereiche angegangen zu sein und den Teppich angehoben zu haben, um nachzuschauen, was sich wohl darunter für ein Desaster verbergen möge! Denn auf lange Sicht werden wir um Vieles glücklicher sein! Und schon jetzt sind wir auf das Ergebnis außerordentlich stolz!

    Status Quo Ante

    Rote Kunststofftapeten und grauer Teppich – von Holzvertäfelung kaschiert – mit Charme der Skihütten aus den 90er Jahren, als Guano Apes noch populär waren – nebst marmorösen Türverklebungen mit asiatischem Vogelmotiv unter torkelnden Decken, die einzubrechen drohen: Mehr Flair geht kaum! Willkommen in unserer Ferienwohnung! Dies soll sie der nächsten Dekade dienen, bis diese schlussendlich als Kinderzimmer abgelöst werden sein wird, was sie nach Aussage unserer Vorbesitzer zum Status Quo Ante bereits gewesen sein soll…

    Ein schöner Dielenboden im Eingangsbereich mit Ochsenblut getränkt, darunter schöne Schwarzkieferdiele! Leider nein – es sind die Reste eines Jahrhunderte-andauernden Fressgelages ungeliebter Holzgewürmer! Dies offenbart sich nach tagelanger Fleißarbeit, nach frustreichen Prozessen des Lacks mit Heizpistole Abtragens und anschließend mit externem Profiwerkzeug unter enormen und finanziell exorbitanten Schleifpapier-verbrauchenden Bedingungen, als erste Ernüchterung dieses schweißtreibenden „Projektes“!

    Nach dem Abriss der verkleidenden Vertafelung im Durchgang stellte sich heraus, dass die vertafelte Verkleidung im Durchgang nicht nur eine Vertafelung sondern ebenfalls eine Arkologie der Mäusezucht darstellte! Gleichzeitig verbüßten diese Prachtbauten ihre letzten Stunden als Grundfesten und Säulen der Erde – zumindest auf unseren 30 Quadratmetern – und so begab es sich zu dieser Zeit – im Status Quo Ante – dass uns die Decke entgegeneifern sollte und unsere anfänglichen Hoffnungen für ein schnelles Herrschertum über einen partiellen Bereich eines wankelmütigen Geboidessich über uns begraben sollte!

    Resiliente

    Natürlich ließen wir uns nach den ersten Metern nicht unterkriegen und haben einzig und allein auf Grund unserer Weisheit externe Hilfe in Anspruch genommen! Und auch von einer monatelangen Wartezeit, unverbindlicher Zusagen vermeintlicher Freunde und witterungsbedingten Unzulänglichkeiten haben wir uns ebenso wenig verschrecken lassen wie von so manch anderen bösen Überraschungen!

    Wir fochten diesen Krieg weiter ins Ziel. Das ist doch wohl klar. Und so sägten, bohrten und schraubten wir, so flexten, ausbesserten und schoben wir die Dinge, bis sie unseren Vorstellungen entsprachen! Wir brachen ab, wir rissen ein, holten die gesamte Decke runter und machten alles neu. Und dann wurde alles neu angestrichen! Alles neu ausgebessert. Und alles hat nun Substanz…
    Das alte Fachwerk wurde bebeilt, mit Hartwachsöl getränkt, ebonisiert und somit versiegelt. Der alte Betonboden wurde glattgespachtelt, mit Hanffilz als Trittschalldämmung belegt und mit Green Vinyl laminiert. Die alten Landhausdielen wurden mit Bernsteinhartwachs übertränkt und glattpoliert. Hiddenseer Bernsteinlack benetzt auch die Scheuerleisten, die sich hier im Element wiederfinden.
    Derweil warteten wir auf die Gewerke. Schafften so viel wir konnten. Versuchten die Lücken optimal auszufüllen. Arbeiten vor, zu, und nach. Je nach dem was gerade anstund! Und das schönstere daran: wir waren nicht allein! Das bedeutet uns alles und ihr wisst – sicherlich – wer gemeint ist!

    Status Quo

    Die Evolution der Ferienwohnung ist in ihrer ersten Episode, dem Kokon abgeschlossen! 
    Ein kleiner Videobeitrag wird alsbald das gesamte dramatische Ereignis zeigen. 
    Nochmals Danke! Fürs Dasein, fürs Beistehn, fürs Helfen, fürs selbstlose Sein, ohne Gegenleistung, oder als Tagelöhner! Wir hätten dies alles nicht ohne unsere Familie, Freunde, Nachbarn und tapferen Handwerker geschafft (Danke Raik! Danke Falk!)…

    Hier ist das Video!

  • Renovierung Zwischenstand

    Renovierung Zwischenstand

    Alles wird so schön, alles wird so schön – Zauberschön! Wohn- und Esszimmer scheinen alsbald fertig!!!

    Unerwartetes wie Mäuschen in der Ferienwohnung, abfallende Decke, unterschätzter Durchbruch, Verletzungen, Bauschutt und verschimmelter Putz! Ja, alles wird so schön! Manchmal muss man einfach an das Gute glauben – den angelernten Kontrollwahn ignorieren – und sich des Ursprungs besinnen! 

    Die letzten drei Monate waren fordernd und anstrengend. Sowohl nervlich, als auch finanziell. Überall lauerten böse Überraschungen und versteckte Kosten! Es gab doch viel mehr zu tun und zu reparieren, als gedacht. Und unser Ausbauplan musste stetig neu justiert werden! Dafür ernten wir jetzt die Lorbeeren: Unser Wohn- und Esszimmer sind so gut wie bezugsfertig und so können wir uns bald auf die Ferienwohnung konzentrieren. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten hier und da – aber Kleinigkeiten können nach eigener Erfahrung auch wieder ganz schön ausufern!

    Wohnzimmer

    Auf unserer bisherigen Annoyance-Skala belegten das Ablösen von Tapeten und das ständige Umrangieren unserer Umzugskartons bisher treu die ersten beiden Plätze: Bis wir mit dem Wohnzimmer, dem Abkratzen der Styropor-Deckenverkleidung und dem Entfernen des PVC-Streckbodens konfrontiert wurden! Der verfluchte Boden war auf einer Strecke von zehn Zentimetern fachmännisch mit 12 Klammern und 6 Schrauben fixiert! Es hat uns ganze zwei Tage gekostet, den Bodenbelag zurückzubauen! Ganz zu schweigen von dem Hausstaub aus den 90ern, der im Zwischenflies gefangen war und diverse Asthma- und Niesanfälle auslöste! Mit der Decke verhielt es sich nicht viel besser: Betonkleber in einer drei Zentimeter dicken Schicht aufgetragen – damit die ungefähr 200 Gramm schweren Styropormodule auch ja nicht von der Decke fallen! Mit dieser Menge an Kleber hätte man locker einen Elefanten an der Decke fixieren können! Aber hey – wir haben es überlebt! Und darum sind wir umso stolzer, dass wir dieses Zimmer – gemeinsam mit Mirjam, Leon und Claudius – so wunderbar und ansehnlich renoviert haben!

    Nach Entfernen des alten Vinyl-Spannbodenbelags mussten wir uns entscheiden, ob wir Dielen, Parkett oder Laminat verlegen wollten. Laminat war für uns auf Grund der Haptik und des Laufgefühls keine Option und nagelneue Dielen waren schlichtweg zu kostspielig. Also haben wir uns für eine Lösung dazwischen entschieden und eine Holzbodenvariante eines schwedischen Herstellers gewählt. Grob gesagt, handelt es sich dabei um einen Laminat-Unterbau mit Echtholzbeschichtung – in unserem Fall Walnuss: Sieht super schön aus und fühlt sich auch richtig gut an! Und mit 30€ pro Quadratmeter auch gerade noch im Rahmen! Nun entstand die Frage, ob wir auf dem Estrich eine Dampfsperre oder Dampfbremse aufbringen sollten!? Die Meinungen dazu gingen dabei sehr weit auseinander. Klar war eigentlich nur, dass eine Trittschalldämmung gebraucht wird. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden, da unser Estrich nun schon einige Jahre alt und damit auch vollständig abgetrocknet sein sollte. Andererseits hoffen wir aber auch einfach darauf, dass damals vor dem Estrich-Guss fachmännisch eine Dampfsperre gelegt wurde. Andernfalls hätten wir sicherlich Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel unterhalb des Vinylbodens entdeckt. Aber selbst die Zeitungen aus den 80er Jahren waren noch komplett in Takt und unbeschädigt (Papier besteht aus Cellulose und schimmelt wie nix) – und das alles trotz der fragwürdigen Inhalte. So ist nun ein ökologischer Hanf-Flies für die Trittschalldämmung unterhalb des Bodens zuständig und bringt dabei gleichzeitig noch lehmtypische Vorteile mit sich: Uninteressant für Nager, Insekten, Arschkäfer und etwaige andere Insekten – da frei von Cellulose – unempfindlich gegenüber Schimmelpilzen und Flechten – weil einfach zu cool für diese Welt – ach, und fast hätten wir’s vergessen: frei von Schadstoffen, 100% recyclebar; aus nachwachsenden Rohstoffen (Hanf, hallo!) und – last but not least – fungiert es wie ein Schwamm, der überschüssige Feuchtigkeit auffangen und dann langsam wieder an die Umgebung abgeben kann! Hanf Rulez, nicht nur als Baustoff!

    Esszimmer

    Bis auf Fussboden und Durchbruch gab es hier keine erwähnenswerten Zwischenfälle: Tapeten an Wänden und Decke wurden abgelöst, der Durchbruch wurde gestemmt, was – by the way – wirklich ein Klacks war und Dielen wurden abgeschliffen! Sofort grinsten uns die Holzwürmer an, weswegen wir die Flinte ins Korn warfen – doch es war Winter, und es gab kein Korn! Also haben wir uns den Kopf zermartert, verzweifelten und haben uns frustriert ein Wochenende vollgefressen und besoffen. Nach dieser Katharsis fuhren wir nach Polen in die Tundra und hielten nach günstigen Sägewerken Ausschau. Schließlich kauften wir für 23,95 bei Holz Possling Märkische Fichte, die in Berlin als Kassenschlager Jubiläum feiert!

    Anschließend erfolgte die hoffentlich letzte Ölung der Dielung mit ökologischen Fettstoffen und die geschmirgelte Kalksandstein-Wand wurde mit Wasserglas versiegelt. Für unseren Kamin wurde eine feuerfeste Unterlage aus Glas installiert, die den Boden zukünftig vor Hitze und eventueller Brandgefahr schützen soll. Alles wurde vorschriftsmäßig installiert und vom Schornsteinfeger abgenommen! Demnächst drehen wir jetzt ein 24h Kaminofen-Video für Youtube. Natürlich läuft davor Werbung.

    Wie es weitergehen könnte…

    Update! Mittlerweile gibt es auch ein VIDEO zu diesem Beitrag!
    Wir sind auf der Suche nach Klempenden, die uns beim Ausbau des Gäste-WC’s behilflich sein könnten! Es müssen neue Wasserleitungen gelegt und eine Dusche und ein Waschbecken eingebaut werden! Dann suchen wir noch nach altem Geschirr und Küchenutensilien für den Kochbereich der Ferienwohnung! Denn diese ist nun unsere Nummer 1 Priorität! Wir wollen möglichst schnell Besuch empfangen und ein paar Mieteinnahmen generieren können! Anschließend wollen wir dann fleißig weiter im Außenbereich bauen und auch das Tonstudio und die Nass-Räume in Angriff nehmen! Helfende können bei uns ein paar Tage Land genießen und sich verwöhnen lassen, während im Gegenzug Malochet wird! Obei! Schreibt uns!

  • Böden erneuern

    Böden erneuern

    Wer feiern kann, kann auch arbeiten! Zeit für ein kleines Update, was bei uns so passiert und wie es weitergeht!

    Seit unserem Baubeginn ist viel geschehen und wir nähern uns einem wichtigen Meilenstein: Dem Abschluss der Putzarbeiten! Zwischenzeitlich mussten wir uns wie gewohnt mit der einen oder anderen Widrigkeit herumschlagen! Zeit euch auf den neusten Stand zu bringen und unsere Erfahrungen zu teilen, damit ihr es irgendwann mal besser machen könnt 😉 !

    Improvisation ist alles

    Fast nichts läuft so, wie geplant! Improvisationsgeschick und Kompromissbereitschaft sind dauerhaft gefragt! Unser Plan war, zuerst die Ferienwohnung auszubauen und dort zu hausen, parallel unseren Wohnbereich zu renovieren und dann, ganz galant, von der einen Haushälfte zur anderen umzuziehen. Immense Wartezeiten auf die Zimmerleute, eine abhängende Decke und Mäusenester in der Vertäfelung Holzwurm-maroder Balken machten uns den ersten Strich durch die Rechnung! So mussten wir fast zwei Monate mit Matratze auf dem Boden schlafen, inmitten von Bauschutt und Staub! Dadurch kam natürlich alles andere in Verzug und wir waren sehr viel damit beschäftigt, unsere Kartons von ‚A‘ nach ‚B‘ und dann wieder nach ‚A‘ zu transferieren. Uns wurde sehr schnell klar, dass es viel sinnvoller gewesen wäre, den Umzug aus Berlin erst nach der Renovierung anzugehen. Durch die hohen Kosten und die große Distanz war dies allerdings keine Option! Daher haben wir nichts falsch gemacht, aber eine wirklich zehrende Odyssee hinter uns! Es kostet viel Nerven, wenn man sich nicht häuslich fühlen kann und es kaum eine staubfreie Stelle im Haus gibt! Unser Schlafzimmer wurde als erstes fertiggestellt und bietet uns seither einen kleinen aber feinen Ort des Rückzugs. Hier eine kleine Revue…

    Bodenständiges

    Bislang haben wir uns fast ausschließlich unseren Wänden und Decken gewidmet! Schließlich waren dies auch erstmal die größten Sorgenkinder! Auf dem Putz hat uns das Ablösen der Tapeten therapiert und unter dem Putz hat uns die Elektrik eine ganze Weile zu beschäftigen vermocht! Und dann am Ende (pah, als ob wir schon am Ende wären!) stand natürlich die Frage der Bodengestaltung im Raum! Wir mögen es eher natürlich und sind keine Freunde von faulen Kompromissen. Aber authentische Böden sind teuer und Geld haben wir nicht mehr so viel wie gedacht! Alternativen müssen her! Also haben wir versucht, das was schon da ist, aufzuwerten und die Dielen abgeschliffen – mit bitterer Enttäuschung! Und wisst ihr, was überhaupt keinen Spaß macht!? – Laminat zu verlegen! Das ist zwar günstig und wenig Zeit intensiv, liefert dafür aber kein überzeugendes Endergebnis! Wie gesagt – ein fauler Kompromiss! Zumindest sind in anderen Bereichen des Hauses die alten Dielen in Takt und können neu geschliffen und geölt werden…

    Gebietskämpfe

    In unserem Überraschungs-Beitrag haben wir bereits von unserem Mäuse-Problem Bericht erstatten müssen: Ein sehr weitreichendes Problem! Diese kleinen Quälgeister können einem nicht nur durch ihre physische Präsenz und den damit verbundenen Lärmbelästigungen zusetzen – auch ihr Duft, ihr Kot und ihre Krankheiten vermögen es, Angst und Schrecken in unserem Haus zu verbreiten!  Doch das sind nicht die einzigen Gebietskämpfe, die wir hier auf unserem Hof austragen müssen! Jedoch können wir den ein oder anderen Erfolg vorweisen und haben jüngst die Nagetiere des Platzes verweisen können! Zuweilen besuchen uns dann doch auch liebenswertere Gäste! Neben Zugvögeln, Fröschen und Unken hat auch ein Igel unsere Gastfreundschaft und unser gutes Essen genießen dürfen! Von doofen und coolen Tieren…

     Bau, Psyche und Ressourcen

    Kommen wir mal zum Wesentlichen: Der Bau, die Psyche und die eigenen Ressourcen: Es gibt Tage, da will uns nichts gelingen und was auch immer wir anfassen, geht zu Bruch. Dann geht man frohen Mutes in die Werkstatt, um neuen Mörtel anzurühren und als erstes brennt die Birne durch und wir sitzen im Dunkeln. Auf dem Weg nach drinnen stolpert man dann übers Kabel der Bohrmaschine und reißt die ganze Steckdose aus der Wand. Ist dann die Kabeltrommel verlegt, gibt diese plötzlich den Geist auf und eine zweite muss Ersatz leisten. Weil die falsche Einstellung gewählt ist, dreht der Bohrer andersherum, läuft heiß und bricht. Auf dem Weg zum Dachboden lässt man den Nagel im Boden nicht aus und auf dem Weg zum Verbandskasten stößt man sich den Kopf am durchhängenden Balken. Oder man kommt nach Hause und sieht, dass der Putz nicht schnell genug getrocknet ist und sich Schimmelpilze auszubreiten begonnen haben. Dann ist man den Tränen nahe oder bricht direkt in Tränen aus. Das sind die sonderbaren Zusatzbelastungen, die ohnehin neben dem Schienenersatzverkehr nach Berlin und der schlechten Witterung an uns zehren! Dann gibt es aber auch wieder unerwartet schöne Momente – gerade dann, wenn wir zu zweit wirken können und uns die Dinge leicht von der Hand gehen – oder wenn Freunde zu Besuch kommen, und uns beistehen! Dann ist da ein Lichtblick – There’s a light – und alles geht wie von selbst… Ein Durchbruch sozusagen!

    Wollt ihr zeitnäher audiovisuell über unsere Baustelle informiert sein, dann schaut doch einfach auf Instagram vorbei!

  • Lehmputz Teil 2

    Lehmputz Teil 2

    Jetzt geht’s an den Feinschliff! Der Edelputz wird aufgebracht und zur Vollendung gefilzt. Das Schlafzimmer ist fertig…

    Wir sind einen ordentlichen Schritt weiter und haben endlich ein Zimmer bezugsfertig gemacht! Unsere Erkenntnisse und Know-How, das wir von unserem Lehmputzer Raik erlernt haben, möchten wir hier gerne mit euch teilen!  Bereits jetzt können wir sagen, dass Lehmputz wirklich das aller schönste Material für den Innenraum darstellt!

    Vorbereitung & Materialbedarf

    Als erster Schritt gilt es den Bedarf an Lehmputz zu ermitteln. Dazu haben wir sämtliche Wände und Decken vermessen und beides separat voneinander summiert. Denn die Wände werden später eine dickere Schicht Universalputz bekommen, als die Decken. Das liegt an den Unebenheiten der Wände, die wir auszugleichen versuchen. Will man zusätzlich eine Wandheizung installieren, wird die Dicke des Unterputzes sogar noch weiter erhöht. Wir haben mit einer Gesamtputzdicke von 20mm gerechnet. Davon sind 15mm Unterputz in Form von Universalputz und 5mm Oberputz mit Lehmedelputz angedacht. Die Decken haben in der Summe nur eine Gesamtdicke von 10mm und bekommen zu fast gleichen Teilen Universalputz und Edelputz. Damit lässt sich die Last der Fläche reduzieren und die Decken sind zudem nicht den gleichen Beanspruchungen wie die Wände ausgesetzt. Der Bedarf an Universalputz als Unterputz berechnet sich wie folgt: 1,8 kg * m² zu verputzender Fläche * mm Putzstärke! Bei uns waren das 250m² Wandfläche mit einer Putzstärke von 15mm – folglich benötigen wir 250 * 15 * 1,8 = 6.750Kg Universalputz. Zusätzlich kamen 1170Kg für 130m² Decken hinzu (130 * 5 * 1,8). Unser Gesamtbedarf an Universalputz liegt also bei 7.920Kg, wobei die Tonne ca 250€ kostet. Der Edelputz ist wesentlich teurer. Der Bedarf aber auch entsprechend niedriger: 380m² * 3mm * 1.8Kg machen mit 2.052Kg knapp über 2 Tonnen, wobei die Tonne 1200€ kostet. Will man auf Nummer Sicher gehen, kommen noch die Grundierung und Armierung für die gesamte Fläche hinzu. Dadurch bilden sich später keine Risse und der Lehm haftet sicher am Untergrund. Hat man die Gesamtputzdicke festgelegt, müssen die Unterputzdosen für Lichtschalter und Steckdosen mit dem entsprechenden Überstand in die Wände eingelassen werden.

    Unterputz

    Untergründe müssen sauber, staubfrei und trocken sein…„… Das stimmt für den Lehmputz nur bedingt. Dieser ist wirklich relativ unkompliziert zu verarbeiten. Wir mussten jedoch in mühseliger Kleinarbeit die Tapeten ablösen und überall, wo sich Gipsputz befindet, die Untergründe mit einer Lehmgrundierung vorbereiten. Weitere Risse, Löcher und Kanten lassen sich mit der ersten Opferschicht kaschieren. Holzbalken werden mit einem Streckmetall versehen und Unterputzdosen lassen sich sogar mit Lehmputz fixieren und einbringen. Als erster Arbeitsschritt wird mit der Putzmaschine die so genannte „Opferschicht“ aufgetragen. Diese sollte 2/3 der Gesamtputzdichte betragen, da über sie die Armierung angebracht wird und sich diese unbedingt im letzten Drittel der Putzschicht befinden muss, damit diese überhaupt effektiv funktionieren und Rissbildungen verhindern kann. Und das ist dann auch genau der zweite Arbeitsschritt: Die Auftragung einer solchen, die dann mit der Glättkelle fixiert wird. Pro Millimeter Putzdicke steht dann auch ein Tag Trocknungsphase an – vorausgesetzt, es wird morgens, mittags und abends einmal Stoßgelüftet und die Raumfeuchte und Temperatur entsprechend eingepegelt. Da es bei uns sehr viel regnete und die Außenluft relativ feucht war, hat die Trocknung bei uns etwas länger gedauert. Über der Armierung werden dann nochmals 3-5mm Unterputz mit der Maschine aufgespritzt und diese trocknet dann komplett aus. Erkennen lässt sich dies an der Farbe des Putzes. Ist er richtig trocken, bekommt er seine Ursprungsfarbe der Pulverform zurück. Dann kommt der Edelputz als Finish hinauf…

    Veredelung

    Die Dicke der Edelputzschicht schwankt zwischen 2 – 5mm. Je sorgfältiger die Unterputzschicht vorbereitet wurde, desto geringer fällt der Materialbedarf aus. Und der Edelputz ist teuer. Er wird mit dem Handrührgerät oder einer Bohrmaschine mit entsprechendem Aufsatz angemischt und muss mindestens eine Stunde durchziehen. Erst dann wird er mit der Kelle aufgetragen und mit einem Putzschwamm oder Putzfilz „aufgefilzt“. Hier wird wieder im „Zweischichtsystem“ gearbeitet, und die erste Schicht ist geprägt von Unreinheiten und Verschmutzungen, während die Oberschicht dann ganz rein und sauber ist. Nach einer 48 – stündigen Trocknungsphase, bekommen die Wände und Decken die klassische altweiße Farbgebung und sind Griff und Abriebfest. Nun können Fußleisten, Fensterkästen und Borden abgewischt und das Zimmer bezogen werden! Und hier sind die ersten Vorher/Nachher – Bilder!

    Tipps und Tricks zum Schluss

    Sucht euch jemanden mit Putzmaschine! Theoretisch lässt sich der Unterputz auch mit der Kelle an die Wand werfen und glattziehen, aber nach der ersten Wand und der ersten Tonne Lehmputz, haben wir dieses Vorhaben ganz schnell wieder verworfen! Es braucht einfach das zehnfache an Zeit! Bedenkt bitte, dass eine Putzmaschine eine 32 Ampere Sicherung vorraussetzt, damit der Motor der Pumpe überhaupt anspringen kann und ihr einen entsprechenden Wasseranschluss mit mindestens einem Bar benötigt!
    Bei der Bestellung solltet ihr darauf achten, welche Spedition in eurem PLZ-Gebiet wie viel Tonnen auf einmal liefern kann und wie die Bedingungen sind (Lieferung zur Bordsteinkante). Es lohnt sich die Lieferungen in sinnvolle Teillieferungen zu portionieren und entsprechend mit einem Hubwagen aufs Grundstück fahren zu lassen.
    Der Lehm an sich sollte mit einer Plane abgedeckt werden. So übersteht er Regen und Frost.
    Wiederum ist es sehr wichtig, die Putz- und Trocknungsphasen in die Planung mit einzubeziehen und entsprechend den Lehmputzer zu buchen! Lieber lässt man sich hier etwas mehr Zeit und spart somit Kosten!

    Habt ihr Fragen zum Umgang mit Lehmputz oder braucht ihr Kontakte zu Herstellern und Putzern!? Dann schreibt uns! Wir teilen unser Wissen gerne und freuen uns an Profis vermitteln zu können!

  • Lehmputz Teil 1

    Lehmputz Teil 1

    Tempo, Tempo! Raik ist unsere Rettung und seine Putzmaschine bringt Schwung in die Bude! Die Sache läuft…

    Wir hatten es bereits erwähnt, dass unser Vorhaben, unsere Innenräume in ein Lehmgewand zu kleiden, uns beinahe an den Rand der Verzweiflung gedrängt hätte! Deswegen haben wir den klugen Rat angenommen, uns professionelle Hilfe zu suchen! Das ausschlaggebendste Argument war wie immer die Kostenreduktion. Und das hat diesmal wirklich wunderbar funktioniert!

    Milchmädchenrechnung

    Mache ich alles selber, brauche ich Zeit. Da ich kein Profi bin, brauche ich gut das dreifache an Zeit. Zeit die ich mit Arbeiten und Geldverdienen verbringen könnte. Daher hole ich mir jemanden, der was von seinem Fach versteht und die Arbeit in einem Bruchteil der Zeit verrichten kann! Dieser jemand kostet mich Geld. Geld, das ich in der Zeit, in der ich die Arbeit nicht verrichten muss, erwirtschaften konnte. Die Bilanz stimmt und alle haben was gewonnen! Coole Nummer! Und das was wir an Blut, Schweiß und Tränen eingespart haben, ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen!

    Erstkontakt

    Bereits am Telefon hatte unser Lehmputzer eine beruhigende Wirkung auf uns. Vermutlich hat er die Verzweiflung am anderen Ende der Leitung gespürt und ganz souverän deeskaliert. Der Kontakt ist durch unseren Lehm-Lieferanten, dem Lehmdiscount in Berlin zu Stande gekommen. Hier wurden wir im Vorfeld wirklich sehr ausführlich beraten und haben einige Proben mitgenommen. Es folgte die erste Ortsbesichtigung. Das er mich als Bauherren titulierte, schmeichelte mir. Aber am meisten war ich entzückt von der Idee, das Raik eine eigene Putzmaschine sein eigen nennen konnte! Schließlich hat uns in unserem Vorhaben am meisten die Menge des Lehms abgeschreckt, die planmäßig über unsere Hände/ die Kelle an die Wand geworfen worden wäre: satte acht Tonnen!

    Theorie

    Lehm ist ein Naturbaustoff und vollkommen pflegeleicht! Alles was an Ausschuss anfällt, kann wiederverwertet werden. Lehm ist unbegrenzt haltbar, absorbiert Schadstoffe und reguliert das Raumklima auf eine besonders angenehme Art und Weise: Im Sommer ist es kühl, im Winter warm. Nach dem Duschen wird Feuchtigkeit „geschluckt“, danach in trockenen Perioden wieder abgegeben. Soweit die Theorie. Was mich aber am meisten überzeugte, war die Verarbeitung! Abgesehen von der anfänglichen Verzweiflung, lässt sich Lehm ganz entspannt an die Wände bringen! Staubige, entputzte Wände werden kurz vorgenässt, Dellen oder Bohrlöcher, sogar Stromleitungen und Kabelführungen, lassen sich einfach hinter der Armierung verstecken. Was an Überschuss von der Wand fällt, wird wiederum in andere Löcher gestopft oder neu angemischt. Das Zeug wird nicht schlecht und dient zur Not sogar als Rosen-Dünger :-). Es kann also „dreckig“ und „schnell“ nach dem „Quick&Dirty“ Prinzip gearbeitet werden…

    Praxis

    Meine Knochen tun weh! Nach zwei Tagen Abrissarbeiten, um den Rest des Raumes von angeschimmelten Überputz zu befreien, spüre ich das Gewicht des Vorschlaghammers! Aber es muss weiter gehen. Nachdem wir den Heizkörper demontiert haben und die Putzmaschine anläuft, zeigt Raik mir wie es geht. Dann muss ich die Maschine befüllen. In zwei Stunden habe ich locker 600 Kg Lehm von der Palette in die Putzmaschine geschaufelt. 17 Meter gespart, 3 auf den Knochen. Die Muskeln, zur Strapazierung freigegeben, sind die gleichen, die bereits zwei Tage zuvor den Vorschlaghammer schwingen durften. Sehnenscheidentzündungsmässigüberstrapaziert. Aber als ich sehe, wie der Raum sich verwandelt, bin ich zu Tränen gerührt! Wirklich. Es durchfährt mich ein Schauer. Seit Tagen – gefühlten Jahren – das erste Mal ein wirklicher Fortschritt! Kein Abbruch, nein, Aufbau! Ein Zimmer wird fertig! Wie geil ist das denn!? Und es sieht klasse aus!

    Jetzt gilt es nur noch ein paar Tage zu warten, bis der naturweisse Edelputz als „Finish“ aufgetragen werden kann. Dies erfahrt ihr in unserem nächsten Beitrag

  • Abrissarbeiten

    Abrissarbeiten

    Alles was man angeht zieht einen Rattenschwanz hinter sich. Und die Kosten, die explodieren sowieso…

    Schnell verliert man die Übersicht, was noch alles zu tun ist. Daher beginnt man mit den „kleineren“ Baustellen, um sich dann stückweise abzuarbeiten. Blöd nur, wenn diese vermeintlich überschaubaren Arbeiten eine Kettenreaktion auslösen und sich nicht so einfach beheben lassen! Da kann einen schonmal die Verzweiflung packen.

    Die Elektrik

    In unserem Überraschungsbeitrag haben wir ja bereits davon geschrieben, dass eine flackernde Birne Indiz für eine komplett überholungsbedürftige Elektrik war. Aus dem „mal eben schnell die Birne wechseln“ wurde dann in der Konsequenz, die komplette Neuverkabelung und Austausch sämtlicher Stromleitungen! Das war so natürlich nicht in unserem Budget und neben dem reinen Material, wie Stromkabel, Steckdosen, Unterputzdosen, Wechselschalter, Verteilerdosen, Sicherungskästen und Gips, kamen auch noch diverse Werkzeuge wie Leitungsprüfer, Kabelabisolierer, Bauscheinwerfer, Kabeltrommel, Flachmeißel, Gipskübel und Bohrmaschinenaufsatz zum Anrühren des Gipses dazu. Jetzt hangeln wir uns von Zimmer zu Zimmer, reißen die alten Leitungen soweit das möglich ist raus, und legen neue Leitungen auf dem Dachboden. Diese Leitungen werden dann wiederum mit Gips verspachtelt und münden in den Unterputzdosen. Wir haben Einiges über Strom gelernt, legen alle Leitungen zu den Steckdosen dreiadrig mit 1,5er Kabeldurchschnitt, die Zuleitung mit 2,5. Jeder Lichtschalter bekommt ein fünfadriges Kabel damit später auf dem Dachboden in den Verteilerdosen Wechselschalter angeschlossen werden können. So kann man das Deckenlicht von zwei Standorten unabhängig schalten. Nachdem wir die Wände aufgestemmt, alles verlegt und vergipst haben, kam dann der Profi für den Lehmputz vorbei und eröffnete uns, dass Gips der denkbar schlechteste Untergrund für Lehm sei, da sich die Materialien zwangsläufig mit den Jahren voneinander trennten. Abhilfe schafft hier zwar relativ unkompliziert ein Putzgrund, der kostet aber natürlich auch wieder extra. Beim nächsten Zimmer nehmen wir dann statt Gips also Kalkzementputz, haben dann aber wieder 90Kg Gipsmörtel übrig, da wir natürlich in weiser Vorraussicht bereits für das ganze Haus den Einkauf getätigt haben :-).

    Tapeten ablösen

    Aus mehreren Gründen haben wir uns dazu entschieden, die Decken und Wände mit Lehmputz zu verputzen und zukünftig auf Tapeten zu verzichten. Dazu müssen die alten aber erstmal abgelöst werden. Was am Anfang noch relativ schnell und einfach ging, löste auch nach kürzester Zeit wieder massive Frustration aus: Während auf Kalkzementputz die Ablösung von Tapeten relativ schnell und einfach von statten geht und diese sogar nicht einmal angefeuchtet werden müssen, sind alte Lehm-Schilf-Wände und Gipskartonplatten in Kombination mit Kunststofftapeten die reinste Qual! Hier kamen wieder spontane Investitionen in Form einer Sprühflasche und eines Tapetenigels auf uns zu. Also haben wir uns ein paar Youtube-Videos angeschaut und versucht, dass Ganze in die Tat umzusetzen. Tapetenlöser selbstgemacht mit Essig und Spülmittel taugt aber auch bei Kunststofftapete reichlich wenig, da der Igel so kleine Löcher verursacht und die Flüssigkeit einfach nicht ausreichend in das Material eindringen kann, um dieses anzufeuchten und zu lösen. Heißt also in mühseliger Fummelarbeit mit dem Spachtel zuerst die erste Schicht Plastik abzukratzen, dann wiederum alles mit der Sprühflasche einzusprühen, eine halbe Stunde zu warten um dann alles wieder mit dem Spachtel abzulösen. Gerade an den Decken ist das kraftraubende Sisyphosarbeit! Von unseren Eltern haben wir uns dann noch eine Tapetenablösemaschine ausgeliehen, die heißen Wasserdampf erzeugt. Aber auch dieser dringt nicht durch die Kunststoffschicht. Eines ist sicher: Es braucht sehr viel Wasser (5 Liter pro Wand), viel Geduld (das Wasser muss einwirken) und viel Kraft. Am Besten löst man Tapeten ab, wenn man ohnehin schlechte Laune hat. Denn hinterher ist diese sowieso beschissen! Was wir intuitiv richtig gemacht haben ist, dass wir die alten Teppiche erstmal belassen haben. Es löst sich so viel Kleister und Cellulose das im Handumdrehen alles eingesaut und verschmoddert ist. Rollt man den Teppich erst hinterher ein, spart man sich einen Arbeitsgang: Die Fussbodenreinigung!

    Verputzen

    Lehm ist ein Naturbaustoff und wird schon seit Jahrtausenden zum Bauen verwendet. Er bietet vielerlei Vorteile was das Raumklima, die Feuchtigkeitsregulierung, Schimmelvermeidung und die Bindung von Schadstoffen in der Raumluft angeht und lässt sich grundsätzlich auch sehr leicht verarbeiten. Nicht aber in diesen Mengen. Unser Lehmputzrechner hat ein Materialbedarf von 8 Tonnen ausgespuckt. Diese ohne Maschine durch die eigenen Hände an die Wand zu werfen und hinterher auch glatt zu ziehen, stellte sich schon nach den ersten zwei Tagen als unrealisierbar heraus! Daher haben wir uns entschieden, auf einen Profi mit Putzmaschine zurückzugreifen! Und das war eine sehr gute Entscheidung, die aber ebenfalls für einige Extra-Kosten gesorgt hat. Erstens natürlich die Arbeitszeit, Zweitens eine neuer Stromanschluss mit 25 Ampere für die Putzmaschine und Drittens eine neue Veredelungstechnik, statt Lehmfarbe mit Edelputz. Unser Budget wurde damit um 200% überschritten. Aber dafür werden wir ein gesundes und ästhetisch schönes Haus haben!

    Weitere Abrissarbeiten

    In einem Zimmer sind wir auf eine Styroporverkleidung der Decke gestoßen. An anderer Stelle fanden wir Gipskartonplatten mit Glaswolle. Dann eine Vertäfelung der alten Fachwerkbalken mit Mäusenestern in den Zwischenräumen. Eine alte Tür und ein Fenster kamen unter den Tapeten zum Vorschein. Und alles muss entfernt und entsorgt werden. Während Teppiche noch auf den Sperrmüll gehen, ist Bauschutt in der Entsorgung relativ kostenintensiv und aufwendig. Einen Container zu bestellen ist wiederum etwas überproportional. Also wird alles stückweise mit dem eigenen Hänger abtransportiert. Wieder ein zusätliche Investition: Ein eigener Anhänger! Der rechnet sich allerdings auf so einer Baustelle relativ schnell. Wir haben ihn bereits für den Umzug benutzt und eine zusätzliche Fahrt gespart, günstig bei Kleinanzeigen Möbel geschossen und werden zukünftig damit weitere Baustoff-Einkäufe tätigen und somit Lieferkosten sparen!

    Die Essenz

    Wir hoffen euch in unmittelbarer Zeit ein paar „Vorher/Nachher“ – Bilder präsentieren zu können! Wir merken langsam wie wichtig es ist, nicht auf einer Baustelle zu leben sondern anzufangen, sich wohnlich einzurichten, die Kartons auszupacken und ein Sofa und ein Bett aufzustellen! Und wir müssen Gebetsmühlenartig uns immer wieder vergegenwärtigen: „Stück für Stück“, „Peu a Peu“, „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ und „Rom wurde nicht an einem Tag gebaut“. Aber glücklicherweise sind wir auf dem Land und die Entschleunigung und Entspannung fällt Dank der vielfältigen Naturerfahrungen nicht allzu schwer…Außerdem geht es nun endlich bald los mit den Putzarbeiten!

  • Die Renovierung planen

    Die Renovierung planen

    Los geht’s! Wir sind da und unsere Ideen sprudeln! Jetzt heißt es priorisieren und richtig planen…

    Wir haben gefühlte tausend Ideen was wir mit unserem Hof alles anstellen möchten: Vom Ausbau unseres Wohnhauses bis hin zu Gewerberäumen für Radpension, Heu-Herberge, Ferienwohnung, Tonstudio, Mikrobrauerei, Feldküche, Pizzasteinofen, bis hin zu eigenen Permakultur-Beeten, Gewächshäusern und Wagenstellplätzen. Doch wo fängt man an und was ist besonders wichtig, dringlich – und vor Allem: wie kalkuliert man die Kosten und spart beim Bau! Ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen, so eine Hof- und Haussanierung…

    Erste Überlegungen

    Um uns nervlich und finanziell nicht ins Verderben zu stürzen, steht am Anfang unseres Vorhabens, eine ausführliche Bestandsanalyse und Planungsphase. Wichtig dabei ist, nicht tausend Baustellen auf einmal aufzumachen, sondern sich Stück für Stück nach Dringlichkeit und Nutzen, voran zu schlagen. Da Beispielsweise Küche und Bad nutzbar sind, macht es vorerst keinen Sinn, diese außer Betrieb zu nehmen und zu sanieren. Stattdessen beginnen wir mit dem Teil des Hauses, der später einmal Gäste- und Ferienwohnung werden soll, und in dem wir nach Fertigstellung vorübergehend wohnen werden, um von hier aus in Ruhe den Rest des Hauses zu erneuern. Anschließend sollen dann weitere Wohnräume und Nassräume für Feriengäste mit Duschen und Toiletten ausgebaut werden. Am Ende stehen dann die Renovierungen der privaten Küche und des Bades. Somit können wir gleich zu Anfangs Gäste empfangen, die uns bei der Arbeit helfen, oder einfach nur Urlaub machen. Denn bislang war unsere größte Angst den Schritt aufs Land zu wagen, eine potentielle Vereinsamung :-).

    Bestandsanalyse

    Tapeten runter, Teppiche raus; Elektroleitungen skizzieren, Wände analysieren; Schwachstellen finden, alles vermessen; Lehm bestellen, Lehmputzer organisieren; Elektriker einladen, Sicherungskästen erneuern, FI-Schalter installieren. Und hoffen das alles Hand in Hand geht. Aber wie sollten wir alsbald erfahren: Die Probleme der meisten Baustellen sind die Leerlaufzeiten – das Warten auf den nächsten Arbeitsschritt! Erst wenn der Zimmermann die Balken getauscht hat, kann der Lehmputzer die Wände und Decken machen. Und erst dann kann der Boden mit den Fußleisten installiert werden. Und dann kommt der Edelputz und die Elektrik… Dennoch; es gibt viel zu tun! Packen wir’s an!