Wir haben uns eine bequeme Sitzbank rund um unsere Linde gebaut. Nun können wir im Sommer unter den schattigen Zweigen sitzen und das Summen der Bienen und Zwitschern der Vögel genießen…
Keep it simple
Ich wollte mit wenig Aufwand eine robuste und bequeme Bank um unsere Linde bauen die einen schönen Ruhepol in unserem Garten bietet und gleichzeitig ein echter Hingucker ist. Den Aufwand und die Kosten wollte ich bei den aktuellen Holzpreisen außerdem recht übersichtlich gestalten. Am meisten verunsichert hat mich dabei die Wahl meiner Holzversiegelung zum Wetterschutz und Witterungsschutz, nämlich keine! Stattdessen habe ich auf konstruktiven Holzschutz und die natürliche Vergrauung des eingesetzten Holzes gesetzt. Ein Grund dafür war, dass ich mit natürlichem Leinöl im freien keine guten Erfahrungen gemacht habe. Es hat sich fast überall wo ich es eingesetzt habe Schimmel auf Öl und Holz gebildet. Für den Innenbereich bleibt es mein Favorit, Außen hat es mich stark enttäuscht. Einen chemischen Holzschutz mit pilztötenden Mitteln oder die komplette Versiegelung des Holzes durch Hartwachs oder Lack kam für mich ebenfalls nicht in Frage. Also habe ich ein Experiment gestartet…
Natürlicher Holzschutz
Es gibt Holzbauten die mehrere tausend Jahre alt sind und viele Jahreszeiten schadlos überstanden haben. Das Prinzip die Lebenszeit von Holz durch das Verlangsamen der natürlichen Zersetzung zu verlängern sind dabei immer ähnlich: Durch konstruktiven Holzschutz wird eine rasche Trocknung des Holzes erreicht und durch natürliche Prozesse wird der Nährboden für Pilze und Flechten entzogen. Viele Hölzer haben dafür selbst Lösungen gefunden. Heimische Eiche ist besonders hart, Douglasie oder Bangkirai haben Inhaltsstoffe wie Terpene und Mykotoxine die für Pilze unverdaulich sind und Insektenfraß verhindern. Darüberhinaus hilft uns Energie. Zum einen wirkt die Sonne mit ihrem UV Licht auf das Holz und verursacht eine Vergrauung. Dabei werden Farbstoffe und Lignin zersetzt und es entstehen Schwefel- und Wasserstoffperoxidverbindungen die wiederum Bakterien und Pilze abschrecken. Zum anderen erzeugt das Abflammen von Hölzern einen wirksamen Witterungsschutz. Die ummantelnde Kohleschicht ist unattraktiv für Zersetzer und bietet keine Nährstoffe, ist aber widerum stark saugfähig weshalb ich dieses Verfahren nicht ohne eine Nachbehandlung empfehlen kann. Am wichtigsten bleibt also der Schutz vor Feuchtigkeit bzw. die Möglichkeit der schnellen Rücktrocknung.
Holzschutz durch Abflammen
Konstruktiver Holzschutz
Ich habe mich für unsere Baumbank für das Holz der Douglasie entschieden. Douglasie ist ein langsam wachsendes Nadelholz mit hohem Harzanteil und festerer Struktur als die der heimischen Nadelhölzer. Sicher ist sie der Lärche und dem Bangkirai unterlegen, aber letzten Endes entscheidet das Portemonaie mit. Meine Holzständer für die Bank haben keinen Kontakt zum Erdreich. Hier habe ich so genannte Opferscheiben untergelegt. Diese liegen selbst auf der feuchten Erde auf und werdensomit zwangsläufig in wenigen Jahren zersetzt und geopfert. Diese kann ich dann regelmäßig ausbessern und außerdem die Bank immer wieder neu in Waage bringen. Außerdem habe ich waagerechte Planflächen vermieden und diese mit einem Gefälle angelegt (mind. 3°) um einen erleichterten Wasserabfluss zu gewährleisten. Trotzdem wird es das eine oder andere Bohrloch oder Spalt geben wo sich das Wasser festsetzen wird und länger verweilt. Was das für Auswirkungen haben wird, weiß ich mit Sicherheit in ein paar Jahren. Mittlerweile ist die runde Baumbank aber bereits ein Jahr alt und hat den feuchten Herbst, den ebenfalls nasskalten Winter und den verregneten Frühling gut überstanden. Und das ohne eine Behandlung oder Versiegelung des Holzes.
Material und Kosten
Alle Materialien habe ich im hiesigen Baumarkt bekommen. Dort sind die Preise meist etwas höher, dafür bin ich flexibler beim Transport und unterstütze außerdem den lokalen Einzelhandel. Als Werkzeug kam eine Kreissäge, eine Kapp-Zug-und-Gährungssäge und ein Akkuschrauber zum Einsatz.
7x
gehobelte Balken mit 200 x 7 x 7 cm
ca 70€
12x
Dielen Douglasie
ca 60€
200x
Holzbauschrauben Torx 4x50mm
ca 20€
1x
Wasserdichter Holzleim
ca 10€
Drei der gehobelten Balken habe ich mit der Kreissäge halbiert um sie als Querstreben der Stützpfeiler zu verwenden. Von da an kam nur noch die Kappsäge zum Einsatz.
Die sechs Stützpfeiler der Baumbank
Ich hab mir einen Pfeiler als Stütze aufgebaut und diesen dann als Schablone für die Einstellung der Gährung benutzt und fünf weitere Pfeiler kreiert. Kompliziert wurde es dann mit dem Zuschneiden der Dielen für die Sitzfläche und die Rückenlehne. Hier habe ich alles um die Linde positioniert, den Innenradius gemessen, die ersten Dielen mit 30° Gährung zugesägt und angelegt. So habe ich mich Stück für Stück weitergehangelt bis die Bank fertig war. Verschnittstücke habe ich als Obferscheiben benutzt. Wer die Bank nachbauen möchte kann auch meine Bauanleitung als Video benutzen!
Zucchini hat gerade Saison und da mir das Gemüse relativ schnell über wird, habe ich mal ein neues und sehr simples Rezept ausprobiert, um dem Gemüse neuen Reiz einzuverleiben!
Das braucht ihr an Zutaten für zwei Personen
Eine Zucchini
Ungefähr die gleiche Menge Möhren
2 Bio Freilandeier oder aus dem eigenen Stall 😉
4 EL Semmelbrösel
4 EL Mehl
1 EL Salz, Pfeffer und Gewürze nach Geschmack
Etwas Pflanzenöl zum Braten
Eine Schälchen Joghurt
Frische Gartenkräuter
1 EL Leinöl
Zuerst werden Zucchini und Möhren geraspelt und mit dem Salz vermengt, damit diese Wasser ziehen. Nach 10 Minuten werden diese dann mit einem Baumwolltuch ausgerungen. Den Gemüsesaft kann man übrigens auch trinken. Ist sehr lecker und sicher gesund. Dann werden die zwei Eier untergerührt und die Semmelbrösel hinzugegeben. Diese nehmen nochmal extra Wasser auf. Zum Schluss kommt das Mehl und Gewürze nach Geschmack.
Dann erhitze ich die Pfanne bis das Pflanzenöl heiß ist und gebe die Puffer in die Pfanne, tue einen Deckel drauf und reduziere die Hitze sofort auf die niedrigste Stufe, damit die Puffer für 10 Minuten „backen“ können ohne anzubrennen. Nun bereite ich einen Dipp aus Joghurt, frischen Gartenkräutern, Meersalz, Pfeffer und einem Schuss Leinöl. Dann kommt der Deckel runter und die Hitze wird wieder hochgefahren um die Puffer von beiden Seiten knusprig anzubraten. Fertig!
Hier ist auch ein kleines Video der Zubereitung für euch! Schmecken lassen!
Holla die Waldfee, der Holunder blüht! Was man aus dem tollen Gewächs alles zaubern kann, erfahrt ihr hier…
Schwarzer Holunder, Holderbusch, Holder Holler, Flieder oder Moschuskraut (er riecht zuweilen etwas strenger) – eine Heil-, Lebensmittel- und Farbstoffpflanze, die sehr vielseitig verarbeitbar ist und aus der sich tolle Sachen zaubern lassen! Das beste daran: Weit verbreitet und fast überall auffindbar (weeste nich wo, guckste hier…).
Im Mai blühen die Hollerblüten, ab Ende Juli kommen dann die Beeren ins Spiel! Reich an Vitaminen, Antioxidantien und Mineralien, werden dem Gewächs schweißtreibende, stoffwechselanregende und antibakterielle Eigenschaften nachgesagt. Für uns ist das größte Plus aber der Geschmack: Ob als Sirup, Saft, Konfitüre, Sekt, Beilage oder Tee zubereitet, der einzigartig süßlich-aromatische Geruch und Geschmack, vermag die Laune zu erheben! Machen wir also keine Wissenschaft daraus, sondern versuchen einfach ein paar kulinarische Haute Cuisine Delikatessen zu zaubern! Die Ideen unserer verfeinerten Rezepte entstammen allesamt mündlicher Überlieferungen unserer Vorfahren, von Großeltern, Nachbarn und Kolleginnen – kurz gesagt aus dem Internet also – und erfahren so eine Veredelung und Konservierung um sich stetig weiterzuentwickeln!
Level 0: Das Sammeln, Verarbeiten und Aufbewahren
Die Blüten werden im Mai/Juni gesammelt, wenn sie in voller Polle stehen und kurz vor dem Verblühen sind. Somit haben sich die Kelche bereits geöffnet und die zuckerliebenden Hefen konnten die Blüte infizieren (brauchen wir für den Sekt). Damit sind sie aber zeitgleich sehr attraktiv für kleine schwarze Käfer, Läuse, Spinnen und Fliegen. Diese lassen sich durch leichtes Schütteln oder Pusten entfernen. Wichtig dabei ist, dass die Pollen nicht zusehr verloren gehen, denn diese machen einen Großteil des Aromas aus und sind Trägerstoff für die liebenswerten Mikroorganismen! Die Blüten werden dann knapp unter dem Plateau geschnitten. Sie verzweigen sich zu jeweils sechs Ausläufern und wiederum sechs Abteilungen zu den Blüten an sich. Dabei stehen sie aufrecht nach oben. Der Strauch sollte nicht mit dem roten Holunder verwechselt werden, der nie mehr als einmeterfünfzig in die Höhe wächst und keine wirklichen „Stämme“ baut. Der schwarze und essbare Holunder hat richtige verholzte Hauptriebe vom Boden ausgehend, die eine braune Rinde aufweisen und bei Bruch eine baumwollartige Polsterfüllung aufweisen. Bei Pflanzen ab zweimeter Wuchshöhe, holzfasserigem Hauptgeäst und süß-saurem Blütenduft, lässt sich also nicht viel falsch machen. Sollte man sich nach der Speisebereitung übergeben, hat man dann doch daneben gegriffen und ruht sich etwas aus (nachdem man seinen Hausarzt konsultiert hat und der einem geraten hat, sich etwas auszuruhen!). Generell sammelt man so viel wie man tragen kann! Denn es gibt so vielfältige Verwendungsmöglichkeiten und am Frustrierendsten ist es, am Ende zu Hause zu sitzen und nicht genug gepflückt zu haben! Die gesammelten Blütenzweige transportiert man geschichtet im Korb und verarbeitet sie alsbald, ohne sie zu wässern, denn dann gingen die aromatischen Pollen verloren. Dabei arbeiten wir selbstverständlich hygienisch, sorgfältig und achtsam der Natur gegenüber.
Level 1: Blüte
Holundersekt
Heißt Sekt weil bizzelt. Kohlensäure ahoi; Alkohol – eher weniger. Schmeckt trotzdem gut und ist relativ simpel zuzubereiten. Bis zum Verzehr müssen allerdings einige Wochen vergehen. Geduld ist eine Tugend!
Zutaten
Für 6 Flaschen Demi Brut á 0,7 Liter brauchst du ungefähr 10 gelbe und nahezu verblühte Holunderblütendolden, 5 unbehandelte Zitronen, 750gr RohRohrZucker, eine Messerspitze Zimt und Wasser.
Zubereitung
In einem ausreichend großem Topf werden 1,5l Wasser erwärmt, um darin den Zucker einfacher lösen zu können. Während des Abkühlens wird der Zitronensaft und Zimt zugegeben. Sobald der Sud Zimmertemperatur erreicht, werden die Blütendolden ordentlich darin vermantscht (das Abkühlen ist wichtig, damit die wilden Hefen in den Blüten nicht sterben). Nun folgt die erste Ruhezeit in der Mittagssonne (UV-Desinfektion), von Gaze oder Sieb geschützt, damit Ameisen, Insekten oder andere Flugwesen keinen Zugang finden. Bei Eintreten der Dunkelheit wird das Experiment an einen kühlen Ort zum Verweilen verlagert (Keller eignet sich bei Feuchtigkeit und Schimmelbefall nur bedingt). Nach 2-5 Tagen sollten sich die ersten Kohlensäure-Blässchen an den Blüten entwickeln. Das ist der Zeitpunkt um die Blüten abzuseihen, den Sud mit weiteren 2,5l Wasser zu verdünnen (die Menge bestimmt die spätere Süße/Trockenheit des Sektes) und die Flaschenabfüllung vorzubereiten. Wichtig hierbei ist immer ein sauberes und steriles Arbeiten, um den gewünschten Hefen einen Vorsprung zu verschaffen und krankhafte Keime auf ein Minimum zu reduzieren. Die sterilisierten Flaschen werden je nach Schlauchigkeit des Gefäßes bis zu 3-5cm unter die Oberkante befüllt damit Platz für die Kohlensäure bleibt und uns die Dinger nicht um die Ohren knallen. Der Verschluss erfolgt entweder durch gereinigte Schraub-, Kork-, Wachs- oder Bügelverschlüsse (abkochen alliterarisch angeraten). Jetzt musst du leider 4 Wochen warten und die Volumen erneut an einen kühlen Ort verfrachten. Hast du alles richtig gemacht, verwandeln die zuckervernarrten Hefen – in einer alkoholfreien Gärung unter Bildung von CO2, Zitronataesther, Zuckerderivation, Propionsäure-, Homoacet- und Milchsäuregärung whatsoever – das Gesöff in Sekt. Profis lagern übrigens horizontal und denken an die regelmäßige Remuage um aus dem Sekt vielleicht doch noch sowas wie Champagner zu machen :-). Dann kann der Zaubertrank in den letzten Tagen aufgerichtet, gekühlt und selbstverständlich zur Verkostung serviert werden! Wer sich für die Mikrobiologie hinter diesem Herstellungsprozess interessiert sollte unbedingt die Homepage des Mikrobiologen H. Bührer besuchen. Dieser lieferte nämlich die theoretischen Hintergründe für dieses Rezept und erklärt gut verständlich die biologischen Vorgänge und wie er das Ursprungsrezept von Max Oettli weiterentwickelt und optimiert hat!
Holunderblütensirup
Grundlage für wohlschmeckende Sommergetränke wie Schorle, Hugo, Sirup oder Tee und vielleicht von der Sache her auch – neben den großen Zuckeranteilen – ein wenig gesund…
Zutaten
1 Liter Trinkwasser, 1-2 Kg Zucker (Braun-, Rohr-, Kandis-, Puder-, Palm-, oder Rübenzucker für spannende Variationen gemischt). 300gr Hollerblüten (ca 30 Dolden). Aromaten wie Zitronenmelisse, Minze, Zitrone, Zimt, etc.
Zubereitung
Das Wasser im Druckkochtopf erhitzen und ab ca 50°C anfangen den Zucker einzurühren und damit eine gesättigte Lösung zu erstellen: Wir machen Läuterzucker! Es kann durchaus passieren, dass etwas mehr oder weniger Zucker gebraucht wird, aber davon lassen wir uns nicht ärgern! Ist die Sättigungskurve erreicht, werden die Dolden und Aromen hinzugegeben, der Druckdeckel aufgebracht und alles für mindestens 5 Minuten bei Volldruck gekocht. Danach erfolgt unmittelbar die Abfüllung in gereinigte Gefäße, vorzugsweise Twist-Off-mäßige Befüllung. So wird der Sirup für drei bis sechs Monate haltbar gemacht. Vertraue dabei auf deinen Geruchsinn!
Holunder- und Lindenblüten Erkältungstee
Für die Herbst-Winter-Regen- und Erkältungszeit was ganz Feines: Beide Wüchse tragen heiße Potentiale um deine histologischen Prozesse zu verbrennen, Schweißtrieb anzudrücken und deinen Stoffwechsel zu beschleunigen (Worte der Kräuterhexen hier im Dorfe)! Die Zutaten sind zu gleichen Teilen Holler- und Lindenblüten. Zweite sind erst Anfang Juni mit oder ohne Flugblatt erntbar und sollten kurz nach Öffnung der Blüte und vor dem Bienensog geerntet werden. So steht der meiste Nektar mit seiner Süße und allen Potenzen bereit. Die Trocknung erfolgt unter regelmäßiger Umwälzung auf Backpapier in der Sonne, im Solardörrer oder im Backofen bei max. 50°C, und dauert in allen Fällen mindestens 8 volle Stunden. Anschließend wird das Geschrumpelte in ein trockenes Glasgefäß gefüllt und dicht verschlossen. Ein Reis-Sediment am Grund des Behältnisses schafft einen Feuchtigkeitspuffer und vermeidet die Vermehrung unschöner Pilzkulturen.
Level 2: Beere
Willkommen in der Beerenzeit! Hast du es geschafft, genügend Blüten stehen zu lassen, wirst du jetzt mit Beeren belohnt (Cheater gucken hier…).
Holunderbeerensirup
Schmeckt köstlich, erinnert an Sommer, wirkt daher seelisch wohltuend und kann partiell Wintersorgen vertreiben, sofern im Winter getrunken und nicht vorher mit Gin verdünnt im Hochsommer verbraucht. Weiteres Gesundheitspotential bleibt durch den hohen Zuckeranteil, durch die extreme Erhitzung und die lange Lagerung nahezu ausgeschlossen.
Zutaten & Zubereitung
Beeren nach der Ernte von den Dolden lesen und waschen. Anschließend in ein Baumwolltuch oder Sieb geben (Achtung! Nach der Anwendung vermutlich nur noch kompostierbar) und den Saft ausringen. So bleiben Schale und Kerne zurück. Der Saft wird anschließend gewogen und zu gleichen Teilen Läuterzucker bereitet. Sobald der Läuterzucker kocht wird der kaltgepresste Saft hinzugegeben, beides für 2 Minuten gehalten und dann heiß in sterile Glasgefäße abgefüllt, die auf den Kopf gestellt werden (Twist-Off). Die abgekühlten Volumen werden kühl und dunkel gelagert (vorzugsweise Kühlschrank).
Holunderbeerenkonfitüre bzw. Gelee
Hier ähnliches Vorgehen wie bei Sirup-Herstellung: Für Gelee wird der kaltgepresste Saft mit 3:1 Teilen Gelierzucker verkocht. In der veganen Variante mit gleichen Teilen Kristallzucker 40-minütig eingekocht, so erfolgt die Gelierung automatisch durch Reduktion( Agar-Agar oder ähnliches eignen sich wegen der Wassereinlagerung nur schlecht). Für eine Konfitüre werden die gesamten Beeren mit Gelierzucker aufgekocht bis die Beeren platzen und den Saft abgeben. Anschließend erfolgt die Abfüllung in mit kochendem Wasser sterilisierte Glasbehälter, die anschließend im Twist-Off Verfahren auf den Kopf gestellt werden.
Highlight: Gebackener Spargel mit Holunderblütenbutter und Holder Sauce Hollaindaise
Das Highlight gibt es nur, wenn du uns auf Instagram folgst! Nein – Spaß beiseite, aber Folgen wäre trotzdem cool! Das Rezept ist nämlich von Lutz und Caro auf Instagram und hat uns wirklich umgehauen! Zur Modifikation haben wir lediglich etwas Butter mit ins Backpapier gegeben. Viel Spaß beim Nachmachen!
1/3 Lebenszeit verbringt man im Bett! Grund genug, der Schlafraum-Gestaltung etwas mehr Zeit zu widmen…
DAS BETT sollte der gemütlichste Ort im ganzen Haus sein und geruhsamen Schlaf garantieren. Denn das ist neben ein paar anderen Tätigkeiten der Hauptzeitvertreib in jenem. Die Wahl der richtigen Matratze, eine gute Belüftung und letztlich ein stabiles Bettgestell mit Stauraum und leichten Reinigungsmöglichkeiten waren der Fokus bei der Planung unseres neuen Bettes! Eins von der Stange kam für uns auf Grund der aktuellen Preise nicht in Frage! Denn unsere Vorlieben erwiesen sich leider auch als sehr kostenintensiv. Aber da wir ordentlich Holz vor der Hütte haben, beschlossen wir, unser eigenes Bett zu entwerfen und zu planen!
Die Wahl der Matratze
Wir sind in jüngster Zeit von Matratzenwerbung nur so bombardiert worden! Casper, Emma, Bett1, etc. und dann noch die Angebote der Marktmonopolisten wie Dänisches Bettenlager und Matratzen-Concord. Üerall gab es ständig Angebote und 100-tägige Testphasen – da fiel die Wahl am Anfang gar nicht leicht. Denn alle versprachen das beste Preis-Leistungsverhältnis, größten Liegekomfort, Memory-Schaum, Milbenschutz, usw. Und die Komplexität nahm zu, als es dann noch um die passende Matratzenunterlage ging: Festes Lattenrost vs. Federgestell vs. Boxerspringbett! Dabei sind wir auf einen spannenden Dokumentationsfilm von ZDF Wiso gestoßen: Das Matratzenkartell. In der Doku wurde auf den Hersteller bett1 verwiesen, der sich mit diesem „Kartell“ angelegt und eine viel günstigere Matratze gefertigt hat. Der Hersteller selbst verweist auf die Stiftung Warentest und gibt an, die beste jemals getestete Matratze hergestellt zu haben. Die Stiftung Warentest hat außerdem erstmals verschiedene Lattenroste und Matratzenunterlagen getestet und festgestellt, dass alle die Liege-Eigenschaften verschlechtern und daher eine eigene Anleitung zum Selbstbau veröffentlicht. Als wir uns dann für den Kauf einer Matratze von bett1 entschieden hatten, kam der BASF Skandal dazwischen und es galt erstmal abzuklären, ob bett1 auch den von krebserregenden Substanzen belasteten Kaltschaum für die Herstellung verwendete. Glücklicherweise war dem nicht so und sieben Tage später war unsere neue Matratze da! Ergänzt wurde diese von uns dann noch mit einem Milben-Encasing, da David eine Hausstaub-Allergie hat…
Das Bettgestell
Der Bau des Lattenrosts war auf Grund der Ergebnisse von Stiftung Warentest sofort klar: Diese Konstruktion gewährt eine ausreichende Belüftung und Stabilität. Wer mit seiner Matratze schon mal einige Zeit auf dem blanken Boden genächtigt hat, der weiß, wie schnell sich auf Grund von Feuchtigkeitsstau Schimmel oder Stocken bilden können. Da wir ein rustikales Bett haben wollten, haben wir zuerst über die Fertigung eines Bettgestells mithilfe von Europaletten (EPAL) nachgedacht. Hierbei stellten sich allerdings einige Probleme ein: Paletten bieten keine ausreichende Belüftung, da die relativ breiten Bretter der Paletten-Oberseite zu wenig Zirkulation gewähren. Zudem geht der gesamte Stauraum unter dem Bett verloren und dieser versperrte Raum lässt sich außerdem auch nur schwer reinigen und saugen. Also haben wir nach diversen Bettgestellen gegoogelt und uns sofort in ein Bettgestell namens „Sam“ verliebt. Das Problem bei diesem rustikalen Eichenbett war allerdings der Preis von satten 1600€! Absolut keine Option! Daher haben wir Google Sketchup bemüht und uns selbst ein eigenes Bettgestell entworfen! Für sage und schreibe einem Zehntel des Preises! Nun kam die Frage nach den passenden Hölzern auf…
Die Wahl des Materials
Eine antike und rustikale Optik hat in der Regel ihren Preis! Alles, was erstmal edel und antik anmutet, kostet übertrieben viel! Das haben wir schnell bei unserer Recherche nach entsprechenden Hölzern gemerkt! Altholz schied also erstens auf Grund des Preises aus, zudem aber auch wegen der variablen und sehr lapidaren Maßangaben: Ein gelagerter und verwitterter Eichenstamm kann keine exakten Maße haben und so schwanken die entsprechenden Maßangaben zwischen mehreren Zentimetern. Für ein stabiles Bettgestell also ungeeignet, denn wer will schon ein knarrendes oder kippelndes Bett!? Es ging also darum, die Vorteile von zwei Welten zu vereinen: antike und rustikale Optik gepaart mit kalkulierbarem Aufwand und Stabilität! Die Konsequenz: Konstruktionvollholz von der Stange, das auf alt gemacht wird!
Holzbearbeitung – aus Neu mach Alt
Unser Zimmermann gab uns einige hilfreiche Ratschläge, wie wir unser KVH bearbeiten sollen, um eine rustikale und antike Optik zu erreichen! Im ersten Arbeitsschritt haben wir mit einem Drahtbürsten-Aufsatz für den Winkelschleifer die Maserungen aus dem Holz herausgearbeitet und die etwas „weicheren“ Zwischenräume „weggeputzt“, während die härteren Jahresringe stehen blieben. Im zweiten Schritt wurde das Holz mit einem Abflammgerät „behandelt“ und geröstet, was zusätzlich die Maserungen des Holzes unterstrich. Eine anschließende Behandlung mit Polierstahl und Bürste löste grobe Schleif- und Flammreste und unser ökologisches Hartwachsöl veredelte die Oberfläche. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Benötigtes Werkzeug
Stichsäge mit 160mm Sägeblatt (besser Bandkreissäge oder Kreissäge), Akkubohrschrauber, Forstnerbohrstift 2cm, Winkelschleifer mit Stahlbürstenaufsatz, Abflammgerät mit Gasflasche, Polierstahlwolle, Bürste, Schleifblock mit 200er Papier, Baumwolllappen (zum Auftragen des Hartwachsöls), Schraubenzieher (zum Öffnen des Ölgebindes), Winkel, Bleistift, Gehörschutz, Mundschutz, Schutzhandschuhe, Schutzbrille.
Das KVH in den vorliegenden Maßen lässt sich nur schwer mit einer Stichsäge bearbeiten. Es braucht ein besonders langes Sägeblatt und eine Pendelhubfunktion, damit der Schnitt nicht krumm wird. Denn die Aussparungen müssen auf Anschlag und sehr präzise gesägt werden. Nur so kann hinterher alles schlüssig passen und zusammengefügt werden. Weiter sollten die „Beine“ alle gleich hoch und entsprechend „glatt“ gesägt werden, hier musste mit dem Winkelschleifer nachgeschliffen werden! Beim Einsatz des Winkelschleifers mit Bürstenkopf galt mit hohem Tempo und im richtigen Winkel zu arbeiten, trotzdem verschliss der Bürstenaufsatz relativ schnell und war nach den Arbeiten nicht mehr zu gebrauchen. Das Abflammgerät wiederum sollte auf voller Stufe gefahren und entsprechend flüchtig über das Material bewegt werden, da sonst drastische Verbrennungen des Holzes erreicht werden oder der Gasverbrauch zu hoch ist. Das Holz erwärmt sich zudem etwas schwergängig, färbt dann aber sonderlich schnell ein! Hier sind Vorsicht und Feingefühl geboten!