Kategorie: Tagebuch

  • Hauskauf zweiter Akt

    Hauskauf zweiter Akt

    Energiebedarfsausweis, Sanierungspflichten, Wasserrahmenrichtlinie, EnEV und zwei rauchende Köpfe…

    Bereits im Ersten Teil unseres kleinen Hauskauf-Tagebuchs haben wir von einigen versteckten Gefahren und Kosten gesprochen. Und wenn man so schön denkt man hätte alles im Blick, tauchen weitere unerwartete Herausforderungen auf! Während wir also auf unseren Notartermin warten, nutzen wir die Zeit um ein wenig mehr zu recherchieren und uns in die Materie einzulesen!

    Der Grundbuchauszug

    Das ist von allem noch das Unkomplizierteste. Ein Grundbuch gestaltet sich recht übersichtlich, trotzdem sollten ein paar Dinge unbedingt geprüft werden! Darunter fällt zum Beispiel die korrekte Bezeichnung der Flurstücke und auch die entsprechende Wirtschaftsart (Gebäude- und Freifläche). In der Abteilung I stehen dann die aktuellen Eigentümer. Auch dies gilt es zu überprüfen. Auskunft über Grundschulden, Hypotheken und Rentenschulden findet man in der Abteilung III. Hier ist wichtig, dass alle Schulden gelöscht sind, da man diese sonst beim Kauf übernimmt!!!

    Der Energiepass oder Energiebedarfsausweis

    Seit 2014 ist es vorgeschrieben bei Verkauf oder Vermietung von Immobilien einen Energiepass vorzulegen. Dieser muss bereits in der Annonce stehen und wird bei der ersten Besichtigung übergeben. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Die Überprüfung eines solchen Ausweises ist allerdings äußerst wichtig! Denn seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen gewisse Grenzwerte beim Energieverbrauch eingehalten und diverse Maßnahmen ergriffen werden, dies zu gewährleisten: Dazu zählen die Ausstattung sämtlicher Heizkörper mit einem eigenen Thermostat, ein höchstens 30 Jahre alter Heizbrenner, gedämmte Warmwasserleitungen und die Dämmung der Decken. Hier stünden die Mängel zwar so nicht direkt im Energiepass, jedoch kann man an Hand des Verbrauchs nachrechnen, ob diese Maßnahmen ausreichend erfolgt sind. Nach Kauf hat man dann zwei Jahre zeit diese Mängel zu beheben. Tut man das nicht könnten Bußgelder bis zu 25.000€ drohen. Das ist eine betrachtliche Summe und daher ist es wichtig, diese Punkte zu klären!

    Das Baulastenverzeichnis

    Im Gegensatz zu den im Grundbuch eingetragenen Grundlasten gibt es weitere so genannte Baulasten. Diese stehen im Baulastenverzeichnis des jeweiligen Bauamtes und eine Einsicht muss in der Regel schriftlich beantragt werden. Baulasten könnten zum Beispiel sein, dass einem Nachbarn ein Bebauungsrecht auf das eigene Grundstück gegen Entgeld genehmigt wurde. Das wiederum würde später bedeuten, dass man einen Teil seines eigenen Grundstücks nicht bebauen darf. Reinschauen lohnt sich also wieder!

    Satzungen der Gemeinde

    Hierunter fällt eigentlich alles was besondere Nutzungen angeht. Wäre zum Beispiel die eigene Grundstücksfläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen, dürfte man hier kein Feuer machen. Generell können in der Gemeindesatzung viele Sonderregelungen auftauchen, die man im Vorfeld beachten sollte. Die Gemeindesatzung ist in der Regel immer auf der Homepage der Gemeinde zu finden.

    Die Gebäudeversicherung

    Nach dem Unterschreiben des Kaufvertrags gibt es einen kurzen Zeitraum wo das Haus quasi in der Luft hängt. Es erfolgt eine Vormerkung zur Grundbucheintragung, das Geld wird überwiesen und anschließend meldet sich das Finanzamt um die Grunderwerbssteuer einzutreiben. Sind diese Kosten ebenfalls beglichen, erfolgt die Eintragung ins Grundbuch. Das kann sich schon mal einen Monat ziehen und in dieser Zeit ist man noch kein richtiger Eigentümer, hat aber schon bezahlt. Sollte dem zukünftigen Eigenheim jetzt etwas zustoßen, wird es juristisch etwas kompliziert. Daher gibt es eine Gebäudeversicherung die man vom Voreigentümer übernimmt! Wichtig ist hierbei zu prüfen, ob die Versicherungssumme sich mit dem Kaufpreis ungefähr deckt. Denn was nützt es wenn man ein Haus für 100.000€ kauft, die Versicherung aber im Falle eines Brands nur 30.000€ auszahlt! Wichtig ist außerdem, dass diese Versicherung automatisch vom Käufer übernommen wird! Man hat dann nach Eintragung ins Grundbuch einen Monat Zeit, sich neue Versicherungsangebote einzuholen und bei Bedarf die Versicherung zu wechseln bzw. die Versicherungssumme anzupassen. Tut man dies nicht, greift die Mindestlaufzeit.

    So weit erstmal zu den Stolpersteinen und Unsicherheiten die während des Hauskaufs auftreten können. Im dritten Teilschildern wir dann unsere Erfahrungen beim Notartermin…

  • Hauskauf Erster Akt

    Hauskauf Erster Akt

    Ein Haus ist gefunden, jetzt geht’s ans kaufen! Eine Beschreibung dieses Nerven aufreibenden Prozesses…

    Nach einer fast einjährigen Suche haben wir unser Traumhaus gefunden und wollen es natürlich kaufen! Dazu haben wir bereits nach dem ersten Besichtigungstermin unser Interesse bekundet. Das war relativ ehrlich und euphorisch. Das freut die Vorbesitzer natürlich und sie fühlen sich geschmeichelt. Gleichzeitig schmälert es natürlich die Chancen den Preis zu drücken. Aber das sollte wie sich herausstellen würde unser kleinstes Problem sein!

    Das Kaufangebot

    Unser Haus wurde von einer Maklerin vertrieben. Damit war sie auch unsere Ansprechpartnerin. Diese war super nett und freundlich. Vermutlich auch weil sie ein Haus verkaufen will. Wir schrieben also eine Mail und sagten, dass wir das Haus unbedingt haben wollen, aber dieses leider etwas über unserem Budget liegt. Wir nannten einen niedrigeren Preis mit dem Hinweis, dass wir aber bei etwaiger Konkurrenz auch den vollen Preis zahlen würden :-). Das war vielleicht nicht so klug, aber wenn man ein Haus unbedingt haben will, ist es schwierig um ein paar tausend Euro zu feilschen. Natürlich gab es dann diese Konkurrenz, die dann auch noch zufällig bei unserer zweiten Besichtigung anwesend war und sich bei den Besitzern einschleimte. Wir sind wirklich keine boshaften Menschen, aber dieses Konkurrenzgefühl was sich dann einstellte, war schon wirklich überraschend! Man wird wirklich ein bisschen hasserfüllt und missgünstig! Man ließ uns dann relativ lange zappeln. Auf jede Mail von uns mussten wir ein paar Tage warten. Dann hieß es irgendwann, die Konkurrenz habe auch die notwendigen Unterlagen angefordert. Dann waren wir kurz davor mit dem Preis wieder hochzugehen. Aber wir hielten die Füße still und warteten ab. Schließlich wurde unser Angebot bestätigt und damit bekamen wir auch die Erlaubnis, das Objekt auf Altlasten hin zu untersuchen!

    Kontakt zur Gemeinde

    Im Hinblick auf das was wir vor hatten, nahmen wir Kontakt mit der Gemeinde und dem Gewerbeamt auf und stießen auf eine böse Überraschung! Erstmal waren die Leute am Telefon alle super nett und gar nicht so wie man es aus Berlin gewohnt ist. Es war richtig herzlich und man freute sich, dass wir nach Platkow ziehen wollen und so tolle Sachen planen. Man sah uns als Bereicherung und freute sich über uns. Das war ein sehr schönes Gefühl! So plauderten wir mit unterschiedlichen Menschen und bekamen dann irgendwann den Hinweis: „Sie wissen aber schon das die Straße ausgebaut werden würde und es einen Bebauungsvertrag mit dem Landkreis gibt!?“ Nein – wussten wir nicht und die Besitzer scheinbar auch nicht! Dann also nach Straßenbaubeteiligung gegoogelt und auf böse Nachrichten gestoßen! Von Enteignungen und Insolvenzanträgen war die Rede, weil die Beteiligungskosten je nach Grundstücksgröße bis zu 80.000€ betragen könnten. Tief durchatmen und beim Landkreis anrufen! Hier beruhigte man uns wiederum, wollte aber auch keine konkrete Zahl nennen, da es nicht genügend Erfahrungswerte gäbe. Lediglich die Auskunft, dass es nicht fünfstellig werden würde und wir unser Haus nicht wieder verkaufen müssten. Nun gut, jetzt gab es zwei große Baustellen! Erstens der immer noch fehlende Energieausweis und zweitens die Straßenbaubeteiligung. Zwischenzeitlich meldeten sich die Vorbesitzer. Wir waren die letzten Interessenten und könnten das Haus kaufen. Allerdings hätten sie Post bekommen zum Ausbau der Straße mit einer Einladung zu einer Informationsveranstaltung nächste Woche. Wir sollten doch zu diesem Termin kommen und dann auch gleich das weitere Prozedere besprechen. Gesagt getan.

    Die Informationsveranstaltung im Gemeindehaus

    Wir waren sehr aufgeregt. Hier würden wir also das erste Mal auf unsere zukünftigen Nachbarn treffen. Und bisher würde uns niemand kennen. Unser Plan etwas später zu kommen damit wir uns still in die letzte Reihe setzen könnten schlug fehl. Der Raum war voll, die letzten Reihen auch und so mussten wir ganz vorne sitzen. Anwesend waren eine Dame vom Landkreis, der Bürgermeister, zwei Gemeindevertreter, der Vorsitzende des planenden Ingenieurbüros und zwei Bauherren der Straßenbaufirma. Wir erfuhren das es nicht die erste Veranstaltung war und die letzte in Streit ausgebrochen ist. Diesmal sollte alles besonnener von Statten gehen. Die Pläne lagen bereit und jeder konnte nochmal Einsicht nehmen. Dabei kam es zu mehreren Unstimmigkeiten. Nach einer halben Stunde wurde festgestellt, das niemand Protokoll schrieb. Weiter waren viele Zufahrten zu Grundstücken geplant, die gar nicht nötig waren. Und dann diskutierten Gemeinde und Landkreis auch noch darüber, ob der Zugang zur Kirche nun barrierefrei sein müsste oder nicht. Als wir fragen konnten was bei uns konkret geplant ist und wie hoch die Kosten sein würden hieß es zuerst, das wir außer einem kleinen Beitrag von 60% an Planungs- und Beleuchtungskosten nichts leisten müssten, da es sich ja um eine Kreisstraße handelte. Lediglich die Hecke zur Straße würde entfernt und anschließend neu gesetzt. Das müssen wir aber nicht bezahlen. Dann wiederum äußerte sich ein anderer Gemeindevertreter und sagte, dass die Zufahrten einheitlich sein müssten und wir daher die Pflasterung unserer Zufahrt selbst bezahlen müssten. Auf einen ungefähren Preis wollte man sich wieder nicht festlegen. Ich sagte dann ganz kess, dass ich nicht jetzt für 100.000€ ein Haus und dann in drei Monaten eine Straße für 50.000€ kaufen würde und wir daher eine etwas konkretere Aussage bräuchten. Wir wurden mit den Worten „Es wird höchstwahrscheinlich nicht einmal vierstellig“ entlassen, gepaart mit dem Spruch „Unsere Zielsetzung war eigentlich hier rauszukommen ohne Zahlen zu nennen“. Für uns war das aber die Chance den Kaufpreis des Hauses im Hinblick auf die Folgekosten noch etwas zu schmälern. Wir einigten uns somit und planten den Notartermin. Unsere verbindliche Aufforderung an die Notarin schickten wir noch am gleichen Tag ab. Nun mussten wir auf die Zusendung des Kaufvertragsentwurfs warten…

    Der Kaufvertrag

    Eine Woche später war der Entwurf des Kaufvertrags bei uns im Briefkasten und wir mobilisierten sofort unseren Juristenfreund Janosch, den wir lecker bekochten und anschließend bei ein paar Flaschen Bier den Vertrag durchgingen. Hier gab es im Wesentlichen keine bösen Überraschungen und es handelte sich weitgehend um einen Standardvertrag. „Gekauft wie gesehen“, „Dienstbarkeiten werden übertragen“, „Altlasten liegen nicht vor“, „verspätete Bescheide trägt der Erwerber“. Hier müssten noch ein paar Dinge ergänzt werden, da wir uns die vollbiologische Kläranlage mit unserem Nachbarn teilen (Dienstbarkeiten) und wir die Klausel „Dem Veräußernden sind derzeit keine Ausstehenden Bescheide bekannt“ aufnehmen wollten um uns selbst vor weiteren Extra-Kosten zu schützen. Denn so wurden beispielsweise vor einigen Jahren das Glasfasernetz ausgebaut. Sollte hier noch ein Kostenbescheid ausstehen, müssten wir ohne diese Klausel diesen Begleichen. Unserer Änderungswünsche haben wir der Notarin dann anschließend per Mail mitgeteilt und warten nun auf den Unterzeichungstermin. Weiter geht es dann im zweiten Teil

  • Traumhaus gesucht!

    Traumhaus gesucht!

    Wer ein Haus kaufen möchte, muss erst eines finden! Und das ist eine sowas von komplizierte Angelegenheit…

    Wir haben uns entschlossen der Großstadt den Rücken zu kehren und uns ein Haus mit großem Gartengrundstück zu suchen! Relativ unerfahren fingen wir erstmal an zu träumen und haben eine Mindmap gemalt, mit allen Dingen die wir uns für unser zukünftiges Zuhause wünschen und mit allen tollen Dingen, die wir dort gerne in die Tat umsetzen würden. Je konkreter unser Wunsch und unserer Suche wurden, desto mehr musste wir uns mit bestimmten Kriterien und Möglichkeiten auseinandersetzen.

    Der Standort

    Der Standort ist und war mit Sicherheit von Anfang an der wichtigste Faktor! Da wir partiell auf einen Bankkredit angewiesen sein würden, brauchten wir natürlich auch die Sicherheit unserer Jobs um einen solchen Kredit überhaupt zu bekommen. Also fingen wir an um Berlin herum nach Objekten Ausschau zu halten. Dazu nutzten wir die Kleinanzeigen und alle einschlägig bekannten Internetportale. Anfangs war unsere Suche allerdings sehr ernüchternd: Alles erreichbare und im so genannten „Speckgürtel“ gelegene war schlichtweg zu teuer und außerhalb unseres Maximalbudgets von 100.000€. Je weiter wir von Berlin weggingen, desto günstiger wurde es auch, allerdings waren hier dann die Möglichkeiten des Pendelns nicht mehr wirklich gegeben. Dann entdeckten wir ein wirklich günstiges Haus in der Nähe von Cottbus und haben uns sofort verliebt. Nach einigen Recherchen fanden wir allerdings heraus, das dort in den nächsten 10 Jahren das größte und modernste Kohlekraftwerk Europas gebaut werden und dazu die umliegenden Dörfer umgesiedelt und die Gegend geflutet werden sollte. Das nennt man einen Haken! Ein weiteres günstiges Objekt war ebenfalls zu einem Spottpreis zu haben, hätte aber nach Besichtigung mit einem Bausachverständigen locker 200.000-300.000€ an Sanierungskosten gefressen. Weiter schreckten uns viele Objekte die ungefähr eine Autostunde von der Stadt entfernt waren schlichtweg deshalb ab, weil die Dörfer in denen sie lagen am aussterben waren. Es gab keine Infrastruktur mehr, keine Supermärkte, keine Kitas, keine Schulen und keine Ärzte. Alles Dinge die auf Dauer wirklich wichtig werden würden. An diesem Punkt waren wir kurz davor uns von Brandenburg zu verabschieden und in Hessen nähe der Eltern nach einem Hof Ausschau zu halten und weiter zu sparen, um eventuell auch ohne Kredit an ein solches Objekt zu kommen. Selbst die Option des Pendelns wenn einer in Berlin weiterarbeitet und der Partner erstmal dort den Hof alleine saniert kam plötzlich in Betracht. Hier stagnierte die Suche kurz, bis sie kurze Zeit später sich wieder intensivierte.

    Die Kriterien

    Wir setzen uns wieder zum Brainstormen hin und überlegten, was wir alles mit unserem Hof machen wollen würden und welche der Punkte uns von allem am realistischsten, lukrativsten und wichtigsten erschienen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass wir gerne eine Radpension aufmachen möchten um so regelmäßig Besuch und Gäste zu haben und uns mit den Reisenden austauschen können würden. Also kauften wir uns diverse Radkarten und recherchierten die Routen der populärsten Radwege in Brandenburg. Dabei stießen wir auf den Europaradweg R1, luden den GPX-Track in Google Earth und schrieben uns alle Dörfer raus, durch die der Radweg führte. Außerdem recherchierten wir die Makler in diesen Regionen und abonnierten deren Newsletter, während wir gleichzeitig diverse Benachrichtigungsfunktionen einiger Internetportale nutzten. Und siehe da nach drei Monaten bekamen wir die ersten Inserate geschickt. Als wir dann am ersten Tag zur Besichtigung die B1 rausfuhren und uns das erste Objekt anschauten, waren wir enttäuscht und begeistert zugleich! Die Gegend um die B1 Richtung Polen war wunderschön und ganz anders als man sie von Brandenburg kannte. Saftige grüne Wiesen, Bachläufe, Wälder und Hügel! Das erste Objekt war jedoch sowas von abgeschieden und lag in einem klassischen Straßendorf ohne gewachsenen Ortskern und Infrastruktur. Hier lebten nicht mehr als 50 Parteien und man fühlte sich schon beim Aussteigen aus dem Auto ziemlich beklemmt. Das zweite Objekt an diesem Tag hat uns allerdings sofort umgehauen! Wir hatten noch etwas Zeit für die Besichtigung und so sind wir einfach etwas um die Gegend gefahren, haben einen Baggersee mit Freibad entdeckt, die nächste Kleinstadt besucht und uns einen Überblick der Region verschafft. Hier gab es wirklich alles was wir brauchten! In Seelow, sechs Kilometer vom eigentlichen Dorf entfernt gab es mehrere Kitas, Schulen, Ärzte, Apotheken, Tankstellen, Restaurants, Baumärkte und Veranstaltungsorte. Außerdem diverse Soziale Träger wie die Diakonie und die AWO, wo für David vielleicht auf kurz oder lang ein Job abfallen würde. Und für Susan gab es zwei Kilometer entfernt einen Bahnhof mit stündlichem Zug nach Lichtenberg. Auch das Objekt selbst hat uns überzeugt! Es befand sich in einem Zustand, dass man sofort einziehen könnte, hatte eine moderne Heizung, war gut isoliert und hatte keine größeren Bauschäden. In den vielen Nebengebäuden und Ställen ließen sich diverse Dinge unterbringen und das 3500 Quadratmeter große Grundstück bot genug Fläche für Gartenbau und Kleintierhaltung! Uns war sofort klar: Das wollen wir haben! Und jetzt ging es erst richtig los!

    Die Besichtigung

    Wir sind vollkommen unvorbereitet an die ersten Besichtigung herangegangen. Irgendwie möchte man ja auch das Gefühl genießen sich nach einem Haus umzugucken, durch die Gegend zu fahren, das alles auf sich wirken lassen, und dann aus dem Auto steigen und vor dem Objekt stehen. So fanden wir am Anfang auch alles einfach nur geil! Plötzlich hatte die Suche etwas konkretes und man saß nicht mehr nur vor dem Rechner, sondern schlenderte durch fremde Räume und fühlt sich dabei wie beim Besuch eines Schlosses, dass bald das eigene sein könnte. So sind wir vollkommen blauäugig an die Sache herangegangen und wollten eigentlich bereits das erste Objekt kaufen. Als wir dann aber einen Freund hinzuholten der sich mit Haus- und Hofsanierungen auskannte und der uns dann die Ohren gehörig gewaschen hat, haben wir beschlossen uns ein wenig weiter zu informieren. Dazu kauften wir uns ein Buch der Verbraucherzentrale mit dem Titel „Kauf eines gebrauchten Hauses„, dass wir nur wärmstens empfehlen können! Darin steht wirklich alles was es zu beachten gilt, einfach erklärt und super strukturiert! Auf jeden Fall eine sehr lohnenswerte Investition!
    Nun wussten wir also erstmal worauf man wirklich achten sollte! Wir entschieden uns also die Objekte erstmal unvoreingenommen zu besichtigen und das Haus zu „fühlen“ und dann, im Falle des positiven Gefühls, einen weiteren Termin zu machen um das Haus auf Herz und Nieren abzuklopfen! Ist der Keller trocken, gibt es irgendwo Nässe oder Schimmel, ist das Dach dicht, gibt es eine moderne Heizung, die die BImSchV und EnEV-Vorgaben erfüllt, erfüllt die Kläranlage die europäische Wasserrahmenrichtlinie von 2015, gibt es Risse, Dämmungen, Brandschäden, etc. Tja eigentlich ist man dann nur noch am Schreiben und die Checklisten am abhaken. Und es bleibt natürlich die Angst und Unsicherheit etwas Wesentliches übersehen zu haben. Aber irgendwann muss man sich dann auch einfach sagen: Böse Überraschungen wird es sicherlich geben. Augen zu und durch 🙂

  • Wir wollen raus

    Wir wollen raus

    …aus der Stadt, aus dem Trott, aus der Mähr, die uns verklährt und ab aufs Land! Eine abenteuerliche Reise soll beginnen! Los geht’s – wir sind bereit!

    David ist auf dem Land aufgewachsen und hat dort zwischen Reiterhöfen, Wiesen und Feldern seine Kindheit verbracht. Der Vater kam aus Berlin und hat mit ein paar Freunden eine Kommune gegründet. Diese zerbrach aber mit den ersten Nachkommen, da die Ansprüche und das Sicherheitsbedürfnis stiegen. Eine Kindheit auf dem Land ist mit nichts vergleichbar: Wir haben am Bach gespielt, Flüsse gestaut, Baumhäuser und Zwergenhütten gebaut und sind in unmittelbarer Nähe zur Natur aufgewachsen.

    Erst mit der Jugend fing der „Mief“ auf dem Land an zu nerven. Einsamkeit, Sehnsucht nach Abenteuer und Abwechslung stellten sich ein und mit 19 beschloss David nach Berlin zu ziehen um die große weite Welt kennenzulernen und das Pulsieren der Großstadt zu genießen. Nach dem Studium mit dem Eintritt ins Berufsleben sah die Sache aber schon wieder ganz anders aus. Und mit David veränderte sich auch die Großstadt.

    Das Überangebot und die Dynamik, die Lautstärke und das Tempo fingen an zu nerven. Da erinnerte er sich an seine Kindheitsträume, irgendwann mit seiner eigenen Familie auf einem Hof zu leben und eine kleine Herberge mit Café und großem Garten zu betreiben. Ein Ort wo man sich entfalten und zur Ruhe kommen könnte, gleichwohl aber durch abwechselnde Gäste nicht in der Monotonie und Einsamkeit eingehen müsste. Und dieser eigene Hof sollte auch das Zuhause für die eigenen Kinder sein, ein schönes Nest in der Natur! Also rein ins Landleben und machen, machen, machen!

    Susan ist ebenfalls geborenes Landei. Im zarten Alter von 3 half sie dem Opa beim Stampfen der Kartoffeln für die Schweine, beim Ausmisten der Hasenställe und beim Eier „ernten“ im Hühnerstall. Auch sie zog es nach der Schule zunächst in die Metropolen dieser Welt, wo sie sich ordentlich austobte, (mitunter)  halbherzig studierte und schließlich in der schillernden Medienwelt ein berufliches Zuhause fand.

    Doch immer öfter, wenn sie nach einem langen Arbeitstag in ihre 2-Zimmerwohnung ohne Balkon nach Hause kam, entstand die Sehnsucht nach etwas anderem und die Erinnerungen wurden wach: an den Geruch des gestampften Breis für die Schweine und von frisch getrocknetem Heu, an die Freude, ein Ei zu finden und wie viel besser genau dieses Ei zum Frühstück schmeckte, an die kalten Fußbäder an heißen Sommerabenden auf der Terrasse und vor allen Dingen: an das unglaublich bekräftigende Gefühl, sich um Tiere zu kümmern, mit Tieren zu leben.

    Diese Sehnsucht ließ sich auf 58qm Altbau kaum umsetzen und auch durch regelmäßige Besuche im Streichelzoo nicht bändigen. Zum Glück jedoch lernte Susan dann David kennen, der diese Sehnsucht teilte und noch dazu die notwendige Risikobereitschaft, den Enthusiasmus und Machergeist bewies, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Und andere daran teilhaben zu lassen!

    Unsere Reise beginnt bei der Suche nach dem eigenen Haus