Kategorie: Baublog

  • Musikzimmer #02

    Musikzimmer #02

    Nach der Sanierung des Nebengelass inklusive Neugestaltung der Dachhaut, Begradigung des Bodens und neuen Fenstern und Türen geht es weiter mit dem Einbringen der Dämmung und der Renovierung des Innenraumes. Wie immer alles mit weitgehend ökologischen Baustoffen! Und natürlich darf eine Klimaanlage nicht fehlen! Rock on…

    Zwischensparrendämmung mit Zwischenfällen

    Die „Pink Party Unterspannbahn“ wurde ja bereits unter das Blechdach gewuppt und dampfdicht verklebt. Das ist sehr wichtig um das Eindringen von Feuchtigkeit in Form von Kondens- oder Druckwasser zu verhindern! Denn damit würde sich die Dämmwirkung im akustischen und klimatischen Bereich aufheben! Dämmstoffe sind porös gefertigt um möglichst viel hohlen Luftraum zu bilden. Dieser kann die Wärme puffern und den Taupunkt nach außen verlagern. Die Last und Schwere widerum bändigt die Schallenergie. Doch das Grundprinzip einer akustischen und klimatischen Dämmung funktioniert nur mit der Absenz von Wasser! Gleichzeitig hat dieses Dämmprinzip aber vielerlei Ähnlichkeiten mit SpongeBob! Schwamm saugt Wasser auf…

    Warum ich im Hochsommer Mütze trage, erfahrt ihr später…

    Die Liebe zum Wasser wird also unterbunden! Von oben mit einer Membran in Form der besagten Unterspannbahn – hier kann Wasser raus aber nicht rein – und von unten in Form einer Dampfbremse. Umgekehrte Wirkung: Feuchtigkeit aus dem Raum kann nicht rein – Feuchtigkeit aus der Dämmung aber nach unten diffundieren und langsam austreten; so die Dampfbremse…

    Nun muss der Dämmstoff von unten in die Sparren eingebracht werden. Das bedeutet zwangsläufig Arbeit Über-Kopf! Einer meiner meistgehassten Disziplinen! Alles fällt dir ins Gesicht und ständig hast du Zeugs im Auge! Arbeitsschutz ist hierbei sehr wichtig aber manchmal scheinbar nicht ausreichend genug. Darüber hinaus war meine Dämmstoffkombination ein Kompromiss zwischen hohen Wärmedämmwerten, hohen akustischen Dämmwerten und ökologischen Aspekten: Eine Mischung zwischen 10cm Holzfaserdämmung und 10cm Steinwolle! Seit diesem Jahrhundert ist Mineral- oder Steinwolle nicht mehr lungengängig und kann gut recycled werden. Trotzdem hat mich irgendetwas in diesen Materialien getriggert. Oder besser gesagt: mein Immunsystem reagierte partout mit einem anaphylaktischem Schock inklusive zwei Tage Intensivstation – that’s fun!

    Ausgekörpert…

    Der Besuch beim Allergologen war relativ ernüchternd. Selbst ein Fachexperte konnte mir keine Erklärung für diesen Zwischenfall bieten. Eigene Recherchen ergaben (Google und Co), dass meine Konterlatten das Holzschutzmittel Impralit TSK40 enthielten. Diese hatte ich über Kopf mit der Japansäge auf Länge gekürzt und der Sägemehl fiel mir wie Man-Glitter in die Dauerwelle um dort offensichtlich einen semi-moderaten Schaden anzurichten. Die Latten konnte ich Dank des lokalen Baustoffkontors gegen unbehandelte substituieren! Das Projekt nahm also unbeirrt seinen Gang…

    Schall gegen Schall

    Bauakustik ist in der Regel scheiße teuer. Sie garantiert Schallschutz nach außen. Bei einem Tonstudio bedeutet das Raum-in-Raum-Konstruktion und komplette akustische Entkopplung! So wird Trittschallübertragung vermieden. Der Schall kann sich nicht durch solide Bauelemente übertragen. Darauf konnte ich glücklicherweise verzichten, da wir nicht in Berlin wohnen und der nächste Nachbar zwei Meter neben uns lebt. Daher reicht eine dilettantische Herangehensweise: Unter die Konterlattung und Dämmung wurde 1cm Hanffilz getackert und anschließend alte Sauerkrautplatten verschraubt. Diese gibt es bereits seit 1933 unter dem Namen Heraklith und sie bilden einen guten Kompromiss zwischen hervorragenden Schallschutz-Eigenschaften im Bereich der Bau- und Raumakustik und werden heutzutage von vielerlei akustischen Ingenieurbüros teuer gehandelt (auf Kleinanzeigen für nen Euro!

    Akustikelemente an Decke Anno 1904 🙂

    Die Schönheit der Chance

    Bedeutet erstmal eine kluge Art und Weise zu Kühlen und zu Heizen! Und das muss wie alles akustisch sehr unauffällig passieren! Daher wurde im Multifunktionsraum ein Split-Klimagerät installiert! Inklusive Wlan-Steuerung! #läuftbeidir

    Wie ich die Elektronik und Raumakustik realisiert habe, erfahrt ihr im nächsten Teil! Stay tuned! 

    Kostenberechnung

    Kosten aus vorherigen Maßnahmen8850€
    Dachdämmung Holzwolle450€
    Dachdämmung Klemmfilz300€
    Klimamembran und Kleber250€
    Holz300€
    Bauschaum & Dichtmittel50€
    Split-Klimagerät inkl. Installation2800€
    Silikatfarben200€
    SUMME13200€
  • Musikzimmer #01

    Musikzimmer #01

    Im Nebengelass haben wir einen Mehrzweckraum, den wir bislang als Hühnerstall genutzt haben. Dieser Raum ist dafür aber viel zu Schade. Fortan möchte ich diesen auch als Musikzimmer nach dem Transporterraum-Konzept nutzen. Im ersten Teil geht es um bauliche Maßnahmen zur Vorbereitung des Innenausbaus. Dabei werden nicht benötigte Fenster vermauert, das alte Wellasbest entfernt und ein neues Trapezblechdach aufgebaut. Außerdem wird neues Estrich für den Fußboden geschüttet…

    Solide Grundsubstanz

    Unser Raum ist mit einer 24er Wand gemauert und hat eine solide Grundplatte mit schwerem Estrichbeton unbekannter Dicke. Jedoch ist das Gebäude über die Jahre etwas abgesackt und ein fehlender Ringanker hat zudem für ein Verziehen der Seitenwände gesorgt. Alles Probleme um die sich gekümmert werden sollte um das Gebäude langfristig zu sichern. Leider wurde zur Dachabdeckung auf damals übliches Wellasbest zurückgegriffen. Ein Baustoff den wir längerfristig vom Hof haben wollen. Angefangen haben wir also mit dem Beräumen des Hühnerstalls und dem Vermauern nicht benötigter Fenster. Zukünftig werden hier nämlich sehr kostspielige Schallschutzfenster verbaut. Da kommt es uns günstiger auf das ein oder andere Fenster zu verzichten. 

    Altlasten – Urin, Asbest und Dämmwolle

    Bevor die bösen und gesundheitsschädigenden Altlasten angegangen wurden, habe ich den Raum frisch gekalkt um alte Urinreste und Verunreinigungen durch die Nutztiere zu entfernen. Dann ging es ans Dach und zusammen mit meinem Kumpel Arnold haben wir die Asbestplatten abgetragen und in einem luftdichten Plattenbag verstaut. Noch mühseliger war das Entfernen der alten Zwischendämmung. Die Minerallwolle war komplett zerfallen nachdem Marder hier jahrzentelang Nester gebaut und Vorratskammern angelegt hatten. Kot und Urin neben skelettierten Entenköpfen und als Highlight eine mumifizierte Katze kamen zum Vorschein. Das Asbest wurde abgeholt und ein Entsorungsnachweis erstellt. Die Mineralwolle habe ich nach Rüdersdorf zum Recyclinghof gebracht. Insgesamt haben wir 200€ für 1,3 Tonnen Asbestentsorgung und 140€ für 240Kg Dämmwolle gezahlt. Hinzu kamen noch die Kosten für vernünftigen Arbeitsschutz wie Asbestschutzanzug, Atemmaske und Schutzbrille in Höhe von 100€. 

    Ringanker und neue Dachunterkonstruktion

    Nachdem die alte Dachhaut zurückgebaut war musste ich die oberste Steinschicht abtragen da hier die Asbestplatten eingemauert waren und die Zwischenräume mit Mörtel und Beton verputzt waren. Danach erfolgte das Mauern eines Ringankers mit U-Schalen in die dann ein Estrichgitter eingelassen wurde. Am Estrichgitter selbst wurde mit Rödeldraht Gewindestangen befestigt, die später zur Befestigung der Mauerlat dienen. Das ganze wurde mit zertifiziertem Ringankerbeton vergossen und musste zwei Wochen trocknen. Dann wurde ein Bitumenschutzstreifen aufgelegt und die Mauerlat vorne und hinten verschraubt. Die neuen Sparren wurden mit Schwerlastwinkeln und Kammnägeln auf der Mauerlat fixiert, bevor die Unterspannbahn mit den Konterlatten und Nageldichtband befestigt werden konnte. 

    Eine neue Dachhaut entsteht

    Als Dachhaut haben wir uns für Trapezblech TP35 mit Antikondensvlies entschieden. Dieses muss hinterlüftet werden und um zu Verhindern das Nagetiere oder Vögel in diesen Zwischenraum eindringen können habe wir am Fürst und Traufe Vogelschutzband angebracht. Die Platten hochzuwuchten war relativ anstrengend, das Befestigen und Ausrichten hingegen war ein Kinderspiel und hat richtig Spaß gemacht. Die Zwischensparrendämmung wird nun von unten angebracht was natürlich etwas komplizierter ist, aber so sind wir unabhängig von der Witterung und müssen uns nicht hetzen. 

    Neuer Estrichguss als Bodenausgleich

    Nachdem die neue Dachhaut fertig war fiel mir auf, dass der Boden doch ein stärkeres Gefälle aufwies als bislang angenommen. Mit einer Schlauchwaage ließ sich Höhenunterschied von 16cm feststellen. Daher entschied ich mich eine Estrichschüttung als Höhenausgleich vornehmen zu lassen. Das ganze hat mein Kumpel Martin organsiert der jahrelang „Betonschubser“ gewesen ist und es lief alles wie am Schnürchen! Zuerst wurde der Boden mit Plane ausgelegt und ein Randdämmstreifen angebracht, dann wurde mit der Schlauchwaage die erforderliche Höhe eingezeichnet und die Betonpumpe angeschmissen. Nachdem der Estrich begradigt war, erfolgte die Polierung mit einem riesigen Tellerschleifgerät. Wenn die Innenarbeiten abgeschlossen sind werde ich hier Trittschalldämmung aus Hanffilz und Korkboden verlegen…

    Schallschutzfenster und Schallschutztür

    Der Fensterbauer aus dem Nachbardorf war zwischenzeitlich da und hat Maße genommen um uns zwei neue Fenster und eine Tür zu bauen. Wir haben uns für die höchste Schallschutzklasse entschieden und Vierfachverglasung gewählt. Das ist relativ kostspielig, aber die Fenster sind beim Schallschutz das Nadelöhr. Anschließend wurden diese durch die Firma mit Schallschutzschaum installiert und die alten Fenster gleich zur Entsorgung mitgenommen. 

    Bisherige Kosten

    Baustoffe und vor allem Bauholz sind momentan nicht gerade günstig. Ich habe daher mal eine grobe Abrechnung für die Sanierungsmaßnahmen versucht. Einiges ist übrig geblieben und wird jetzt noch anderswo verwendet. Insgesamt war der Umbau bislang aber doch recht kostspielig…

    Entsorgung Asbest und Dämmwolle400€
    Mauersteine, U-Schalen, Estrich und Mauermörtel1000€
    Bauholz für Mauerlat und Sparren, Konter- & Dachlatten1700€
    Trapezblechdach inklusive Regenrinne1100€
    Eisenwaren wie Schwerlastwinkel, Nägel, Gewindestangen & Estrichgitter300€
    Unterspannbahn100€
    Estrich (Plane, Dämmstreifen, Zement, Kies & Arbeitszeit)450€
    Neue Fenster und Tür inklusive Montage3800€
    SUMME8850€

    Im zweiten Teil geht es um die Füllung der Sparren mit Dämmstoffen und die Renovierung des Innenraumes – Stay tuned…

  • WEISS

    WEISS

    Zur Absenz des Lichtes – dem puren Schwarz – gehört das Gegenteilige! Durchströmende Sonne und Farbe! Bestenfalls in 3400K warmweiß…

    Es war sehr still gewesen um uns und diesen Blog. Wenn ich sagte, es läge am Zeitdefizit Seiten zu verwalten, dann wäre dies eine mittelschwere Lüge! Ich hatte schlichtweg keinen Bock mehr auf das Internet und diesen pseudoanonymen Raum. Es roch mir zu sehr nach Kloake und Kanalisation – nach Scheiße um ehrlich zu sein!

    2014 habe ich meine Bachelorarbeit über „Generationsübergreifende Kommunikation in den Social Media“ abgeliefert und in dieser vor allem die Chancen einer barrierefreien und grenzenübergreifenden Kommunikation zwischen den Generationen beschrieben und Marker definiert, wie dies besonders respektvoll gelingen möge. Das war Jahre vor Fake NewsHate Speech, bezahlter Propaganda, millionenschwerer Kampagnen für den Brexit und die Wahl Trumps. Ich trau dem Netz nicht mehr. Und auch den Menschen nicht, die dieses Anonym nutzen. Damit meine ich nicht die Rebellierenden totalitärer Regime, die Unterdrückten, die Whisteblower, die Regimegegner*Innen diktatorischer Gesellschaften (davon gibt es leider immer mehr) – nein – ich meine damit die sich selbst so bezeichnenden Querdenker-Vollidiot*Innen und Angehörigen demagogischen Freiheitsfeinde, deren Gehirnaktivität von einem Block des Zebrastreifens bis zum nächsten reicht und die sich dadurch anmaßen, das gesamte weltpolitische Geschehen erörtern, beschreiben und bewerten zu können und uns einzutrichtern versuchen, dass wir in einer freiheitsfeindlichen Gesellschaft lebten, nur weil sie tagtäglich für ihren verbalen Brechdurchfall einen auf den Deckel bekommen! Heul doch! 

    WEISS, WEISSER, WEISSER HAI

    „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt!Immanuel Kant (1724-1804)

    Reale Bedrohungen für unsere Gesellschaft sollten nach dem Solidaritätsprinzip auch gemeinsam bekämpft und angegangen werden! Da hilft es nichts, durch wahnhafte Pseudotheorien die Verantwortung von sich zu weisen und Bedrohungen zu relativieren! Verdrängung ist eierlei Blödsinn. Sachliche Kritik an den Maßnahmen der Regierung – die ich übrigens selbst in vielen Fällen hinterfrage – legitimiert es nicht, mit Reichtagsstürmenden und antisemitischen Attilasund Attilar*innen mitzulaufen! Denn dabei lässt es sich schnell vergessen, diese Extremist_Innen und Rassist*Innen zu bespucken und auszubuhen! Stattdessen werden sie auf den so genannten „Friedensdemonstrationen“ mit Beifall überschüttet! Loide das ist nur ein Trostpreis! Das ist ne Teilnehmerurkunde, weil ihr es einfach nicht gecheckt habt! „Schön dass du dabei warst! Du hast der Herausforderung nicht im Ansatz genügen können. Aber du warst da! Teilnahme ist alles 😉 #läuftbeidir! 

    Schuster deiner Leiste

    Jetzt kommen wir aber zur Essenz: Uns geht es abgesehen vom Hass der uns aus dem Netz von frustrierten und verängstigten Menschen entgegen geblasen wird und der allgemeinen Lage sehr gut! Und wir wollen unser digitales Tagebuch nutzen, vom Fortgang und Erfolg unseres Unterfangens zu berichten! Also kehren wir zum Ursprung zurück und berichten von unseren Erfahrungen bei der ökologischen Sanierung eines alten Hofes. So here we go! 

    INNENBEREICH – CHECK

    Letzte Schönheitsreperaturen wurden an diversen Zimmern vorgenommen und brachten uns Frieden! Die Angst etwas abzuschließen, etwas fertig zu benennen, sich in eine Reflexion der eigenen Fähigkeiten zu begeben, ist aufgelöst. Hier ist unser we leave the comfort zone Moment! 

    Karminlounge, Esszimmer und Flur…sind sehr zu unserem Belieben geformt!

    AUßENBEREICH – CHECK

    Wir verließen das Haus und standen unter dunklem Blech von dem das Kondenswasser tropfte, schauten auf eine ausufernde Linde und auf Bauschutt. Jetzt ist alles nahezu sinnlich perfekt und zum Verweilen einladend… Schöner kann es nicht sein. Warum wir dies und jenes gebaut und bedacht haben, folgt eventuell nochmal in einem ausführlicheren Beitrag! Form follows Function oder so…
    Bleibt gesund! Wir melden uns…

  • Saunaland

    Saunaland

    Wir dachten, wir hätten aus dem „mal eben was erledigen“ – Trugschluss gelernt. Weit gefehlt…! Es leben die Parallelitäten…

    Von Anfang an war uns klar, dass wir eine eigene Sauna bräuchten! Erstens ist dies die ultimative Entspannungsmöglichkeit auf dem Land, wo Entspannungsmöglichkeiten bekanntlich Mangelware sind, und zweitens erhofften wir uns damit weitere Berliner aus der Großstadt aufs Land hinaus locken zu können! Der erste Plan sah den Bau einer Fasssauna im Außenbereich vor. Vorne im Wäldchen sollte eine kleine Saunalandschaft und Wellness-Oase entstehen. Mit einem kleinen Holzofen, für den es in Deutschland nicht mal eine Zulassung gibt. Nun war, wie aus der Praxis reflektiert und mittlerweile essentiell, auch eine Kostenkalkulation Teil der Bauplanung. Und nachdem sich diese, konservativ geschätzt, Richtung Fünfstelligkeit bewegte, vertagten wir das Projekt auf Grund anderer Dringlichkeiten. Geld wächst schließlich nicht auf Bäumen. Kurz vor Weihnachten entdeckten wir dann in den lokalen Kleinanzeigen eine gebrauchte Finnensauna in makelosem Zustand. Also schlugen wir direkt zu und spannten unseren Gaul vor den Hänger. Und so kam eins zum anderen…

    Unsere Sauna: Erst zwei Wochen im Hänger, bis wir diesen wieder brauchten, dann auf der Terrasse und schließlich wegen der Witterung in der Ferienwohnung drei Monate gut abgelagert…

    „Mal eben schnell die Sauna aufbauen“

    Fehler Nummer 1: Die alte Sauna abgebaut und eingeladen und alles nur rudimentär dokumentiert. Man baut die Sauna ja sowieso gleich wieder auf. Sechs Wochen später stehen wir wie der Ochs vorm Berg vor den Saunamodulen, die mittlerweile mehrfach den Ort gewechselt haben und das Eine jetzt nicht mehr so ganz zum Anderen passen möchte (Ihr erinnert euch vielleicht an die Kistenweise Kistenreise von vor zwei Jahren – tja, history repeating oder so). 
    Doch was war zwischendurch passiert!?…

    Das können wir uns schon merken wo welche Schraube und so hinkommt!Jeder Bauherr ständig und immer

    Zur Parallelität gezwungen

    Sieht doch schon fast aus wie ein Saunaraum

    Wir machen gerne mehrere Fässer auf und arbeiten parallel. Der Grundgedanke dahinter ist, alles in einem Aufwasch abzuarbeiten. Und natürlich auch, alles was nicht so viel Spaß macht, ohne schlechtes Gewissen prokrastinieren zu können! Während wir also voll in der Badrenovierung stecken wollten, uns aber der Fachbetrieb für die Leitungsinstallation eine Absage erteilte und die abgebaute Sauna im Anhänger lagerte, dachten wir doch mal eben kurz den Saunaraum fertig zu machen, bevor die Klempner anrücken und die Leitungen legen. Im alten Waschraum war schon länger geplant, die Sanitäranlagen für unsere Zeltgäste unterzubringen und ein Klo, eine Dusche und einen Waschtisch einzubauen. Die Sauna passt da gerade noch so zwischen, sofern die alte Gartenwasserpumpe abgebaut und das Podest darunter vergrößert werden würde. Aber erstmal ging es wieder einmal los mit Entkernen, die Gartenpumpe zu demontieren, die alten Stromleitungen abzubauen und den alten Sicherungskasten abzuklemmen. Dafür warteten wir auf meinen Schwiegervater, der während der Weihnachtsfeiertage am Stromkasten stehen musste! Was sind wir nur für Rabenkinder…

    Zum Ausufern verdammt

    Kaum hatten wir die Wände grundiert, frisch gekalkt, das Podest fertig gegossen und nach einer dreiwöchigen Trocknungszeit gefliest, kam uns die flaxe Idee, doch den gesamten Boden zu fliesen. Schließlich bringt so ein roher Estrichboden keine Gemütlichkeit in den Raum und außerdem gibt es wie immer gerade wieder irgendwelche Fliesen im Angebot. Also Hänger ausgeräumt (ja da war die Sauna noch drin) und ab in den Baumarkt. Für 4€ den Quadratmeter gab es Bodenfliesen in 60×60 im Angebot. Also die letzten 12 Kartons gekauft und eingeladen. Gewichtsmäßig war es wohl etwas zu viel für den Hänger, weswegen wir die Hälfte der Fliesen in den Kofferaum packten. Kurz vor dem Ortseingangsschild wurden die Fliesen plötzlich 60€ teurer. Denn die letzte Bodenwelle kostete mich meinen Endschalldämpfer. Der Preis sollte sich ein weiteres Mal verfielfachen, als wir feststellten, dass unser Boden für Fliesen dieser Größe nicht plan genug sein sollte. Also wieder in den Baumarkt und über den Preis der Ausgleichsmasse geächzt: 25€ Pro Pack, 15 sollten wir nach Berechnung brauchen. Also ab über die Grenze nach Küstrin und für die Hälfte des Preises das Auto mit Ausgleichsmasse voll beladen. Diesmal blieb der Auspuff dran. Chapeau!

    Selbstnivellierende Ausgleichsmasse ist eine tolle aber teure Sache! Es gibt sie meist in 1-3 oder 3-10mm. Auf polnisch heißt sie Szybkosprawny Samopoziomujacy Podklad Podlogowy 

    Während die Ausgleichsmasse trocknete, machten wir uns ans Abschleifen der Sauna, um diese dann endlich aufbauen zu können. Und obwohl wie vorher alles so toll ausgemessen und jeden Schritt geplant hatten, stellte sich ein neues Problem ein: Die Sauna passt zwar zur Raumhöhe, aber eben nur im aufgebauten Zustand! Während des Aufbaus brauchte man 10cm zusätzlichen Platz, um das Dach aufsetzen zu können. Also mussten wir die Füße der Sauna halbieren, um etwas an Platz zu gewinnen.

    Zwischenzeitlich wurde links von der Sauna eine Trockenbauwand gezogen. Das machte mein Kumpel Martin. Der ist sowas von viel geschickter und erfahrener als wir. Diese wurde anschließend gefliest, um fortan als Duschwand zu dienen. Außerdem wurde rechts von der Sauna das Vorwandelement des WCs verkleidet und die Toilette angebracht. 

    Nun folgten so langsam die spaßigen Aufgaben: Lampen, Gardinenstangen und Waschtisch entwerfen und basteln! Da bin ich ganz in meinem Element, man gebe mir einen tollen Podcast auf die Ohren und ich fange an zu werkeln…

    Endlich finden die Reste der Arbeitsplatte, die alte Spüle und der olle Badspiegel wieder Verwendung

    Das letzte Quäntchen bis zum Wasserfall

    Bevor die Dusche gefliest werden kann, muss diese grundiert und abgedichtet werden. Die Kalkwände haben wir mit Wasserglas grundiert. Die Trockenbauwand mit Tiefengrund aus dem Baumarkt. Vorher haben wir in den Vorsprung noch eine Einbaulampe angebracht. Hier hat uns mein Schwiegervater verboten 230V hinzulegen, obwohl das Lampengehäuse für IP68 ausgelegt und somit sogar dauerhauft untergetaucht werden könnte (die erste Zahl der Schutzklasse gibt Auskunft über den Schutz vor Fremdkörpern wie Staub oder Berührung, die zweite über den Schutz vor Wasser). Als Alternative haben wir einen Trafo in den Sicherungskasten und eine 24V LED in das Lampengehäuse eingebaut. Sicher ist sicher. Dann kam die Flüssigabdichtung samt Dichtband und Rohrmanschetten zum Einsatz. Der Anstrich erfolgt hier in mehreren Schichten. Dann folgten Fliesenkleber und Fliesen und zum Abschluss der Fugenspachtel. Alles in allem einige Arbeitsschritte, die immer wieder zur Pause zwingen. Aber die Geduld hat sich bezahlt gemacht. 

    Auf Alt gemacht

    Es gibt da so ein Phänomenon, wenn ein Mensch im gesamten Schaffensprozess seines Werkes involviert war und von Anfang bis Ende mitten drin steckte. Jeder einzelne Makel, jede kleine Unwucht, alles Unliebsame brennt sich ins Gedächnis und verhindert, im Abschluss die Schönheit des Ganzen zu erkennen! Wie sich wohl eine Künstlerin wie Élisabeth Vigée Le Brun gefühlt haben musste, als sie mit Dritten vor ihren Portraits stand und diese aus der Distanz nur Glanz und Perfektion erblickten, sie wiederum aber unter jedem fehlerhaften Pinselstrich und jeder Farbabweichung leiden musste. So ging es uns vermutlich beim Versuch, den alten Anstrich und das rohe Mauerwerk im Saunaland zu bewahren, um es gekonnt und gewollt als Restauration und Konservierung verstanden wissen zu wollen. Da hilft vermutlich nur die Zeit und das Vergessen…
    Die alten Bakelit-Oberputzleitungen aus der DDR haben wir aufbereitet und erneut angebracht, die alten Holzdübel mit moderneren ersetzt, haben Kupferleitungen eingepflegt, moderne Schalter und Steckdosen und den alten Putz mit Wasserglas fixiert (dabei mussten wir feststellen, dass Wasserglas mit Gips ziemlich allergisch reagiert. Es fängt sofort an nach Ammoniak/Urin zu riechen und das Wasserglas blättert beim Trocknen auf). Wir haben alte Stalllampen aufbereitet und mit modernen LED-Edison-Glühbirnen bestückt. Die Saunawand wurden mit alten Ausstellungsstücken aus dem Biologieunterricht verziert und Stoffreste aus dem Second-Hand-Laden dienten als Vorhänge und Gardinen. Genug der Worte.
    Die Bilder sprechen für sich…

  • Bad isch da!

    Bad isch da!

    Unser Eigenheim wird zu einer Polizeistation! Wie kann das sein? Das erfahrt ihr hier!

    Angefangen mit unserer Badsanierung hatten wir im Oktober letzten Jahres mit dem Entkernen und dem Abriss der alten Keramik. Im Januar schrieb ich im zweiten Teil der Badsanierung, dass ich mich nächste Woche – nach der Fertigstellung des Bades – erneut zu Wort melden würde. Jetzt ist es nahezu September. Wieder kam es zu einer geringfügigen Verzögerung. Zwischenzeitlich haben wir die kompletten Wasserleitungen neu gemacht, einen Eisenvorfilter hinter die Wasseruhr gehängt und alles wurde mit Edelstahlverbundrohr verpresst, das eigentlich nur in behördlichen Gebäuden wie Polizei-, Feuerwehr und Krankenstationen zum Einsatz kommt. Das Zeug ist damit irrsinig teuer. Aber bei größeren Fachbetrieben bleibt immer mal was von den diversen Großbaustellen übrig. Für unsere 50m Wasserleitung war das ausreichend. 

    Zuerst mussten also die alten Leitungen aus den Wänden gestemmt bzw. abgeklemmt werden. Außerdem haben wir den Boden aufgebrochen, um neue Abwasserleitungen zu verlegen. Das hat wie gesagt größtenteils die Firma meines Cousins übernommen. Aber wir haben wie immer den Handwerkern Löcher in den Bauch gefragt und unheimlich viel gelernt! Zum Beispiel wie man Rohrdurchmesser berechnet und warum bei Wasserleitungen eine Reihenfolge von edleren zu unedleren Metallen eingehalten werden muss, damit sich die Ionen nicht aus dem Trinkwasser lösen können und Korrosionen vermieden werden. Allerdings haben wir auch gelernt, dass die vorhergehende Firma beim Einbau der neuen Brennwerttherme gravierende Fehler gemacht hat (Kupfer ist wegen unseres Trinkwassers nicht als Leitung zugelassen und ein Heizkreislauf braucht einen magnetischen Eisenabscheider, damit die Umwälzpumpe nicht verschlammt). Und wir mussten beim Abnehmen der Rohrdämmung im Keller feststellen, dass unsere Zirkulationsleitung nur eine Attrappe war :-). Aber wir drücken mal ein Auge zu, schließlich haben wir auch schonmal gepfuscht :P. 
    Auf den folgenden Bildern seht ihr den Abriss der alten Armaturen, die Planung der neuen Zapfstellen und das Betonieren des neuen Versorgungsschachtes. Zuletzt den Trockenbau, um die Raumkrümmung auszugleichen und die problematischen Gipssteine abzudecken.

    Die Innenausbau beginnt

    Kaum waren die Leitungen abgedrückt (so nennt man das Testen der Dichtheit nach dem Verpressen der Rohre) und der Estrich getrocknet, begannen wir mit dem Innenausbau. Zuerst verklebten wir mit Ansetzgips Feuchtraumplatten auf die alte Gipswand und stellten das Vorwandelement für das Klo auf. Anschließend wurde die Schamwand mit Porenbeton gemauert und alles verspachtelt. Dann folgte in gewohnter Manier die Elefantenhaut auf den alten Fliesen und im Nassbereich der Dusche und Wanne. Dann wurde der Wannenträger mit Fliesenkleber aufgeklebt und erneut mit Elefantenhaut abgedichtet. Nun konnten der Boden und die Wände an kritischen Stellen gefliest werden. 

    Cortenstahl für die Duschwände

    Wer unseren Baublog regelmäßig verfolgt, weiß, dass wir riesen Fans von Cortenstahl sind! Wir machten uns also von Anfang an Gedanken darüber, ob und wie es möglich sein würde, eine Duschverkleidung mit diesem Werkstoff zu realisieren! Die Kostenfrage schwingt bei uns ja auch stetig mit, da wir natürlich auf der einen Seite möglichst günstig sanieren wollen, zum anderen aber auch auf nachhaltige und ökologische Baustoffe viel Wert legen. Nachdem wir feststellen mussten, dass gerade im Nassraumbereich die höchsten Kostenposten abgerufen werden und wir die Preise von diversen Glas/Keramik/Kunststoff-Fertigbauelementen recherchierten, schien uns die Cortenstahl-Idee mit einem nahezug perfekten Preis-Leistungs-Verhältnis immer realistischer und sympathischer! 200€ für die Zuschnitte, selbstgemachter Schnellroster für Umme, 20€ für Rostversiegelung (Owatrol) und 30€ für den Installations-Kleber sprechen, nicht nur preislich, für sich! Unsere Expertise aus den vorhergehenden Erfahrungen haben wir erweitert: Wir verwendeten Küchenrolle als Feuchtigkeitspuffer und feuchte Gräser, um dem Cortenstahl beim Rosten zusätzlich Struktur zu verleihen! Da die beiden Duschelemte im rechten Winkel zueinander stehen sollten, überlegten wir kurz, diese an Ort und Stelle zu verschweißen. Hier zeigt sich allerdings ein Nachteil von Cortenstahl: Das Schweißen ist etwas komplizierter und erfordert spezielle Elektroden und Vorgehensweisen, zusätzlich auch eine Materialstärke von 3mm. Uns reichten allerdings 1,5mm, da wir auch noch die Aussparungen für die Zapfstellen, die Hebelgarnitur und die Regenbrause in das Material flexen und schneiden mussten. Also verschlossen wir die Lücke mit rotbraunem Sanitärsilikon, um eine Wasserdichtigkeit zu gewährleisten…

    Geseifter Kalk

    Unser Bad ist huggelig klein und hat kein Fenster nach außen. Als wir die alten Fliesen abbrachen und die Leimfarbe von den Wänden flexten, stellten wir fest, dass es offensichtlich feuchtigkeitsbedingte Schwarzschimmelschäden gab. „Moderne Baustoffe“ wie Glasfliesen, Dispersionsfarben und Leimfarben haben den Feuchtraum versiegelt und ihm die Möglichkeit zum Atmen genommen! Als Putz kam uns natürlich zuerst der gute alte Bekannte namens Lehm in den Sinn – wir haben aber auch innerhalb der letzen zwei Jahre gelernt, dass Lehm unter extermer Feuchtigkeitseinwirkung verweichlicht und seine Form verliert. Zudem hat er nicht die nötige Abwehrkraft gegenüber Schimmelpilzen, sofern er dauerhaft feucht bleibt. Daher entschieden wir uns im Nassraum für eine geeignetere Alternative – der Kalkglätte! 

    Kalkglätte besteht aus Sumpfkalk, Marmormehl und einem Weißzementzuschlag, lässt sich unkompliziert selbst herstellen oder für 1€ pro Kilogramm im Baustoffhandel beziehen. Für einen Quadratmeter Putzfläche werden ungefähr ein Kilogramm Kalkglätte benötigt – der größte Teil davon für die untere „Opferschicht“. Diese lässt man mindestens 72 Stunden lang trocknen und beschleift dann die stärksten Riefen und Macken. Anschließend folgt der eigentliche Kraftakt: Das Verpressen der Kalkglätte auf Kornstärke mit einer Venezianischen Glättekelle, auch Venezianertraufel genannt – eine Putzkelle mit abgerundeten Ecken, die es ermöglicht, auf dem Material kreisförmig hin und her zu reiben, damit sich die feuchten Partikel komprimieren und zu einer glatten Oberfläche verbinden. Ähnliches ist auch mit Lehm möglich und nennt sich „Tadelakt“, wurde vorwiegend in Marokko für Hamams verwendet und ist so zeitintensiv, dass wir uns als allzeit Verspätete dagegen entscheiden mussten… 
    Wir haben unsere Kalkglätte immer in fünf Kiloportionen angesumpft und verrührt, dabei einen Esslöffel Eisenoxid-Farbpigmente hinzugegeben, da wir ein leichtes Grau in unserer Marmorstruktur einem Eierschalengelb bevorzugten. Denn das Material vermischt sich mit dem Untergrund und zieht Fremdpigmente an bzw. reagierte sogar mit dem Kalkzementputz des Untergrundes, was wir bei der Opferschicht bereits beobachten konnten. 
    Während des Trocknungsvorgangs – maximal aber 12 Stunden danach – wird die Naturseife eingepresst. Hierbei handelt es sich um so genannte Korfu-, Olivenöl- oder Römerseife. Die Fettsäuren reagieren mit dem feuchten Kalk und bilden glänzende Oberflächen. Die Trockenbauplatten wurden speziell grundiert, da Gips sich mit so ziemlich keinem anderem, natürlichen Baustoff verträgt…

    Das Ergebnis war für uns mehr als beeindruckend! Die Oberfläche der Kalkglätte gleicht stellenweise dem Marmor, das Wasser perlt ab und läuft zum Boden. Gleichzeitig hat unser Feuchtigkeitsventilator weniger zu tun: Er springt bei einer Raumfeuchtigkeit von 50% an und läuft dann für 5 Minuten gechillt weiter. Kurze Zeit später zeigt das diffusionsoffene Supermaterial sein volles Potential: Der Raum ist plötzlich wieder trocken! Dit jefällt uns und amused uns sehr! Kalk Baby!

    Vorher. Nachher. Endlich

  • Badrenovierung Teil 02

    Badrenovierung Teil 02

    Drei Monate sind vergangen. Am 13. Januar sollten die Arbeiten an den Sanitärleitungen durch einen Fachbetrieb erfolgen. Dafür hatten wir uns mitte November auf die Warteliste einer lokalen Firma setzen lassen. Dann kam zwei Tage vor Arbeitsantritt die Absage. Kein Aufschub, keine Terminverschiebung. Nein. Einfach eine komplette Absage.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen wie das für uns gewesen wäre, wenn wir nicht so viel in Eigenleistung erbringen würden oder ein neues Haus bauten!? Damit wären wir extrem auf die zeitliche Koordination der Gewerke angewiesen und damit komplett aufgeschmissen! Leider ist das nicht unsere erste Erfahrung mit voll-ausgelasteten Fachbetrieben – History repeating
    Unsere Not brachte mich dazu, den Mann meiner Cousine aus Berlin anzurufen. Er ist selbst mittlerweile Meister und wir haben uns abgestimmt, dass wir die Baustelle komplett vorbereiten und er dann mit seiner Firma vorbeikommt um die neuen Leitungen zu verlegen. Willkommen zum Bergfest unserer Badrenovierung!

    Materialbeschaffung

    Mittlerweile haben wir einen ganz guten Überblick über die Preise diverser Komponenten im Bau- und Sanitärbereich: Wir kennen die Apothekenpreise aus dem Baumarkt und wir kennen die Preise diverser Fachhändler. Das Verhältnis liegt durchschnittlich bei drei zu eins. Das fängt beim Baustopfen an (6€ Baumarkt vs. 1,60€ Großhandel) und endet bei der Marken-Regendusche Deluxe (Baumarkt 900€ vs. 350€ Großhandel). 
    Mein Gedanke war, dass man durch einen Fachbetrieb Kosten sparen würde, weil dieser ja schließlich die Komponenten günstiger zukauft und hauptsächlich durch die Arbeitsleistung profitiert. Leider ist häufig das Gegenteil der Fall: An den Bauteilen wird zusätzlich verdient. Das mussten wir bereits erleben. Daher haben wir unsere Sanitärkomponenten über diverse Onlinehändler möglichst günstig geschossen.

    Operation am offenen Herzen

    So geschah es, dass der Göttergatte meiner Cousine unmittelbar zu Hilfe schritt, uns anbot mit seiner Firma den darauf folgenden Werktag aus Wandlitz anzureisen, und sich der Sache anzunehmen! Wir waren gelinde gesagt überwältigt von so viel Einsatz und Hilfsbereitschaft! Wir wurden aus der totalen Enttäuschung und Überforderung rausgerissen und mit neuem Enthusiusmas überspült: Schließlich steht dieses Jahr unser Polterabend mitsamt Hochzeit an und die Baustellen auf dem Hofe multiplizieren sich. Der Ausblick auf eine Wannebade für Susans Rückenentspannung bereits in diesem Winter und einem Saunaraum für unsere baldigen Feriengäste im Frühjahr – hauptsächlich aber die Fertigstellung des letzten und heiligsten aller Räume in unserem neuen Heim – rockt uns voll weg!

    Wir rechneten mit zwei Tagen Arbeitseinsatz. Das war das was über Bilderchen und dem Messenger so rüberkam. Diese Einschätzung hielt sich auch über den ersten Arbeitstag hinaus. Dann wurde schnell nach oben korrigiert :-). Kennen wa schon wa!? Beim Versuch die bestehende Wasserleitung abzudrehen, traten die ersten Probleme auf: Vernickelte Altrohre mit Stahlverschraubungen und alten Kugelhähnchen. A receipt for desaster…und alles platzte unter uns weg. Die Konsequenz: Alles muss neu! – und dabei ließe sich doch gleich der gesamte Keller neu gestalten, oder etwa nich…!?

    Es gibt einiges zu Stemmen…

    Habt ihr schon mal gestemmt? Stemmen ist unfassbar kompliziert. Man setzt von der Hoffnung getrieben den Stemmhammer inklusive Meißel auf die mit Bleistift eingezeichnete Stelle an um den richtigen Stein aus der Wand zu ballern. Tendentiell bewegt sich aber immer der andere blöde Stein! Einfacher ist es beim Boden. Hier hilft die Schwerkraft ungemein! Schwerkraft ist plötzlich geil! Hat man keinen hochperformanten Stemmhammer zur Auswahl und ist auf die Budget-Version angewiesen, hilft es mit der Bohrmaschine die Sollbruchstellen vorzubohren! Das sieht außerdem auch ziemlich bezaubernd aus! 

    Bad, Sauna, Garten. Und ein Kriechkeller…

    Während wir zum Warten gezwungen wurden, verlagerten wir unsere Kräfte auf den Ausbau des Saunaraums. Dadurch entstanden selbstverständlich neue Herausforderungen an das Wasserleitungskonzept. Wie gewohnt sollten alle Leitungen durch unser persönliches Rom – den Keller führen. Also entstand die Idee, diesen etwas angenehmer und wohnlicher zu gestalten. Eine neue Kalkbude entsteht…

    Die Wände sind gestemmt. Nächste Woche geht es weiter und hoffentlich werden alle Leitungen verpresst und verlegt und die Spülmaschine ist wieder einsatzbereit. Denn mittlerweile stapelt sich das Geschirr und die ungewaschenen Buchsen im Wohnraum. Geschichte wird gemacht es geht voran…

  • Badrenovierung Teil 01

    Badrenovierung Teil 01

    Vorbereitung und Planung, ein Punkteplan inklusive Materialliste und detailierte Agenda – das scheint unserer Erfahrung nach eine gute Reihenfolge zu sein! Let`s get it on!

    Der letzte Raum unseres Hauses muss sich endlich einer vollumfänglichen Schönheitsoperation unterziehen. Wir sind weit gewandelt und haben Erfahrungen gesammelt! Treu dem Motto: „Das erste Haus baust du für deinen Feind, das zweite für einen Freund und das dritte für dich selbst“ haben wir uns an den anderen Räumen wie EsszimmerWohnzimmerGästewohnung und Küche warmgemacht. Das Bad ist für uns selbst und soll ein Ort der Entspannung und des Kräftetankens werden – ein Idyll in dem der Tag beginnt! 

    Vorüberlegungen

    Bereits vor 21 Monaten haben wir eine erste Skizze des neuen Bads entworfen und diese im Verlauf regelmässig angepasst, verändert und erweitert. Gründe waren einerseits neue Erfahrungen und Erkenntnisse in unserer Funktion als Bauleitende, andererseits diverse Prioritätsverschiebungen und ein neu gelernter Pragmatismus (Pragmatismus ist vermutlich ein Mischwort zwischen Fatalismus und Praktikabelität oder so). 

    Termin- und Zeitplan

    Das war unser Plan: ähnlich wie damals bei der Küche würden mein Vater und ich in der ersten Herbstferienwoche 2019 das gesamte Bad fertigstellen. LOL2000. Aber wir haben entkernt! Sowas von entkernt! In dem wir den Grundstein abgerissen haben, haben wir den Grundstein gelegt! Den Grundstein für ein SuperBad4000

    An zwei vollen Tagen wurde die Porzellanabteilung fragmentiert und aus unserem Blickfeld verdrängt – diesen Job übernahm mein Vater und schleppte gut zwei Tonnen Bauschutt in den alten Hühnerstall. Dort soll er verweilen und auf den nächsten  Baucontainer warten. 
    Optimierungsfaktor auf Grund diverser Erfahrungswerte: Sammle niemals Bauschutt vor deiner eigenen Tür! Schaffe ihn soweit wie möglich weg! Aus den Augen aus dem Sinn! Sonst bittet er dich jeden Tag erneut zum Tanz und du ziehst Tag für Tag mit einem schlechten Gewissen an ihm vorbei und denkst du müsstest, denkst du würdest, meinst du könntest…

    Neue Wände fugenlos

    Seit Anbeginn unserer Zeitrechnung haben wir mit ökologischen Baustoffen und primär Lehm gebaut. Die Gründe dafür sind von Werten getragen: Wir wollen Fußabdrücke hinterlassen, in denen nachkommende Generationen sich wohl fühlen können! Wir wollen unsere Kinder und Kindeskinder nicht mit Sondermüll und Altlasten belasten! Biodegradable ist Trumpf!
    Im Gästebad konnten wir bereits sehr positive Erfahrungen mit dem Baustoff LEHM machen. Er reguliert die Feuchtigkeit und sieht Schniecke aus – im Daily-Use treten allerdings auch ein paar Probleme auf: Der warme Wasserdampf vom Duschen dringt schnell in den Putz ein und erzeugt einen erdigen Geruch. Dadurch unterliegt der Putz wiederkehrend extremen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, dehnt sich aus und zieht sich zusammen – anders als in den Wohnbereichen des Hauses. Spannungsrisse, Abplatzungen und Materialerweichung sind die Folge. Konsekutiv: Der Baustoff Lehm kommt im Sanitärbereich an seine Grenzen! 
    Wir haben einen Aufruf in der Instagram-Community gestartet und viele hilfreiche Tipps für ein fugenloses und ökologisches Badezimmer erhalten. Im Besonderen möchte ich hier einmal das Ladencafé Cortés aus Göttingen erwähnen, dass uns sehr detailiert Einblick in die eigene Badgestaltung mit Lehmputz und geeigneten Imprägnierungen gegeben hat! Schlussendlich fiel unsere Wahl dann aber doch auf eine übliche Verdächtige, in diesem Zusammenhang aber doch vollkommen neue Baustoffin: die Kalkglätte… 

    Geseifte Kalkglätte ist fast so alt wie die Welt

    Kalk-Baby! Er ist von der Sache her mega offen für neue Bindungen! Vor allem mit Wasserdampf und so! Da wird durchdiffundiert und geschäkert! Dieser kleine Korallen-Schwamm-Filter-Schimmeltöter-Schneckenhausliebhaber – er-marmoriert-riechtgut-siehtgutaus-machtwas-her – is-stabil! Gemeinsam schaffen wir Räume – Nassräume! Mit einer guten Grundierung von Kalk-Zement-Putz, darüber Kalkglätte mit Korfu-Seife verpresst – so wie es die alten Römer taten – bekommen wir ein marmoriertes Mega-Spa. Hier wird Sumpfkalk mit Marmormehl und Leinöl und Wasser vermengt und dann in Fresco mit Olivenölseife und einer Venezianerkelle behandelt. Das zeigen wir dann aber lieber hinterher nochmal im Detail! Bis dahin ist noch 1 bisschen Weg…

    Und unter dem Putz?

    Als hätten wir es geahnt: auch hier streiten die Geister und jeder dieser weiß anscheinend alles besser: Kupfer vs. MSVR (Mehrschichtverbundrohr) – was läuft bei uns!? 50 Jahre Beständigkeit mit fünf Jahren Lebenserfahrung vorweisen ist schon mal ne Nummer. Klingt wie plausible Weltverschwörung. Cu schafft 30. Das ist bewiesen. Denn nach 30 gehen die Fittings, Lötstellen oder Verzweigungen nieder. Kapitulieren vor Kalk oder Verstopfung? Dann erfuhren wir das nur ein zertifizierter Fachbetrieb an die Trinkwasserleitung ran darf! Klingt plausibel. Wir haben sowieso vor den verschiedenen Konturen und Pressfittings kapituliert. Da bringt jeder Hersteller was eigenes an den Start. Wie so oft ist das gesamte System proprietär und nichts mit nichts untereinander kompatibel. 

    Und dann gibt es noch weitere wichtige Überlegungen: Welcher Rohrdurchmesser für Zu- und Ablauf und die Stiele, braucht es eine Zirkulationsleitung um Verkeimung zu verhindern? Und welche Zapfstellen werden eingebunden? Und überhaupt – wo sollen wir denn mit den Neuen Rohrleitungen beginnen und die alten angreifen? Zuerst überlegten wir uns selbst eine Presszange zu kaufen. Aber nach all den Unsicherheiten erstellten wir ein Strangschema und begaben uns auf die Suche nach einem Fachbetrieb. Und wir warteten und warteten, während unser entkerntes Bad sich zu langweilen begann…

    Die Frage zum SchlussWer bitte baut freiwillig drei Häuser?

  • Baufails und Lernprozesse

    Baufails und Lernprozesse

    Wir sind junge und unerfahrende Bauherrinnen und -herren gewesen. Doch nach zwei Jahren der härtesten aller Schulen – dem eigenen Hofprojekt – haben wir einiges dazu gelernt!

    Und wir haben uns täuschen, von verlockenden Angeboten blenden, von verkaufswütigen Baumarktmitarbeitern belabern und letzlich vielfach ausnutzen lassen. Das hat uns Zeit, Geld und Nerven gekostet!
    Wenn wir eins gelernt haben, dann dass sich herausfordernde Bausituationen nicht unter den Teppich kehren lassen und sich stattdessen durch Aufschub später bitter rächen werden!
    So etwas wie den Fußboden, auf dem jeden Tag gewandelt, geschritten, getanzt, geschwankt und gestampft wird, wo man mit seinen Dreckschuhen aus dem Stall den Sand, Staub, die Kacke und den Kies ins Haus trägt, so etwas wie den Fußboden, sollte man ernst nehmen und ernst aufbauen! Und hier sollte kein Auge zu gedrückt und kein Arbeitsschritt übergangen werden. Dazu ist die Sache zu wichtig!
    Unsere Erfahrungen möchten wir daher mit euch teilen! Vielleicht können sie den ein oder anderen Fehltritt verhindern und euch eine Orientierungshilfe sein! 

    Raum 1 – Augen zu und untendurch

    In den ersten Wochen nach unserem Hauskauf flaxten wir noch mit Freunden und Verwandten und sprachen vom baldigen Einzug, von den gut überschaubaren Renovierungsarbeiten und luden erste Gäste zum nahen Frühjahr in die Gästewohnung. Es brauchte etwas Zeit um nach den ersten Ernüchterungen wieder Kraft zu tanken und zu neuen Taten zu schreiten!
    Am Anfang steht der Ochs vorm Berg und weiß nicht weiter und so Vieles ist zu tun und der Wald verschwindet vor lauter Bäumen (drollige Sprichworte können den Ernst der Situation nur schwerlich einfangen).
    Und unsere Scheuklappen hielfen uns außerdem nur kurzweilig über die Unsicherheit hinweg!
    Aus unserem Ansatz das Vorhandene zu Nutzen und Aufzubereiten, um uns einen ökologischen aber auch wirtschaftlichen Vorteil zu erbringen, folgte eine dezente Misere! Wir fuhren zum Baumarkt um Schleif- und Poliermaschine auszuleihen, das Ochsenblut im künftigen Schlafzimmer abzuziehen und die vorhandenen Dielen mit ökologischem Hartwachöl aufzubereiten. Doch leider scheiterte unser Vorhaben an dem intensivem Holzwurmbefall und dadurch verursachten Marodität des Untergrundes! Da aber bisher jede unserer Aktionen einen bösen Ratenschwanz nach sich zog und wir von der Verheißung, kurzfristig ein Zimmer wohnlich gestalten zu können, geblendet wurden, beschlossen wir eine Dampfsperre in Form einer Trittschallfolie einzusetzen und darüber Klickparkett im Wert von 150€ zu verlegen! So wurde das Schlafzimmer zum Provisorium Schlafzimmer, bot Raum für Kleiderschrank und Bett und einen Ort zum Staub-Befreitem Sein! Wohlwissend, dass die Dampfsperre die Feuchtigkeit unter dem Laminat in den alten Dielen hielt, den Taupunkt gekonnt in die alten Dielen verlagerte und diese damit unweigerlich in den nächsten 5 Jahren weiter vor sich hingammeln würden. Problem ist aufgeschoben und aufgehoben! Es wird uns wieder ereilen. Vermutlich wenn der Rest des Hauses seine Gestalt gefunden hat! Augen zu und durch – wir werden uns wieder begegnen!

    Raum 2 – Weiter gedacht

    Im Esszimmer waren wir mit einer ähnlichen Situation wie im Schlafzimmer konfrontiert. Jedoch war hier der Boden nicht teilunterkellert und die Dielung in sich noch weitaus belastbarer. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Dielenaufbau mit neuen Kieferdielen aus Karälien. Dieses russiche Gehölz wächst auf Grund der Witterung sehr langsam, bildet kurze Jahresringe und damit eine gesteigerte Festigkeit – gleichzeitig aber die schönen Sonnentöne einer Kiefer. Um die Vorteile der Hölzer zu bewahren, verzichteten wir von Anfang an auf Lacke oder Versiegelung und entschieden uns für Hartwachsöle. Die Vorteile bleiben eine Atmung, Eine Bewegung, etwas Lücke und Dynamik im Boden. Dann dringt aber auch ab und an die kälte des Erdreichs ein. Das lässt sich mit unsrerm Kamin ausgleichen! Die Alternative wäre wieder eine luft- und wasserdichte Dampfsperre gewesen, die aber gleichzeitig für eine Verlagerung des Taupunkts in die alten Dielen resultiert hätte. Und wenn der Taupunkt (Kondensationspunkt) im alten Holz liegt, dann wird dieses zwangsläufig feucht, fängt sich Schimmel und Schwämme, und verwittert umso schneller.

    Raum 3 – Der Einfachheit erlegen

    Unser Haus wies in den verschiedenen Räumen unterschiedliche Untergründe auf. Von den alten und zerfressenen und bereits benannten Dielen im Schlaf- und Esszimmer bis hin zum Esstrichguss in Wohnzimmer und Ferienwohnung über Terazzo und Fliesen in den Nass- und Küchenräumen – jeder Boden bringt Vor- und Nachteile und unterschiedliche Ansprüche an die Überarbeitung mit sich!
    Den Estrichboden im Wohnzimmer aufzubereiten erschien uns am Einfachsten. Tatsächlich machten wir aber hier die meisten Fehler, weil wir den Untergrund schlichtweg unterschätzten! Wir gingen automatisch davon aus, dass ein in Beton gegossener Untergrund in Waage liegen und keine Unebenheiten aufwiesen würde. Dem war leider nicht so und nachdem wir im Wohnzimmer das gehobene Echtholzlaminat in Walnuss verlegt hatten (Kostenpunkt 30€/qm), müssen wir seitdem in die ein oder andere Unebenheit treten, wo das Laminat nachgiebt und die Brücken und Lücken zwischen den Hölzern für immer verstärkten Belastungen ausgesetzt sein werden!

    Raum 4  – Meisterprüfung

    Diesen Fehler konnten wir dann im zweiten Anlauf in der Ferienwohnung korrigieren und den Untergrund im Vorfeld mit Richtlatte auf Unebenheiten untersuchen und diese mit Niveliermasse ausgleichen! Dieser Arbeitsschritt ist sehr mühselig und zieht sich über mehrere Tage: Unebenheiten finden, markieren, grundieren, verspachteln, schleifen, nachspachteln, schleifen, saugen, wischen, Trittschall auslegen, Laminat aklimatisieren lassen, verlegen, setzen lassen, sich freuen, ups es ist Neujahr :-). Also alles getreu dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Doch wer im Vorfeld sorgfältig und genau arbeitet, spart sich viel Frust und mühselige Nacharbeit in den Folgeschritten der Bodenbelegung!

    Das nonplusultra eines Fussboden weist folgende Eigenschaften auf: Er ist hart und belastbar, wasserunempfindlich und immun gegen Flecken und Verschmutzung. Man kann ihn sozusagen mit den Füßen treten, ohne das er es einem verübelt! Er ist immun gegen Schädlinge, isoliert gegen Kälte von unten, verzieht und ächzt nicht mit gruseligen Lauten und ja, er sieht wahnsinnig toll aus! Material der ersten Wahl: 60 Jahre lang getrocknete Landhausdielen aus Eiche! Eiche ist hart, nach dieser Zeit trocken genug um nicht mehr allzusehr zu verziehen und damit auch uninterresant für Holzwürmer! Einziger Nachteil und unser Ausschlusskriterum ist und bleibt der Preis! Ab 80€ pro Quadratmeter geht es los!
    Das bedeutet im Endeffekt wieder wie immer auf dem Bau Kompromisse zu finden! Damit daraus kein fauler Kompromiss wird, müssen wir eine Annäherung an das Optimum versuchen…
    Der Untergrund muss isoliert sein: Kälte und Feuchte soll bleiben wo sie ist. Doch wenn sie kommt, soll sie langsam verzerrt und zurückgedrängt werden. Schimmel und Staunässe ist uncool! Und Nagetiere und Schädlinge sollten keine Anreize finden, sich auszubreiten. Und keinen Unterschlupf haben!
    Unsere Antwort_ Hanffiilz als Dampfbremse (Eine Dampfbremse ist diffusionsoffen – sie lässt Feuchtigkeit durch, verlangsamt sie aber. Sie kann einen Teil aufnehmen und dann langsam wieder in die Umwelt abgeben. Sie wird nicht ertränkt noch verliert sie ihre Wirkung bei Defekt.)

  • Umcontainert

    Umcontainert

    Es ist soweit. Wir haben aufgeräumt. Fünf Kubikmeter Bauschutt zierten nun fast zwei Jahre unseren Hof und waren das erste was ins Auge stach. Dank vieler helfender Hände sind sie endlich entsorgt! 

    Ständig wartet man auf den perfekten Zeitpunkt. Um Geld zu sparen natürlich und alles am besten auf einmal entsorgen zu können. Während des Wartens fing unser kleiner Bauschutthaufen an zu gammeln. Gerne hätten wir euch den Haufen im Wandel der Jahreszeiten gezeigt: Als Skipiste im Winter und Frühlingswiese im Frühling. Aber wir haben ihn gekonnt ausgeblendet und ihn ebensowenig Teil unserer Fotodokumentation sein lassen wie Teil einer störenden Warnehmung. Man gewöhnt sich an so einiges. Der Mensch und die Psyche können trickreich sein. Jetzt wo er weg ist, vermissen wir ihn nicht…

    Der Arbeitseinsatz

    Bereits im April 2018 wagten wir den ersten Aufruf zum Umcontainern, um mit Freunden gemeinsam das Monster von Haufen zu bezwingen. Das Echo war überwältigend im negativen Sinne. Irgendwie hatte keiner Bock auf so eine geile Aktion! Und da wir nach unserem ersten Winter und der Einsamkeit und dem Warten auf Besuch der Berliner Freunde auch erstmal keine Kraft mehr hatten, beschlossen wir den Haufen erst einmal unter den Teppich zu kehren. Bis meine Eltern kamen und wir das erste Drittel des Haufens, den Lehm und das Stroh, auf dem Grundstück verteilt haben bzw. von meiner Mutter und meiner Schwester haben verteilen lassen :-). Dann kamen Matthias und Alex vorbei, zwei sehr gute Freunde, die wir viel zu selten sehen, weil sie so weit weg wohnen und wir haben einen Teil des Betonbruchs als Fundament für den Pizzaofen genutzt. Und dann war erstmal wieder Pause. 
    Umso schöner, dass unser diesjähriger Aufruf auf offene Ohren und damit helfende Hände stieß und wir hier gemeinsam durch die Kraft der Gruppe relativ wenig Mühen und dafür umso mehr eine tolle Zeit hatten! An dieser Stelle nochmals tausend Dank an Anke und ihre Familie und Dani und Reinier! Auch wenn der Haufen sich in der Größe veränderte (neben dem großen Container wirkte er ganz klein, dann wuchs er mit fortschreitender Zeit auf unbekannte Größe, um dann wieder zu schrumpfen…). Spannend war auch, sich durch die Schichten zu buddeln und damit eine Chronik der bisherigen Arbeiten zu entdecken. Relativ zum Schluss fanden wir Fragmente der Decke in der Ferienwohnung, um dann am Anfang auf die Steine des Durchbruchs im Wohnzimmer zu stoßen. Wir kleinen Archäologen 🙂

    Natürlich versuchten wir wie immer unsere Helferinnen und Helfer wie Könniginnen und Könige zu bewirten und ihnen neben der vielen Arbeit auch einen möglichst aufregenden Tag zu gestalten! Diesmal gab es lecker Forelle und Spargel in Holunderblüten (Rezept hier) und abends dann eine umfangreiche Grillplatte mit kulinarischen Köstlichkeiten.

    Warum dauerte das alles so lang?

    Kurz gesagt: weil wir unerfahren, blauäugig, knauserig und faul waren :-). Und aus diesen Fehlern dürft ihr jetzt lernen, falls ihr auch mal ein Haus bauen oder renovieren wollt!
    Der erste Fehler lag darin, den Bauschutt nicht ordentlich voneinander zu trennen. Denn die Zusammensetzung spielt bei der späteren Entsorgung eine sehr wichtige und vor allem finanzielle Rolle! Alles was nicht verrotten kann, ist nämlich Bauschutt. Hier kostet der Kubikmeter um die 40€. Dann gibt es noch BauMISCHschutt. Da ist auch Organisches wie Holz, Tapete, Kabel usw. dabei (kostet ungefähr das dreifache). Und dann gibt es noch Wertstoffe wie Metalle, Heizkörper, Kunststoffe, Glas und natürlich Sondermüll wie Kamelit, Mineralwolle und Rigipsplatten. Wenn vorher alles schön sortiert wird, spart man sich eine Menge Arbeit und eine Menge Geld. Haben wir alles nicht bedacht und alles zusammengehauen. Daher mussten wir dann das Styropor, das Holz, das Lehm/Stroh-Gemisch und die Müllsäcke voll mit Mineralwolle und die Elektrokabel aus Aluminium beim Umcontainern wieder rausfischen und getrennt entsorgen. 
    Dann haben wir natürlich so lange wie möglich warten wollen, weil man ja so einen Container nicht ständig auf den Hof holen will. Außerdem kosten An- und Abfahrt und Miete auch eine Pauschale, die man so wenig wie möglich beanspruchen mag. Dadurch haben wir uns zwei Jahre an einem Schutthaufen erfreuen können, der de facto aber seit mehreren Monaten nicht mehr gewachsen ist. Also schnell weg damit und nicht zu sehr knausern! Und alles schön vorher trennen, zum Schrott oder Wertstoffhof fahren und sich an viel Platz und schöner Aussicht freuen!

  • Küche fertig

    Küche fertig

    Mein Papa war eine Woche da und wir haben die Küche durchgerockt während sich meine bessere Hälfte in Italien gebräunt hat! Vater-Sohn-Quality-Time und ein tolles Ergebnis! Wir können endlich wieder Kochen, Backen, Abwaschen und eine Küchenparty schmeißen – und alles parallel und gleichzeitig!

    Die Planung der Küche war digital im Sketch-Programm schon lange abgeschlossen und auch der Einkauf der Küchenelemente und Elektrogeräten war bereits letzten Herbst getätigt. Doch die Küche sollte noch eine Weile in den Kartons in der Garage schlummern müssen, bevor sie endlich verbaut werden sollte. Dazu nutzten wir eine Woche der Osterferien um mit vereinten Kräften gemeinsam in einer Hauruck-Aktion unser Provisorium in eine Traumküche zu verwandeln! Hier kommt die Evolution…

    2017 als wir dachten, wir sind in zwei Wochen mit der Küche durch. Muhaha

    Rumpelkammer Partykeller Rumpelkammer

    Eine unfertige Küche kann vielerlei Gesichter haben! Unsere hat sich regelmäßig metamorphisiert oder wie man das nennt: Vom Schmetterling für den Gastempfang zur Rumpelkammer und zurück. Provisorien halten ewig, bis sie plötzlich brechen. Wer schonmal beim Zahnarzt war, weiß wovon wir reden…

    Vorbereitung und Entkernung

    Alle vorbereitenden Maßnahmen in der Küche erwiesen sich als relativ unkompliziert. Die Tapete ließ sich von Hand abziehen, die alte Vertäfelung war ruckzuck abgeschraubt und auch die alten Steckdosen und Stromleitungen waren schnell demontiert und verspachtelt. Beim Aufbrechen der Fliesen um neue Kabelschächte zu ziehen stellten wir jedoch fest, dass diese ins Dickbett gelegt wurden und mit einer 6cm dicken Betonschicht an der Wand fixiert wurden. Daher entschlossen wir die alten Fliesen zu belassen, stellenweise mit Fliesenlack zu Weißen und den Rest zu erhalten. Der Zugang zur Esse vom alten Kochofen wurde zugemauert und ein zweiter Zugang für die Abluftrohre der Dunstabzugshaube eröffnet. Kunststoffrohre wurden mit Hammerschlag lackiert und zugeschnitten.

    Im Gegensatz zum Rest der Wohnung haben wir uns gegen Lehmputz entschieden und wollten die Küche traditionell mit Kalk in fresco streichen. Nachdem also alles beräumt und die Wände gesäubert waren, folgten die nächsten Schritte und mein Vater reiste zur Hilfe an.

    Kalken hoch drei

    Junge, ich hatte extra Sumpfkalk besorgt um eine richtige Karbonisierung der Kalkfarbe zu erreichen und die Küche schimmel-, wasser- und schmutzsicher auszugestalten. Einen wichtigen Aspekt hatte ich allerdings übersehen: Kalkmilch aus Sumpfkalk streicht man in fresco: das bedeutet mindestens drei und bestenfalls sechs Schichten werden an aufeinanderfolgenden Tagen aufgetragen. Dazwischen immer 24h Zeit für die Trocknung und Karbonisierung – wodurch schlussendlich eine Gesteinsschicht entsteht. Nun hatten wir aber bloß sieben Tage Zeit um die gesamte Küche fertigzustellen. Daher improvisierten wir, nässten die Wände mit Kohlensäurewasser vor, versprüten außerdem nach dem Strich CO² und erhöhten die Temperatur in den Räumen um die chemischen Prozesse zu beschleunigen. So schafften wir es in drei Tagen vier Schichten aufzubringen. Mit gutem Ergebnis. Das gemeine an der Kalkmilch ist allerdings, dass diese einen DryOut-Effekt hat: ist diese noch nass sieht man die Deckung nicht. Erst beim Abtrocknen wird die Wand und leider auch der Boden weiß. Volker hat dann gefühlte tausendmal den Küchenboden gewischt, weil man immer wenn alles getrocknet war noch weiße Schlieren sehen konnte. Erst dann ging es weiter mit der Elektrik und dem Aufbau der Küchenelemente. Details zum Umgang mit dem Sumpfkalk könnt ihr in meinem Podcast nachhören

    Kampf den proprietären Systemen

    Wir haben uns für eine Küche eines renomierten schwedischen Einrichtungshauses entschieden. Gründe waren das Preis-Leistungsverhältnis, die schlichte Optik und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Beim Aufbau traten allerdings einige Probleme auf: Während standardisierte Küchen eine Einbautiefe und Aufbauhöhe von 60x80cm aufweisen, kommen die Schweden mit eigenen Maßen daher. 63,5cm braucht die Arbeitsplatte um die Elemtene zu umschließen und der Höhenaufbau wird mit 8cm verlängert. Gar nicht mal so unkompliziert wenn es darum geht Einbauelemente anderer Hersteller zu verwenden oder im Baumarkt nach einer Arbeitsplatte zu suchen! Dadurch wird man regelrecht gezwungen alle Küchenteile beim Schweden zu besorgen. Nunja, wir haben in den sauren Apfel gebissen und hier und da improvisiert. Geil finde ich sowas nicht. Da bin ich eher OpenSource und Compatible oder so.

    Finaly. Vorher/Nachher und so!

    Es folgt bald noch eine Videodokumentation dieses Projektes. Sofern ich zwischen Arbeit, Baustelle, Garten und Leben die Zeit finde, 15Gb an Videomaterial aufzubereiten 😉