Blog

  • Neuer Hühnerstall

    Neuer Hühnerstall

    Ihr habt sicher schon mitbekommen das wir Hühner haben. Sie sind zumindest auf Instagram allgegenwärtig und schon richtige kleine Stars geworden. Mittlerweile haben sie die Herzen unserer 1000 Follower im Sturm erobert! Ganz besonders angetan von unseren Velociraptoren ist die Grafikdesignerin Anne Braun aus Potsdam, die sogar eine wunderschöne Postkarte für uns entworfen hat! Und wir haben ja auch schon eine sehr ausführliche Videodokumentation gemacht und unseren Hühnern eine gesamte Podcast-Folge gewidmet. 

    Artgerechte Haltung – lieber bissl größer

    Wir haben uns relativ schnell für unsere Mechelner entschieden. Bei unseren Recherchen stellten sie sich als perfekte Rasse heraus. Aber wir haben nicht nur in Richtung Hühner recherchiert sondern auch mit Wachteln und Strausen geliebäugelt. Was uns immer wieder irritiert hat, waren die Angaben zum Platzbedarf um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. So sollte man 9 Wachteln auf einem Quadratmeter halten. Und für Hühner gab es ähnliche Platzangaben, die uns allesamt viel zu unterdimensioniert vorkammen. Damit es unseren Hühnern eben besonders gut ging, haben wir sie im alten Ziegenstall untergebracht der locker 25m² groß ist. Das wir ihnen damit keinen Gefallen getan haben, merkten wir relativ schnell! Und so sind wir als junge Hühnereltern einem Irrglauben erlegen, dessen Ursache in der Projektion unserer eigenen Komfortbedürfnisse auf die der Tiere begründet ist. Und das sollte uns nicht nur einmal passieren! 
    Hühner sind sehr soziale Tiere und ursprünglich in Asien heimisch, wo sie im Unterholz leben. Sie möchten es daher sehr kuschelig haben und schätzen große Räume nicht. Das kann man auch beobachten, wenn sie über unser Grundstück wandern: Meist bleiben sie in kleinen Gruppen zusammen und schlängeln sich an den Grundstücksgrenzen oder Hecken entlang. Auf weiter Flur lauert in der Regel der Feind – ein Greifvogel. Da findet sich aber ebenfalls weniger Futter als im Dickicht und Schatten, wo die Würmer und Käfer an die Oberfläche kommen. 
    Im überdimensionierten Hühnerstall konnten sie sich nicht entscheiden, auf welchen Stangen sie schlafen sollten und verkrochen sich auch hier bei nachts in irgendwelche Ecken, schlufen auf der Futterbox oder im Legenest und kamen nie wirklich zur Ruhe. Unerfahren wie wir waren, dachten wir, es läge vielleicht auch an sozialen Konflikten innerhalb der Horde. Wir stellten die Stangen mehrfach um aber es stellte sich keine Besserung ein. Nun sind die Hühner in den 6m² großen Stall gezogen, fühlen sich pudelwohl und schlafen alle gemeinsam dicht aneinander gekuschelt auf den Stangen!

    Huhn und Klima

    Ein weiterer Irrglaube war, dass es nichts Schlimmeres für Hühner gäbe als Kälte. Schließlich können wir als Menschen auch nur sehr schlecht mit Kälte umgehen und frieren sehr schnell. Bei Hühnern ist das anders: sie sind robust gegen Kälte, schützen sogar ihren Kamm vor dem Erfrieren, aber Hitze verlangt ihnen Einiges ab! Das ist ein weiterer Vorteil des neuen Stalls: Dieser bleibt im Hochsommer dauerhaft kühl und erst bei Nacht geben die Wände allmählich die gespeicherte Wärme zurück, ohne die Hühner zu überfordern. Im Winter wird dann der Wallnussbaum über dem Stall keine Blätter mehr haben, das Gemäuer wird sich schneller erwärmen und im Inneren für Temperaturen über Null garantieren. Das Trinkwasser darf nicht einfrieren! Das ist zu beachten.

    Kalken 2.0

    Den neuen Stall haben wir auch wie gewohnt abgeflammt und anschließend gekalkt. In meinen Recherchen bin ich auf eine alte Weißelspritze gestoßen, die man früher für das Kalken der Ställe benutzt hat. Und tatsächlich gibt es heute für nicht mal 30€ eine Adaption für den Luftdruckkompressor! Quast war gestern – Weißelspritze Rulez! Innerhalb von 30 Minuten war der gesamte Stall gekalkt und der Auftrag der Kalktünche ist so wunderbar gleichmäßig, dass wir fast selbst in den Hühnerstall eingezogen wären ;-).

    Zuwachs

    Ein weiterer Grund für den Umzug waren aber auch unsere neuen Mitbewohner! Wir haben von einem Arbeitskollegen ein Laufenten-Pärchen geschenkt bekommen! Paul und Paula machen nun den Teich unsicher, gehen der Entengrütze an den Kragen und haben mittlerweile auch unsere Hühner im Griff. Selbst Matthias der stolzeste aller Hähne flüchtet vor dem brunftigem Erpel. Paul hat die Hosen an! Wir wollten die Enten gemeinsam mit den Hühnern unterbringen, ihnen aber trotzdem Privatsphäre ermöglichen. Sie haben jetzt ein eigenes Abteil mit Durchblick in den Hühnerstall und können sich so auch bei Nacht erstmal etwas beschnuppern, profitieren dann aber wiederum im Winter von den kleinen Heizkörpern im Nachbarabteil!

    Jetzt muss der Hühnerstall nur noch Smart werden!

  • Zucchinipuffer

    Zucchinipuffer

    Zucchini hat gerade Saison und da mir das Gemüse relativ schnell über wird, habe ich mal ein neues und sehr simples Rezept ausprobiert, um dem Gemüse neuen Reiz einzuverleiben! 

    Das braucht ihr an Zutaten für zwei Personen

    • Eine Zucchini
    • Ungefähr die gleiche Menge Möhren
    • 2 Bio Freilandeier oder aus dem eigenen Stall 😉 
    • 4 EL Semmelbrösel
    • 4 EL Mehl
    • 1 EL Salz, Pfeffer und Gewürze nach Geschmack
    • Etwas Pflanzenöl zum Braten
    • Eine Schälchen Joghurt
    • Frische Gartenkräuter
    • 1 EL Leinöl

    Zuerst werden Zucchini und Möhren geraspelt und mit dem Salz vermengt, damit diese Wasser ziehen. Nach 10 Minuten werden diese dann mit einem Baumwolltuch ausgerungen. Den Gemüsesaft kann man übrigens auch trinken. Ist sehr lecker und sicher gesund. 
    Dann werden die zwei Eier untergerührt und die Semmelbrösel hinzugegeben. Diese nehmen nochmal extra Wasser auf. Zum Schluss kommt das Mehl und Gewürze nach Geschmack.

    Dann erhitze ich die Pfanne bis das Pflanzenöl heiß ist und gebe die Puffer in die Pfanne, tue einen Deckel drauf und reduziere die Hitze sofort auf die niedrigste Stufe, damit die Puffer für 10 Minuten „backen“ können ohne anzubrennen. 
    Nun bereite ich einen Dipp aus Joghurt, frischen Gartenkräutern, Meersalz, Pfeffer und einem Schuss Leinöl. 
    Dann kommt der Deckel runter und die Hitze wird wieder hochgefahren um die Puffer von beiden Seiten knusprig anzubraten. Fertig!

    Hier ist auch ein kleines Video der Zubereitung für euch! Schmecken lassen!

  • Einladung zum Hoffest

    Einladung zum Hoffest

    Seit zwei Jahren leben wir nun in Platkow! Das ist Grund zu feiern! Und diesmal wirklich! Versprochen!

    Speis und Trank

    Wir halten einen Grundstock an Getränken wie Bier, Weißwein und Eistee für euch parat. Aber nur Wasser mit Sprudel gibt es unbegrenzt. Daher dürft Ihr gerne etwas mitbringen. Ob Schaumwein, Schnäppes oder Perlwein oder was Ihr sonst noch trinken wollt – wir sind offen für alles!

    Nun zum Essen: Wir werden Treberbrote backen, Gurken einlegen und Zwiebeln rösten, sodass Ihr Euch ein leckeres Schmalzbrot machen könnt. Darüber hinaus schüren wir den gesamten Tag den Grill und halten Soßen, Ketchup, Senf und Gewürze und alles was der Garten hergibt, bereit. Ihr müsst nur noch Euer eigenes Grillgut mitbringen. Zu einem Salat oder etwas Fladenbrot sagen wir natürlich auch nicht nein. „Kinder packt euch was zu essen ein, ihr fahrt nach Brandenburg“! 

    Unterhaltung

    Kubb oder Wikingerschach, leicht als Flunki.Ball zu missbrauchen, eine Badmintonfläche und eine Tischtennisplatte sorgen für trockene Unterhaltung. Im Pool wird es feucht. Aber da müssen Eltern auf die Kinder Acht geben! Später machen wir ein schönes Feuer und es darf Gitarre gespielt werden. Wer Bock hat kann nachts im 3km entfernten See baden gehen. Ansonsten vergeht die Zeit ja immer am schnellsten mit netten Gesprächen.

    Logistisches

    Wir haben zu 14:00 unsere Nachbarn aus dem Dorf zum Kaffee eingeladen, um diesen endlich mal persönlich „Hallo“ zu sagen. Diese Zeit möchten wir uns auch wirklich nehmen. Daher beginnt der Hauptteil der Feier für alle Anreisenden erst ab 16:00. Am besten, Ihr reist mit dem Zug an. Der RB26 fährt stündlich vom Ostkreuz zum Bahnhof „Seelow-Gusow“. Von dort sind es 4.8 KM bis zu uns. Zu Fuß gehen 50 Minuten drauf. Mit dem Fahrrad bloß 15. Wir können keinen Shuttle anbieten, aber Ihr habt die Möglichkeit euch vorher abzusprechen und Mitfahrgelegenheiten zu bilden. Der Bürgermeister Herr Kraft hat die Gemeindewiese im Rosengarten zur Parkfläche freigegeben! Dafür sind wir sehr dankbar! Die Parkfläche für KFZs ist ausgeschildert! Sollten sich genügend Leute finden, kann auch ein AnrufSammeltaxi bestellt werden. Das muss allerdings schon etwas vorher geschehen, da es hier nur ein Unternehmen gibt, das vorher gebucht werden muss. 
    Der letzte Zug nach Berlin fährt um 23:20. Ihr könnt aber auch hier zelten! Drei Zelte mit Schlafsäcken und Isomatten können wir verleihen. Im Nebengelass kann auch ohne Zelt geschlafen werden. Oder eben am Feuer.

    Bitte beachtet: Wir wohnen in Brandenburg! Bei uns stimmen die Klischees vom Land noch:
    Es gibt hier im Dorf keine Supermärkte, keine Büdchen und keinen Tabak und auch keine Geldautomaten! Und Busse fahren auch nur dreimal am Tag! Es bedarf also einiger Vorplanung! Nutzt deshalb bitte unbedingt die GoogleTabelle! Diese kann bearbeitet und ergänzt werden. Und so können wir einen ungefähren Eindruck davon gewinnen, wer wirklich kommt.
    Vorplanung ist auch deshalb wichtig, weil wir am Tag der Veranstaltung unsere Handys ausschalten werden! Einfach aus dem Grund, weil wir selbst dieses Fest stressfrei und entspannt mit allen gemeinsam genießen wollen!

    Wir freuen uns auf Euch! Es gibt viel zu erzählen und es gibt viel zu sehen! Hier ist Einiges passiert und es wird noch besser!

    David & Susan

  • Umcontainert

    Umcontainert

    Es ist soweit. Wir haben aufgeräumt. Fünf Kubikmeter Bauschutt zierten nun fast zwei Jahre unseren Hof und waren das erste was ins Auge stach. Dank vieler helfender Hände sind sie endlich entsorgt! 

    Ständig wartet man auf den perfekten Zeitpunkt. Um Geld zu sparen natürlich und alles am besten auf einmal entsorgen zu können. Während des Wartens fing unser kleiner Bauschutthaufen an zu gammeln. Gerne hätten wir euch den Haufen im Wandel der Jahreszeiten gezeigt: Als Skipiste im Winter und Frühlingswiese im Frühling. Aber wir haben ihn gekonnt ausgeblendet und ihn ebensowenig Teil unserer Fotodokumentation sein lassen wie Teil einer störenden Warnehmung. Man gewöhnt sich an so einiges. Der Mensch und die Psyche können trickreich sein. Jetzt wo er weg ist, vermissen wir ihn nicht…

    Der Arbeitseinsatz

    Bereits im April 2018 wagten wir den ersten Aufruf zum Umcontainern, um mit Freunden gemeinsam das Monster von Haufen zu bezwingen. Das Echo war überwältigend im negativen Sinne. Irgendwie hatte keiner Bock auf so eine geile Aktion! Und da wir nach unserem ersten Winter und der Einsamkeit und dem Warten auf Besuch der Berliner Freunde auch erstmal keine Kraft mehr hatten, beschlossen wir den Haufen erst einmal unter den Teppich zu kehren. Bis meine Eltern kamen und wir das erste Drittel des Haufens, den Lehm und das Stroh, auf dem Grundstück verteilt haben bzw. von meiner Mutter und meiner Schwester haben verteilen lassen :-). Dann kamen Matthias und Alex vorbei, zwei sehr gute Freunde, die wir viel zu selten sehen, weil sie so weit weg wohnen und wir haben einen Teil des Betonbruchs als Fundament für den Pizzaofen genutzt. Und dann war erstmal wieder Pause. 
    Umso schöner, dass unser diesjähriger Aufruf auf offene Ohren und damit helfende Hände stieß und wir hier gemeinsam durch die Kraft der Gruppe relativ wenig Mühen und dafür umso mehr eine tolle Zeit hatten! An dieser Stelle nochmals tausend Dank an Anke und ihre Familie und Dani und Reinier! Auch wenn der Haufen sich in der Größe veränderte (neben dem großen Container wirkte er ganz klein, dann wuchs er mit fortschreitender Zeit auf unbekannte Größe, um dann wieder zu schrumpfen…). Spannend war auch, sich durch die Schichten zu buddeln und damit eine Chronik der bisherigen Arbeiten zu entdecken. Relativ zum Schluss fanden wir Fragmente der Decke in der Ferienwohnung, um dann am Anfang auf die Steine des Durchbruchs im Wohnzimmer zu stoßen. Wir kleinen Archäologen 🙂

    Natürlich versuchten wir wie immer unsere Helferinnen und Helfer wie Könniginnen und Könige zu bewirten und ihnen neben der vielen Arbeit auch einen möglichst aufregenden Tag zu gestalten! Diesmal gab es lecker Forelle und Spargel in Holunderblüten (Rezept hier) und abends dann eine umfangreiche Grillplatte mit kulinarischen Köstlichkeiten.

    Warum dauerte das alles so lang?

    Kurz gesagt: weil wir unerfahren, blauäugig, knauserig und faul waren :-). Und aus diesen Fehlern dürft ihr jetzt lernen, falls ihr auch mal ein Haus bauen oder renovieren wollt!
    Der erste Fehler lag darin, den Bauschutt nicht ordentlich voneinander zu trennen. Denn die Zusammensetzung spielt bei der späteren Entsorgung eine sehr wichtige und vor allem finanzielle Rolle! Alles was nicht verrotten kann, ist nämlich Bauschutt. Hier kostet der Kubikmeter um die 40€. Dann gibt es noch BauMISCHschutt. Da ist auch Organisches wie Holz, Tapete, Kabel usw. dabei (kostet ungefähr das dreifache). Und dann gibt es noch Wertstoffe wie Metalle, Heizkörper, Kunststoffe, Glas und natürlich Sondermüll wie Kamelit, Mineralwolle und Rigipsplatten. Wenn vorher alles schön sortiert wird, spart man sich eine Menge Arbeit und eine Menge Geld. Haben wir alles nicht bedacht und alles zusammengehauen. Daher mussten wir dann das Styropor, das Holz, das Lehm/Stroh-Gemisch und die Müllsäcke voll mit Mineralwolle und die Elektrokabel aus Aluminium beim Umcontainern wieder rausfischen und getrennt entsorgen. 
    Dann haben wir natürlich so lange wie möglich warten wollen, weil man ja so einen Container nicht ständig auf den Hof holen will. Außerdem kosten An- und Abfahrt und Miete auch eine Pauschale, die man so wenig wie möglich beanspruchen mag. Dadurch haben wir uns zwei Jahre an einem Schutthaufen erfreuen können, der de facto aber seit mehreren Monaten nicht mehr gewachsen ist. Also schnell weg damit und nicht zu sehr knausern! Und alles schön vorher trennen, zum Schrott oder Wertstoffhof fahren und sich an viel Platz und schöner Aussicht freuen!

  • Küche fertig

    Küche fertig

    Mein Papa war eine Woche da und wir haben die Küche durchgerockt während sich meine bessere Hälfte in Italien gebräunt hat! Vater-Sohn-Quality-Time und ein tolles Ergebnis! Wir können endlich wieder Kochen, Backen, Abwaschen und eine Küchenparty schmeißen – und alles parallel und gleichzeitig!

    Die Planung der Küche war digital im Sketch-Programm schon lange abgeschlossen und auch der Einkauf der Küchenelemente und Elektrogeräten war bereits letzten Herbst getätigt. Doch die Küche sollte noch eine Weile in den Kartons in der Garage schlummern müssen, bevor sie endlich verbaut werden sollte. Dazu nutzten wir eine Woche der Osterferien um mit vereinten Kräften gemeinsam in einer Hauruck-Aktion unser Provisorium in eine Traumküche zu verwandeln! Hier kommt die Evolution…

    2017 als wir dachten, wir sind in zwei Wochen mit der Küche durch. Muhaha

    Rumpelkammer Partykeller Rumpelkammer

    Eine unfertige Küche kann vielerlei Gesichter haben! Unsere hat sich regelmäßig metamorphisiert oder wie man das nennt: Vom Schmetterling für den Gastempfang zur Rumpelkammer und zurück. Provisorien halten ewig, bis sie plötzlich brechen. Wer schonmal beim Zahnarzt war, weiß wovon wir reden…

    Vorbereitung und Entkernung

    Alle vorbereitenden Maßnahmen in der Küche erwiesen sich als relativ unkompliziert. Die Tapete ließ sich von Hand abziehen, die alte Vertäfelung war ruckzuck abgeschraubt und auch die alten Steckdosen und Stromleitungen waren schnell demontiert und verspachtelt. Beim Aufbrechen der Fliesen um neue Kabelschächte zu ziehen stellten wir jedoch fest, dass diese ins Dickbett gelegt wurden und mit einer 6cm dicken Betonschicht an der Wand fixiert wurden. Daher entschlossen wir die alten Fliesen zu belassen, stellenweise mit Fliesenlack zu Weißen und den Rest zu erhalten. Der Zugang zur Esse vom alten Kochofen wurde zugemauert und ein zweiter Zugang für die Abluftrohre der Dunstabzugshaube eröffnet. Kunststoffrohre wurden mit Hammerschlag lackiert und zugeschnitten.

    Im Gegensatz zum Rest der Wohnung haben wir uns gegen Lehmputz entschieden und wollten die Küche traditionell mit Kalk in fresco streichen. Nachdem also alles beräumt und die Wände gesäubert waren, folgten die nächsten Schritte und mein Vater reiste zur Hilfe an.

    Kalken hoch drei

    Junge, ich hatte extra Sumpfkalk besorgt um eine richtige Karbonisierung der Kalkfarbe zu erreichen und die Küche schimmel-, wasser- und schmutzsicher auszugestalten. Einen wichtigen Aspekt hatte ich allerdings übersehen: Kalkmilch aus Sumpfkalk streicht man in fresco: das bedeutet mindestens drei und bestenfalls sechs Schichten werden an aufeinanderfolgenden Tagen aufgetragen. Dazwischen immer 24h Zeit für die Trocknung und Karbonisierung – wodurch schlussendlich eine Gesteinsschicht entsteht. Nun hatten wir aber bloß sieben Tage Zeit um die gesamte Küche fertigzustellen. Daher improvisierten wir, nässten die Wände mit Kohlensäurewasser vor, versprüten außerdem nach dem Strich CO² und erhöhten die Temperatur in den Räumen um die chemischen Prozesse zu beschleunigen. So schafften wir es in drei Tagen vier Schichten aufzubringen. Mit gutem Ergebnis. Das gemeine an der Kalkmilch ist allerdings, dass diese einen DryOut-Effekt hat: ist diese noch nass sieht man die Deckung nicht. Erst beim Abtrocknen wird die Wand und leider auch der Boden weiß. Volker hat dann gefühlte tausendmal den Küchenboden gewischt, weil man immer wenn alles getrocknet war noch weiße Schlieren sehen konnte. Erst dann ging es weiter mit der Elektrik und dem Aufbau der Küchenelemente. Details zum Umgang mit dem Sumpfkalk könnt ihr in meinem Podcast nachhören

    Kampf den proprietären Systemen

    Wir haben uns für eine Küche eines renomierten schwedischen Einrichtungshauses entschieden. Gründe waren das Preis-Leistungsverhältnis, die schlichte Optik und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Beim Aufbau traten allerdings einige Probleme auf: Während standardisierte Küchen eine Einbautiefe und Aufbauhöhe von 60x80cm aufweisen, kommen die Schweden mit eigenen Maßen daher. 63,5cm braucht die Arbeitsplatte um die Elemtene zu umschließen und der Höhenaufbau wird mit 8cm verlängert. Gar nicht mal so unkompliziert wenn es darum geht Einbauelemente anderer Hersteller zu verwenden oder im Baumarkt nach einer Arbeitsplatte zu suchen! Dadurch wird man regelrecht gezwungen alle Küchenteile beim Schweden zu besorgen. Nunja, wir haben in den sauren Apfel gebissen und hier und da improvisiert. Geil finde ich sowas nicht. Da bin ich eher OpenSource und Compatible oder so.

    Finaly. Vorher/Nachher und so!

    Es folgt bald noch eine Videodokumentation dieses Projektes. Sofern ich zwischen Arbeit, Baustelle, Garten und Leben die Zeit finde, 15Gb an Videomaterial aufzubereiten 😉

  • Freeling-Feelings

    Freeling-Feelings

    Frühling ist ne feine Sache! Erst recht wenn der Winter sehr winterhart und langwierig ausfiel. Nach der umkleidenden Stille und dem Stillstand beliebt es den starren Mantel abzuwerfen. Also erstmal zur Tanke und dem Nissan eine Autowäsche gönnen! Mit Lotuseffekt versteht sich. Denn der Frühling hat begonnen und wir sind alle eins mit unseren euphorischen Gefühlen! Gefühle sind unser Hobby. Und wir nehmen Fahrt auf! Wie die kleinen kitschigen Knospen an den Bäumerlienchen…

    Ein mancher Aspekt der Zerstörungswut mag sich manifestiert haben. Aber darüber stehen die neuen Blüten und Gewüchse die den Morast des Vorjahres umsäumen und überwuchern. Es geht nach Vorne und der diesjährige Frühling wird der Erste seiner Art sein, der die Stufen legt für einen Neubeginn und einen Wandel. Wir sind verflochten und beginnen uns Einheimisch zu fühlen. Die Dinge die Fehlen werden weniger. Unser Heimathafen wird zu einem Bahnhof. „Ein Kommen und Gehen, ein Kommen und Geh’n…“ sang Udo. Und die Linde beginnt zu blühen…

    Bildquelle: Artikel aus der MOZ (link) vom 09.03.2019 „Aussteiger mit eigenem Internetblog“ mit freundlicher Genehmigung von Cornelia Link-Adam.

  • Meilenstein

    Meilenstein

    Was lange währt, wird endlich gut! Die Gästewohnung – ein Palast der Träume – ein zukünftiges Kinderzimmer – elementarisiert sich aus den Nibelungen…

    Zwei Wochen nach Erstbezug ist die Ferienwohnung fertig. WirZiehenEinUndEntfaltenUns
    Küche und Bad im Provisorium – wir haben es schön kuschlig und schwärmen aus!
    Von hier aus bezwingen wir den Rest unserer Festung! Das war der Plan – ein kühner Plan
    Ein Kompromiss zwischen Machbarkeit und Erträglichkeit. Optimalerweise hätte man erst renoviert und dann transferiert. Aber wir hatten die Kohle nicht. Und keinen Bock auf wochenlanges Gependele. So kam alles ganz anders. Jetzt sind wir schlauer und können uns davon was kaufen!

    „Hey guck mal die Holzvertäfelung! Reißt die mal ab! Sieht scheiße aus!“Die Umzugshelfenden 🙂

    Gesagt Getan! Denn wir wussten bis dato nicht, dass wir am offenen Milchzahn operieren würden und die Decke am seidenen Faden hing! Und dann stürzte die Decke ab! Die Balken darunter waren morsch und die Situation löste eine Kettenreaktion mit folgenschweren Folgen aus, die folglich nicht folgenlos blieben.
    In den Hohlräumen der Verkleidung entdeckten wir das ein oder andere Mäusenest. Doch das monatelange Warten auf einen Zimmermann und der damit einhergehende Baustopp sollten sich als die eigentlichen Probleme unserer Situation herauskristallisieren! Trotzdem bereuen wir es heute keinesfalls die strittigen Bereiche angegangen zu sein und den Teppich angehoben zu haben, um nachzuschauen, was sich wohl darunter für ein Desaster verbergen möge! Denn auf lange Sicht werden wir um Vieles glücklicher sein! Und schon jetzt sind wir auf das Ergebnis außerordentlich stolz!

    Status Quo Ante

    Rote Kunststofftapeten und grauer Teppich – von Holzvertäfelung kaschiert – mit Charme der Skihütten aus den 90er Jahren, als Guano Apes noch populär waren – nebst marmorösen Türverklebungen mit asiatischem Vogelmotiv unter torkelnden Decken, die einzubrechen drohen: Mehr Flair geht kaum! Willkommen in unserer Ferienwohnung! Dies soll sie der nächsten Dekade dienen, bis diese schlussendlich als Kinderzimmer abgelöst werden sein wird, was sie nach Aussage unserer Vorbesitzer zum Status Quo Ante bereits gewesen sein soll…

    Ein schöner Dielenboden im Eingangsbereich mit Ochsenblut getränkt, darunter schöne Schwarzkieferdiele! Leider nein – es sind die Reste eines Jahrhunderte-andauernden Fressgelages ungeliebter Holzgewürmer! Dies offenbart sich nach tagelanger Fleißarbeit, nach frustreichen Prozessen des Lacks mit Heizpistole Abtragens und anschließend mit externem Profiwerkzeug unter enormen und finanziell exorbitanten Schleifpapier-verbrauchenden Bedingungen, als erste Ernüchterung dieses schweißtreibenden „Projektes“!

    Nach dem Abriss der verkleidenden Vertafelung im Durchgang stellte sich heraus, dass die vertafelte Verkleidung im Durchgang nicht nur eine Vertafelung sondern ebenfalls eine Arkologie der Mäusezucht darstellte! Gleichzeitig verbüßten diese Prachtbauten ihre letzten Stunden als Grundfesten und Säulen der Erde – zumindest auf unseren 30 Quadratmetern – und so begab es sich zu dieser Zeit – im Status Quo Ante – dass uns die Decke entgegeneifern sollte und unsere anfänglichen Hoffnungen für ein schnelles Herrschertum über einen partiellen Bereich eines wankelmütigen Geboidessich über uns begraben sollte!

    Resiliente

    Natürlich ließen wir uns nach den ersten Metern nicht unterkriegen und haben einzig und allein auf Grund unserer Weisheit externe Hilfe in Anspruch genommen! Und auch von einer monatelangen Wartezeit, unverbindlicher Zusagen vermeintlicher Freunde und witterungsbedingten Unzulänglichkeiten haben wir uns ebenso wenig verschrecken lassen wie von so manch anderen bösen Überraschungen!

    Wir fochten diesen Krieg weiter ins Ziel. Das ist doch wohl klar. Und so sägten, bohrten und schraubten wir, so flexten, ausbesserten und schoben wir die Dinge, bis sie unseren Vorstellungen entsprachen! Wir brachen ab, wir rissen ein, holten die gesamte Decke runter und machten alles neu. Und dann wurde alles neu angestrichen! Alles neu ausgebessert. Und alles hat nun Substanz…
    Das alte Fachwerk wurde bebeilt, mit Hartwachsöl getränkt, ebonisiert und somit versiegelt. Der alte Betonboden wurde glattgespachtelt, mit Hanffilz als Trittschalldämmung belegt und mit Green Vinyl laminiert. Die alten Landhausdielen wurden mit Bernsteinhartwachs übertränkt und glattpoliert. Hiddenseer Bernsteinlack benetzt auch die Scheuerleisten, die sich hier im Element wiederfinden.
    Derweil warteten wir auf die Gewerke. Schafften so viel wir konnten. Versuchten die Lücken optimal auszufüllen. Arbeiten vor, zu, und nach. Je nach dem was gerade anstund! Und das schönstere daran: wir waren nicht allein! Das bedeutet uns alles und ihr wisst – sicherlich – wer gemeint ist!

    Status Quo

    Die Evolution der Ferienwohnung ist in ihrer ersten Episode, dem Kokon abgeschlossen! 
    Ein kleiner Videobeitrag wird alsbald das gesamte dramatische Ereignis zeigen. 
    Nochmals Danke! Fürs Dasein, fürs Beistehn, fürs Helfen, fürs selbstlose Sein, ohne Gegenleistung, oder als Tagelöhner! Wir hätten dies alles nicht ohne unsere Familie, Freunde, Nachbarn und tapferen Handwerker geschafft (Danke Raik! Danke Falk!)…

    Hier ist das Video!

  • Cortenstahl

    Cortenstahl

    Rost hat seinen ganz eigenen Charme. Rost erzählt von Veränderung und Dissoziation. Rost spiegelt die eigene Endlichkeit. Dadurch wirkt er besonders lebendig – genau das Richtige, um einen Spritzschutz in unserer Ferienwohnung zu kreieren! Aber wie erzeugt man eine Fotografie und Momentaufnahme dieses flüchtigen Stoffes und konserviert ihn für die Ewigkeit!? – Die Antwort lautet Cortenstahl!

    Cortenstahl gehört zu den wetterfesten Baustählen die durch eine spezielle Legierung eine oberflächliche Rostpatina ausbilden, jedoch nicht komplett durchrosten können. Sie werden mitunter im Außenbereich für Schneckenbarrieren aber auch als gestalterisches Element eingesetzt. Den Witterungen ausgesetzt bildet sich die Rostpatina automatisch und ein Abreiben und Stauben ist unproblematisch. Im Innenbereich muss dieser Rostprozess forßiert und die Oberfläche anschließend versiegelt werden, um so ein Rieseln und Stauben der Rostpartikel zu verhindern.
    Für den Ausbau unserer Ferienwohnung haben wir uns für Cortenstahl entschieden, um einen Spritzschutz im Küchenbereich herzustellen und die natürlichen Baustoffe Lehm, Holz und Stein würdig zu ergänzen. Bei Maschinenbau Feld haben wir Stahlzuschnitte bestellt und uns liefern lassen. Nun ging es darum, den Rostprozess einzuleiten…

    Stahl schnell rosten lassen

    Unsere Lieferung der Cortenstahl-Zuschnitte kam im Januar. Es herrschten Minusgrade im Außenbereich. Nicht die besten Bedinungen um einen beschleunigten Rostprozess einzuleiten. Aber dazu später mehr…

    Ich hatte mich wie immer vorher im Netz schlau gemacht und bin auf ein Wikihow gestoßen, wie ein beschleunigter Rostprozess erreicht werden könnte. Unter den aufgelisteten drei Methoden empfahl die Erste den Einsatz von Salzsäure. Aus dem Chemie-Unterricht wusste ich jedoch noch, das Salzsäure eher zur Rostentfernung genutzt wird und ließ diese Methode daher komplett außen vor. Die zweite Methode gab eine Anleitung für ein Salz-Essig-Gemisch und die Dritte beschäftigte sich mit dem Einsatz von Wasserstoffperoxid (ein Bleich- und Desinfektionsmittel von Frisören und Zahnärzten). Ich entschied mich also beide Methoden zu kombinieren, den Stahl wie eine Salz-Essig-Gurke für einen Tag zu marinieren, um ihn dann anschließend mit Peroxid anzugreifen!
    Es ging sozusagen unmittelbar ziemlich krass ab, aber durch die niedrigen Temperaturen gefror das Gemisch ziemlich schnell ein (ich habe den ganzen Prozess im Freien durchgeführt, da ich mir nicht sicher war, ob irgendwelche gesundheitsgefährdeten Dämpfe entstehen würden). Und da die frisch entstandene Patina vor der Fixierung durch Klarlack gereinigt und mit Wasser gespült wurde, drehte ich mich hier im Kreis, denn die Rostschicht ließ sich einfach abwaschen und der unbeschädigte Stahl kam wieder zum Vorschein. Und während ich zwei Tage über das gescheiterte Projekt resumierte, Firmen anschrieb und überlegte, ein sehr teures und spezielles Schnellroster-Gel einzukaufen, ließ ich die Stahlzuschnitte im Bad vor sich hin trocknen. Zwei Tage später stellte ich voller Überraschung fest, dass durch die Innenraumtemperatur von 20°C der Rostprozess von ganz alleine angesprungen war!

    Die Rostpatina fixieren

    Meine Netz-Recherchen führten mich mal wieder in die Irre und ich stieß auf hunderte Beiträge voll von Halbwissen und flaxen Ideen, aber niemand konnte mir konkret sagen, wie ich die Rost-Patina fixieren könnte. In diversen Foren hatte ein Hersteller von Rostentfernungsmittel seine Spuren hinterlassen und die verwaisten Beiträge für eigene Werbezwecke gekapert. Weitere Suchergebnisse blieben ziemlich erfolglos, da die Suchalgorithmen hier an ihre Grenzen stießen und man immer wieder stumpf auf Seiten verwiesen wurde, die sich mit der Entfernung und Vermeidung von Rost befassten. Für unsere Zwecke also alles untauglich! Ich entschied mich daher im Baumarkt eine Klarlack-Sprühdose zu kaufen und eine Testlackierung vorzunehmen. Vorher spülte ich die Stahlplatten erneut mit warmen Wasser und wischte den Roststaub vorsichtig mit einem Küchenschwamm ab. Und tatsächlich verlief die Testlackierung erfolgreich und der Lack entsprach meinen Kriterien, da er auf Wasserbasis und frei von Schadstoffen war. Da ich keine Angaben zu Härtegrad und Belastbarkeit fand, entschied ich mich die Cortenstahl-Zuschnitte nach der Behandlung nicht mehr zu biegen oder zu beugen, damit die Lackschickt nicht eventuell bruchbeschädigt würde und verbaute die Elemente mit äußerter Vorsicht.

    Fazit

    Es braucht bloß Zeit, Temperatur, Feuchtigkeit und eine Prise Salz, um die gewünschte Rost-Patina zu entwickeln. Investitionen wie Rostbeschleuniger, Peroxid oder Salzsäure sind schlichtweg unnötig um Cortenstahl für den Innenbereich aufzubereiten. Gleiches gilt für die Versiegelung: Owatrol oder andere höherpreisige Produkte sind für Cortenstahl überflüssig! 
    Es reicht ein handelsüblicher Klarlack auf Wasserbasis für 5€ pro Quadratmeter aus der Sprühdose! 

  • Was ist Heimat

    Was ist Heimat

    Im zweiten Frühling auf dem Lande ergibt es sich, dass wir uns mit dem Heimatbegriff auseinandersetzen müssen. Warum? Das weiß ich gar nicht so genau; vermutlich weil wir von so vielen Menschen nicht mehr gefragt werden, ob wir mittlerweile angekommen sind…

    A starting place called home

    Meine Schwester hat sich einen Putzroboter gekauft. Sie hat das Gerät aus dem Karton genommen und eingeschaltet. Dann fing es an, diese fremde Wohnung zu erkunden. Mit den eingebauten Sensoren schaltet es zuerst in den „Mapping-Mode“ und kartographiert die gesamte Bude. Hektisch und aufgeregt putzt und robbt es sich durch fremdes Terrain und zeichnet eine digitale Karte auf, um einen Grundriss zu erstellen. Dabei wirkt es unruhig und aufgedreht. Die Sensorik läuft auf Hochtouren – die vielen Sinneseindrücke zehren – der Akku verliert schnell an Kapazität. Die Ladestation an der Wand wird zum Lebensmittelpunkt – es ist der wichtigste Rückzugsort: Denn wann immer das Gerät in Schwierigkeiten kommt oder Kraft büßt, schleppt es sich mit den letzten Atemzügen zu dieser Station. Sie ist das Zentrum. Ein Zuhause? Der eigene Wunsch nach Zentrierung und Fixpunkt transporiert sich auf die eigenen Hausgeräte. Liebe fehlt…

    Ankommen und Weiterreisen

    Ich mag es in Systemen zu denken. Systeme können definiert werden. Deswegen mag ich die Vorstellung eines verlorenen Mars-Rovers, der klare Leitlinien und Prioritäten hat, wie er in ein unbekanntes Gebiet vorzustoßen hat: Dieser Selbsterhaltungstrieb dient dem Selbstschutz und gewährleistet die konstante Funktionalität. Alle weiteren Funktionen und Tendenzen ordnen sich diesem unter. Das Fortbestehen des Systems ist gesichert: Wir haben ein Zuhause – wir kommen an – wir verweilen – und wir schwärmen aus – reisen weiter – nachdem wir aufgetankt haben – am Start/Heimatknoten

    home/node/sybling/integrated()system

    Du bist fremd. In neuer Umgebung. Hast hier keine Wurzeln. Bist migriert. Damit bist du nicht allein. 32,33% der Menschen um dich herum und du sind migriert. Von Stuttgart nach Seelow. Von Kolberg nach Manschnow. Von Eritrea nach Neuhardenberg. Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Migration – Vertreibung – Völkerwanderung… Ob innerdeutsch, innerbundesländisch, europäisch oder global – Wir Menschen verändern uns und folgen unserer Hoffnung. Geht es uns schlecht und finden wir nicht die Bedingungen vor, um uns in Freiheit zu entfalten, brechen wir die Zelte ab und nehmen unser nötigstes Beihand. Dann machen wir uns auf, um eine neue Zukunft zu schreiben; wollen Fuß fassen und uns verwirklichen! Manchmal besetzen wir dabei Lücken – manchmal springen wir auf einen Zug auf. Doch wir alle wollen uns verwurzeln – um eine Heimat zu erzeugen und zu (er-)finden…
    Das macht uns nicht mehr noch minder. Das macht uns gemeinsam Suchende… Wir sind Teil einer Bewegung.

    root:Was ist Heimat

    Vermutlich ist das Heimat. Ort, Zeit und Raum und alles miteinander! 
    Die Freiheit, diesen Raum gestalten und bestimmen zu können – Zu der Zeit, die einem genehm ist und genügt – Und ein fester Ort, so dass man den Raum und die Freiheit wiederfinden kann! 
    Und da ist er wieder: Der Startpunkt, den man Zuhause nennt – Von dem ausgeschwärmt, entdeckt, erlebt und verlebt wird – an den man sich zurückwindet, zurückkehrt, einkehrt und… – Zuhause ist!
    Wurzeln und Herkünfte sind da vielleicht erstmal sekundär…
    Hauptsache wir stehen zueinander. Hauptsache wir begegnen uns mit Liebe… 

    Abendrot eradikiert alle Sorgen…

    Weiterlesen: ZweitZeugen e.V.

  • Das erste Ei

    Das erste Ei

    Am 06. Juni 2018 schlüpften unsere ersten kleinen Picklinsen. Keine acht Monate später schenken uns die süßen Kalkbeine das allererste Ei! Leider war es zerbrochen. Aber es sollte nicht das letzte Freilandei aus biologischer Eigenhaltung sein, das wir uns schmecken lassen werden sollten 🙂

    13.01.’19 – 7 Monate und 7 Tage nach dem Schlupf

    Wie jeden Sonntag im Januar begab ich mich gegen 16:00 kurz vor der Dämmerung Richtung Hühnergehege, um unsere Velocyraptoren in den Stall zu bringen. Auf dem Weg vernahm ich eine der Hennen in heller Aufruhr. Als ich das Tor zum Gehege öffnete, kam mir die Nachbarskatze mit einem riesen Satz aus dem Stall entgegengesprungen und türmte über den Wallnussbaum. Ich befürchtete Schlimmstes, auch wenn die beiden Parteien bisher friedlich koexistierten. Glücklicherweise war nichts weiter Tragisches geschehen, außer dass Helene ihr erstes Ei verlor und verdutzt dreinschaute, weil dieses auf dem Steinboden zerschlugen war. Da standen wir beiden ziemlich verdottert da – gepeitscht von begeisternder Ernüchterung.

    20.01.’19 – 7 Monate und 14 Tage nach dem Schlupf

    Helene hat ein zweites Ei gelegt. Und es ward wieder zerbrochen. Dann legte sie ein drittes, direkt in meine Hand. Sie kam zu mir an die Haustür gerannt und war ganz unruhig. Ich bin ihr in den Stall gefolgt, sie hockte sich plötzlich vor mich hin und aus ihrem Hinterteil flutschte ein warmes, schleimiges und dampfendes Ei, das ich gerade noch auffangen konnte, bevor dies auf dem Boden zerschellen konnte. Das war am Freitag und unser erstes Frühstücksei war gesichert. Es hatte eine etwas eigenwillige Form, langgezogen wie der Eierkopf eines Säuglings nach einer schweren Geburt. Am Samstag schaffte sie es dann, ihr erstes Ei ins warme Legenest zu befördern. So waren unsere ersten beiden Frühstückseier gesichert.

    Die Zeremonie

    Es gibt für alles eine App. Auch zum Eierkochen. Sie bestimmt den Luftdruck und die Höhe über dem Meeresspiegel anhand von Geodaten. Zusätzlich gibt man die Größe der Eier und die Lagerungstemperatur an. So wird die exakte Kochzeit für ein perfektes mittelhartes Ei berechnet. 
    Drei Minuten und 24 Sekunden. So klein sind die ersten beiden Eier. Man lässt sie vorsichtig ins kochende Wasser und hofft, dass sie nicht platzen. Es funktioniert. Die Eier sind perfekt! Und sie haben eine Farbe – ein Orange, dass wir bis dato noch nicht kannten. RAL-PerfectOrange oder so…
    200 von diesen wunderbaren Eiern wird Helene jetzt im Jahr für uns produzieren. Tag für Tag und Woche für Woche. Das ist sowas von faszinierend! Und es erfüllt uns mit Erfurcht. Gleichzeitig beginnen wir zu verstehen, dass dieses Produkt ein Produkt dieses Tieres und seiner Ernährung und Haltung ist. Ingmar das Hofhuhn hat in seinem Podcast gesagt, dass er keine Eier außer die eigenen mehr isst. Wir verstehen das. Vollkommen.

    Die Dokumentation

    Wir haben alles dokumentiert. Vom Beschaffen der ersten Bruteier über den Schlupf bis zum ersten Ei und der ersten Schlachtung. Für uns und für euch. Wir freuen uns über Feedback. Viel Spaß beim Zuschauen…