Abschied nehmen. Was ein komischer Satz. AB wie ABruch und ABfluss und ABscheidung. SCHIED wie SCHIEDsrichter, SCHIEDsGericht und das ABSCHEIDEN. Nicht das was hier passiert! Ich werde diesen großartigen Menschen für immer in meinem Herzen tragen! Eine positive Konnotation ist mir sehr wichtig…
Was ich in meinem Herzen trage, diese tausendschönen Momente mit meinem besten Freund, möchte ich mit euch teilen. Das Feingefühl, der Feingeist, die Lebensfreude und alles weitere Wertvolle was ich mit diesem Menschen erleben durfte, möchte ich zum Anlass des Endes seines irdischen Daseins nehmen und eine Erinnerung all dieser Zauber schaffen… Hier ein Spiegel deiner kreativen Schaffenskraft…
…und werde älter Ich werde Häuser bauen aus Lehm kreisrund
ich werde Flieder schneiden vor den Mauern
ich werde Ringelblumen in die Erde pflanzen auf dass sie blühe
ich werde Hofherr sein meine Last mit dem Wandel wenden durch das Bruch und mich selbst durch Trost befreien…
(angelehnt an Rose Ausländers „Träume eines Jünglings“)
Nun bin ich 40. In der vermutlichen Hälfte meines Lebens angekommen. Gefühlt ändert sich mit dem Abreißen eines weiteren Kalendarblatts wenig. Denn das Alter, nicht mehr auf dem Spielplatz toben zu dürfen, habe ich laut „es-ge-be-acht“ mit vierzehn längst überschritten. Größere Einschränkungen sind nicht mehr zu erwarten. Ich bin sehr dankbar all jenen gegenüber, die mich gesehen und begleiten. Und ich rate zur Auseinandersetzung mit dem Begriff „Dankbarkeit“. Ich will hier nämlich im Rahmen eines historisch so wichtigen Momentes nicht ins Floskeln geraten…
40 Jahre im Einundzwandzigsten
So sieht der Arbeitsalltag von Utopist*Innen aus
Im Nest von Löweneltern aufgewachsen, die alles besser machen wollten , die Brut vor allem Übel bewahrend. Utopische Lösungen schaffen. Ein Bauernhof im Knüll als Kommune und freie Experimentierfläche. Schutzbarriere und Mauer vor (kaltem) Krieg, Patriarchat und Ignoranz. Konsumverzicht und Syndikat als Lösungsansätze transportierend – den Mensch im Zentrum sehend. Autarkie und ein bisschen Revolution! Doch Kindergeschrei brachte das Bedürfnis nach Rettungsringen. Sicherheiten mussten her. Und Freiheiten begannen zu bröckeln!? Eine bessere Umwelt; einen Flicken für das Ozonloch; Antworten auf das Waldsterben; Schutz vor saurem Regen und Abholzung des Amazonas, während wir Rettet die Wale schrien…
Heute schau ich in die Röhre meiner Waschmaschine aus Südostasien, die geschmiert und gelagert in sich selbst ruht und läuft. Da vergisst man den Schleudergang. Und globale Probleme…
Aufgewachsen im Anthrozopän
Dein Kassenzettel ist Stimmzettel und weitere 100 Lügen der Weltgeschichte
Polkappen schmelzen, Weltmeere sind nahezu leer gefischt, globales Artensterben – das Ozonloch ist kein Loch mehr – Mikroplastik förmlich in aller Munde und radioaktive Isotope sind neben Glyphosat und weiteren Pestiziden und Mikroplastiken uns alltäglich Begleitende. Unsere Ausscheidungen, unser Kot und unsere Pisse sind vergiftet – Ein fließender Übergang. Der Mensch ist Massenvernichtungswaffe seiner eigenen Umwelt geworden. Ein Virus, dass den Wirt tötet, und nur zum Profit giert… Doch ist das alles so negativ!?
Einbahnstraße Kapitalismus
Was wurde aus der ehrlichen Arbeit eines Sandschubsers?
Es gibt viele Verschwörungserzählungen, die hanebüchene Wahrheiten aus den surrealsten Surrealen unserer Ratio wie Sandburgen vor sich auftürmen und Gesellschaften wie Orkanböen im Agrarforst auspeitschen. Doch eine davon scheint zu stimmen: „Geld essen Seele auf“. Das habe ich in meinen 40 Jahren gelernt! Denn wo das Geld sich türmt, sind Verbrauchende vorgelagert. Und Verbrauch verbraucht! Geld schafft Ungleichheiten. Sozial. Kulturell. Zwischenmenschlich! Soziale Ungerechtigkeiten nehmen zu und verhindern Teilhabe. An Allem! Zirkus is nich! Geld ist ein Suchtfaktor, der Menschen blendet und tötet! Geld bringt die Macht alles zu kontrollieren. Wahlen und gesellschaftlichen Wandel zu diktieren. Geld schafft Sklaverei und Niedriglohnsektoren – aber alles in allem all die Ungerechtigkeiten unserer Welt: Ausbeute, Diskriminierung, Hass und Angst und Unterdrückung. Bezogen auf Social Media wäre Geld der Mega Ultra Influencer 3000! Und jetzt versteht ihr hoffentlich auch warum Influencende Abschaum sind. 😉
All that glitters is gold
Mittelloser Student in der Blüte seines Glückzustands (foto von Holger Kettner)
Häuptling Seattle der Suquamish sagte vermutlich mal, dass wir irgendwann feststellen würden, dass sich Geld nicht essen ließe. Ich denke er hat sehr Recht gehabt, falls er das so gesagt haben sollte. Wohlstand und Glück werden oft mit güldenem Glanz umworben und verwechselt. Sie gelten als erstrebenswert und zeigen sich in unseren digitalen Sehnsuchtsorten – den Social Media: Dicke Autos, dicke Taschen, dicke Ressorts in Dubai, Steak mit Blattgold umhüllt… Dazu dann Trash-TV Entertainment und Milieuschädigung als Voyeurismus. Es bleibt die Leere in den Augen jener, die einsam an der Spitze stehen… Von Leistungsdruck und Einsamkeit drangsaliert und von Sinnleere geplagt. Eine hoch-budgetierte Marketing-Kampagne verkauft das Leiden…
Das letzte Hemd hat keine Taschen
Der Begriff des „Zeiträubers“ sollte positiv konnotiert sein und weniger sexistisch
Im Hinblick darauf, dass ich – sollte ich nicht vollkommen unerwartet von einem Baum erschlagen werden (wir brauchen in Anbetracht der Tatsache schwindender Baumzahlen eine neue Metapher) – ungefähr die Hälfte meines irdischen Lebens beschritten habe und ich das Glas nun endlich halbvoll vorfinde, vermag ich meinen inneren Kompass zu verstellen und das Ziel neu auszuloten! Es entsteht eine neue Gleichung: Gold/Geld equals Zeit/Glück. Also nicht Geld ist das goldene vom Ei sondern Zeit ist das Glück und die Möglichkeit, solches zu erschaffen! Meine Langeweile ist Humus und Nährboden für Glück und Erfüllung zu wachsen! Denn sie vergolden meine Seele. Diese jene welche eines Tages irgendwohin übergehen könnte. Das letzte Hemd hingegen hat keine Taschen. Genauso wenig wie mein Bitcoin Wallet…
Ein besonders schöner Zeitmoment
Daher bleibt mir nur zu sagen: Mehr Mut zu Zeit – der einzig wichtigen Währung unserer Gegenwart!
„Handlungsfähig bleiben“ – Das ist das Credo dieser Tage! Während Krieg und Krisen die Nachrichten bestimmen, gilt es umso mehr Kraft zu tanken, um nicht an seiner eigenen Empathie zu ermüden…
Wir brauchen Ruhe, wir brauchen Kraft, wir brauchen Erhohlung! Sowie von eigenem Struggle mit Hof und Baustelle, als auch was die weltliche Situation angeht! Was könnte näher liegen, als sich im Garten Rückzugsorte zur Erholung und Genesung zu schaffen!
Daher haben wir uns einen Strandkorb gegönnt und gleich eine kleine Sandinsel dazu angelegt. Außerdem haben wir diverse Hängematten unter dem Wallnussbaum installiert. Hier sind im Hochsomer 3° Celsius weniger Umgebungswärme… So arbeiten wir weiter an unserem Biedermeyer 🙂 Gönnt euch etwas Ruhe und Erholung Leute und hört auf zu versuchen, euch diesen ganzen Wahnsinn zu erklären und nach Mustern zu suchen. Derartige Bedrohungen fördern unser Kontrollbedürfnis. Aber manchmal muss man Fünfe einfach mal gerade sein lassen…
Wir haben das erste Fleischpaket bestellt und erzählen heute und hier von unseren Erfahrungen und der Planwirtschaft, from Nose to Tail und der Ernsthaftigkeit der Situation, unbedingt weniger Fleisch konsumieren zu müssen…
Auf dem Lande, wo die Tiere unterm Sternenzelt leben und sterben…
Als wir vor drei Jahren aufs Land zogen, taten wir dies mit der Hoffnung, dass sich unsere Lebensqualität auch im Bereich der Lebensmittelversorgung verbessern würde. Wir gingen irgendwie davon aus, diese ganzen glücklichen Tiere auf den Supermarktverpackungen würden hier, in den Weiten des Oderbruchs, grasen und friedlich weiden und wir würden nun die Möglichkeit bekommen, direkt von den Erzeugern gute und frische Produkte beziehen zu können. Das ist vielleicht auch ein bisschen meinen Kindheitserinnerungen geschuldet: Auf lokalen Märkten und Festlichkeiten gab es stets diverse Produkte aus der Region. Das fing an bei der Backstube im Knüll, dessen Bäckerin noch selbst Urgetreide anbaute und daraus im Holzofen das eigene Sauerteigbrot backte, zog sich fort über die Käserei mit eigenen Freiland-Schafen und -Ziegen, die an den Hängen unter den Wäldern grasten, bis hin zur Bratwurst aus Sattelschweinen der Schwalm. Auf lokalen Handwerks-, Kunst- und Trödelmärkten, wurde Lokales angeboten und verkauft. Diese sinnhafte Selbstverständlichkeit sollte sich hier jedoch nicht einstellen…
Eben aufgrund dieser erwähnten Kindheitserinnerungen freue ich mich bei Dorffesten und Flöhmärkten vor allem über eins: die solide, schmackhafte und grobe Bratwurst: Selbstverständlich in einem hausgebackenem Brötchen mit Senf gereicht – vorher über Holzkohle verraucht und gebraten! Doch dieser gewissenhafte Genuss stellte sich hier nur auf dem ersten Fest, das wir besuchten, ein: Auf dem Oderbruchtag in Neulewin gab es von der heimischen Jägerin Wildschweinbratwurst mit Zitronengras. Den Preis von 3,50€ hielt ich gerechtfertigt. Auf allen weiteren Märkten und Events verhielt es sich allerdings anders: Billigfleisch vom Discounter in Großpackungen auf den Grill gepackt – als regionale Spezialität feilgeboten! Zum Kampfpreis von 2€. Die Fleischbetriebe und der Einzelhandel hier sterben. Das Handwerk und die Landwirtschaft gehen mit der Region ein. Ist die 2€ Bratwurst Schuld daran? Ist sie Symbol für Tierleid, Ausbeutung, Gier und Konsum? Oder schmeckt sie in dem Moment einfach zu gut und vermag alles auszugleichen?
Ausverkauft und Verraten
Zwanzig Cent pro Tier verdient ein Tierwirt an einem Broiler, den er fünf Monate durchgebracht hat. Mit Subventionen versteht sich. Sonst wäre es ein Minusgeschäft. Deswegen geht er auf 20.000 Tiere. Das erzählt mir der Hühnerzüchter aus dem Mastbetrieb im Nachbarort: Die Tiere haben seit der Verladung aus dem Transporter den Himmel nicht mehr gesehen (wohlgemerkt ist der Himmel hier, wo das Bruch so weit scheint, sehr weit in seiner Gesamtheit. Aber das können ja nur wir Menschen intellektuell begreifen)!
Bildrechte: tierretter.de
Die Bauern. Sie protestieren wieder und erboßen sich über die schlimmen Grünen! Und die alten weißen Herren im Bruch mokieren sich: Früher war alles besser und die Politik will uns an allen Mett-Enden einschränken. Direktvermarktung und das „Weniger ist Mehr und dafür exquisit“ – Prinzip ist noch nicht so richtig durchgeweicht und durchgedrungen! Weil Fleisch kein Genussmittel sondern Alltagsdroge ist – etwas, das wir alltäglich konsumieren können! Tiere zu quälen macht allerdings Arbeit und muss organisiert werden. Wie viele Menschen braucht man, um 20.000 Tiere in einem vollautomatisierten Mastbetrieb versogen zu können!? Richtig: 0,25! Versprochene Arbeitsplätze adee°! Und der Betrug geht weiter! Umweltschäden durch Trinkwasserabgang, verseuchte Erde / ätzenden Hühnerkot – Hauptsache Produktionskonform…
Wir halten Tiere, um sie zu essen
Ich bin Idealist und möchte gleichzeitig niemanden vorschreiben, wie er sich zu verhalten und wie er zu leben hat! Ich lebe nach dem Grundprinzip, dass meine Freiheit dort aufhört, wo die eines anderen Menschen anfängt. Und weil wir alle diese ganzen Skandale und Perversionen um die Fleischproduktion schon kennen und kein Puzzleteil des Problems mehr sein wollen, beschlossen wir, unseren Fleischkonsum auf die eigene Produktion zu stützen. Als Konsument*Innen wollen wir einen positiven Einfluss durch unser Verhalten erreichen. Klar ist der Kassenbon ein Stimmzettel. Klar liegt in jedem die Verantwortung und Kraft. Aber die Realität ist anders. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Und unser Belohnungssystem funktioniert nunmal noch wie im Mittelalter. Ein guter Deal ist ein guter Deal! Ein Schnäppchen bleibt ein Schnäppchen. Und wir leben im Jetzt! So wie es uns immer gepredigt und angeraten wird – unser Leben zu etwas ganz besonderem zu machen, uns was zu gönnen und jeden Tag zu leben, als wenn es der letzte wäre – YOLO!
Doch durch diese Einstellung verursachen wir unheimlichen Schaden! Wir können billig kaufen, weil andere für uns bezahlen. Die Globaliserung hat den Kolonialismus nicht abgeschafft, sondern potenziert. Abgesehen vom Schaden, den wir in anderen Ländern anrichten, schaden wir auch den kommenden Generationen in unserem eigenen kleinen Kosmos: Antibiotikaressistente Keime, verseuchte und ausgelaugte Böden, Insektensterben durch Pestizide und letzlich als Individuum als direkteste Konsequenz am einfachsten zu erfahrende Konsequenz: Die Arbeitslosigkeit und der wirtschaftliche Ruin durch Automatisierung und die Zerstörung des kleinen, diversen, lebendigen, einzelnen Menschen.
Ein paar Zweinutzungshühner, ein paar Schweine, ein paar Schafe und Enten des eigenen Bedürfnisses Fleisch zu essen wegen zu halten, erschien uns vernünftig. Den Einblick, den wir dadurch bekommen konnten, beeinflusste unseren Fleischkonsum nachhaltig. Zu sehen, was unsere Tiere von der Aufzucht bis hin zur Tötung brauchen um sich wohl zu fühlen, gesund zu sein und artgerecht zu existieren hat uns größten Respekt vor dem Produkt Fleisch gelehrt! Ich selbst stand kurz davor, Vegetarier zu werden. Rein logisch gesehen, wäre das die konsequenteste Reaktion. Aber auch ich bin ein Mensch über der Rationalität. Mit Prägungen und Erinnerungen und Gewohnheiten. Die meisten anderen Tiere töten auch. Sie bilden damit nach dem Räuber-Beute-Prinzip wichtige ökologische Zusammenhänge und sorgen für Balance in diffizilen Ökosystemen. Diese Balance müssen wir als Mensch wieder finden. Damit die Ozeane nicht überfischt, die Böden nicht ausgelaugt und wir nicht in moralischen Dilemmata verweilen! Weniger ist mehr…
Transparenz und Sicherheit als Kaufargument
Der gläserne Mensch war eine dystopische Vision, die ich damals als abschreckendes Beispiel zur Globalisierung im PoWi-Unterricht vorgeführt bekommen habe. Jetzt hat das Gläserne und die Transparenz für mich etwas sehr Positives! Es ist nicht nur ein Aufdruck eines grinsenden Schweins in der Heide auf einem vakuumierten Fleischprodukt im Discounter, sondern es ist der Eindruck über soziale Medien wie Instagram, durch die ich Erzeuger von Lebensmitteln jeden Tag mitverfolgen und authentische Eindrücke in ihre Betriebe gewinnen kann, sehen kann, wie die Tiere leben, wie die Landwirte mit ihnen umgehen, was für Gedanken sie sich machen und woraus sie in ihrer täglichen Arbeit Kraft schöpfen. Einer dieser Landwirte ist Ingmar vom Bornwiesenhof. Von ihm kauften wir unser erstes Fleischpaket…
Eines für alles alle
Ich muss schmunzeln, wenn ich an 2010 zurückdenke, als ich die Fleischfachverkäuferin im Edeka am Kottbusser Tor nach Markknochen fragte und sie mich verwundert anschaute und sagte, ich sei der Erste, der hier seit dem sie im Szenekiez arbeite danach fragte. Die Leute würden für gewöhnlich nur nach Kalbsbäckchen und Filetspitzen fragen. Im Fleischpaket hast du alles. From Nose to Tail steht da im Hipster-Duden. Früher Selbstverständlichkeit – heute Ausdruck von Fancyness und richtig woke. Aber der Mensch muss sich immer wieder neu erfinden. So auch meine Markknochensuppe von meiner Oma, die ich heute mit Ingwer, Galgant, Lemongras und Morcheln zu einer asiatischen Köstlichkeit verfeinere. Der Schüler muss den Meister überbieten! Diese Vielfalt bot sich uns im Fleischpaket. In einer Strohbox tiefgekühlt verschickt kamen die einzelnen Komponenten in Portionen für zwei vakuumiert und verpackt an und wanderten direkt in unsere Tiefkühltruhe. Hier werden sie für 50 Kg CO2 im Jahr für den Verzehr warm gehalten. Zusammen mit unserem selbst angebautem Gemüse. Diese 50kg klingen nach sehr viel. Tatsächlich ist es ein Bruchteil im Vergleich zu konventioneller Landwirtschaft, in der viele Tiere in engen Ställen mit gentechnisch verändertem Soja aus der Abholzung des Regenwaldes gemästet werden, anstatt weniger Tiere auf einer riesigen Weide grasen und sie ihr natürliches Futter in einer größeren Zeitspanne verzehren zu lassen. Aber klar, ein Abdruck bleibt. Wir hinterlassen Spuren. Das tut jede Existenz auf diesem Planeten. Die Frage ist nur, ob diese Fußabdrücke so tief sind, dass Nachfolgende hineinstürzern, oder ob sie als Hilfestellung für einen gefestigten Weg dienen…
Zeit ist Trumpf
Zeit ist ja stets eine sehr wertvolle Zutat in allen Dingen. Immer mehr Studien und Erkenntnisse weisen darauf hin, dass den Dingen in der Regel die Zeit fehlen mag, um sie und sich zu perfektionieren (Eine neue Studie weist darauf hin, dass eine vermeintliche Glutenunverträglichkeit lediglich mit der Ruhezeit des Brotteigs zu tun habe, da enzymatische Prozesse nicht mehr stattfänden)! So war es bei der Haussanierung mit natürlichen Baustoffen denen konventionelle Baustoffe nur in Sachen Zeitgewinn voraus seien können; so ist es bei der Fertigstellung von Projekten, wo in 20% der Zeit 80% der Arbeit verrichtet und weitere 80% Zeit für die letzten 20% verbraucht würden, und so ist es auch am Kochtopf, mit dem besten Fleisch der Welt. Gut Ding braucht Weile. Studien ergeben ebenfalls, dass es Sinn macht, die gegebene Zeit mit Wertigkeit, Wertschätzung und Freude zu füllen! Mit anderen Worten: Habe Spaß an dem was du tust und nutze den Weg nicht als Mittel zum Zweck, sondern das Gegenwärtige als Ziel der eigenen Erfüllung! Was könnte es also Schöneres geben als Stunden in Folge gebeugt über einem dampfenden Kochtopf zu verbringen, die Gerüche zu internalisieren, zu lächeln, zu genießen und den Schaum abzuschöpfen.
From Nose to Tail ist Aufklärung – Vielfalt im Gewebe
Endlich zum Thema: Ganzheitliche Verwertung von Lebensmitteln bedarf Kenntnis und Investement. Die meisten Lebensmittel, vor allem im Fleischbereich, sind vorgefertigt und zielen auf Geling-Garantie. Da steht die fein säuberlich separierte Putenbrust dem Achtel Rind gegenüber. Bei Zweitem bedarf jedes Einzelteil eines besonderen Treatments und fordert die Bereitschaft, sich die Hände schmutzig zu machen. Das Fleisch muss gesäubert, pariert, zugeschnitten und gereinigt werden. Anschließend ergeben sich diverse Garverfahren für unterschiedliche Komponenten. Eine Beinscheibe schmort neben Gulasch und Kochfleisch im eigenen Saft einen halben Arbeitstag, um mürbe und zart zu werden, während Filet- und Rückenstücke scharf angebraten und hochtemperiert für die Dauer einer Zigarettenpause gemaillard werden! Ein Fleischpaket ist damit keine Fünf-Minuten-Terrine, die sich im Raum-Zeit-Kontinuum immer gleich verhält! Um das letzte Quäntchen Geschmack und Genuss rauszuholen, braucht es etwas KnowHow und Hingabe für die Zubereitung! Vor allem aber auch Voraussicht! Schließlich müssen Produkte aus dem Fleischpaket vorher schonend aufgetaut werden. ZumYolo-Lebensprinzip gegensätzlich steht die Planung. Finde ich ganz gut, da ich älter werde und Planbarkeit mir einen gewissen Seelenkomfort bietet. :-). Der schöne Nebeneffekt: Widersteht man gegenwärtigen Gelüsten, reduziert sich der Fleischkonsum von selbst!
Drei Monate später: Die Grillsaison ist vorbei, Würste, Filets, Roastbeef und Steaks fielen der Holzkohle zum Opfer, der Herbst spannt sein Gewand…
Sechs Monate später: Der Herbst ist da. Suppen- und Eintöpfe mit Kochfleisch und Beinscheibe – das Paket dünnt sich aus…
Neun Monate später: Der Winter ist da und mit ihm das Gulasch und die Knochenbrühe! Kraftessenzen werden stundenlang verkocht, gespickt mit lokalen und regionalen Spezialitäten: Trockenpilze und Winterrüben aus der Region, machen die Suppe schmackhaft und lecker!
Ein Jahr später: Ein paar Steaks haben überlebt. (Kleiner Scherz). Wir haben ein gutes Gewissen! Wir haben wenig zugekauft! Und wir haben auch wegen der eigenen Schlachtung das Feingefühl und den Sinn für Tier und Leben wiedergefunden! Einmal die Woche Fleisch – eine Weisheit meiner Uroma – das wären bei 52 Wochen tatsächliche 15Kg Fleisch im Jahr – 300 Gramm in der Woche! Genuss und Sünde scheinen im Gleichgewicht! Die Zukunft umgestalten…!?
Wie bringt man dem Mensch bei, dass er durch seinen Lebenswandel zerstört und Menschenleben verletzt? Die Moralkeule zu schwingen hilft selten. Wir müssen durch Erzählungen vom Gegenüber lernen und Wissen transferieren. Gerade in dieser schnelllebigen Welt haben wir die Zeit zum Lerrnen nicht mehr. Es braucht die Politik, die fürs Volke für gemeinwohliges Verhalten belohnen muss. Und es braucht das Leid und die Qual der Tiere, um uns zu drohen! Es braucht nachhaltige Bildung und Lernen zum Lernen. Wir müssen ganz klein und von ganz vorne mit voller Fahrt anfangen, um das Unaufhaltsame mit großen Schritten ganz sachte zu entschleunigen…
Essen kann Frieden sein! So lange für alle genug da ist! Und die, die immer noch auf den Kassenzettel hören und Billigfleisch vom Discounter konsumieren: auch ihr tragt einen wichtigen Teil zur Lösung des Problems bei! Denn in Nuggets, Wurst und Formfleisch sind Schlachtabfälle, Collagene, Wasser, Binde- und Füllmittel und Gewürze verarbeitet. Der Fleischanteil beträgt maximal 30% wie eine Dokumentation vom ZDF aufgedeckt hat. Somit tragt auch ihr zum reduzierten Fleischkonsum bei! Chapeau!
Nach der Sanierung des Nebengelass inklusive Neugestaltung der Dachhaut, Begradigung des Bodens und neuen Fenstern und Türen geht es weiter mit dem Einbringen der Dämmung und der Renovierung des Innenraumes. Wie immer alles mit weitgehend ökologischen Baustoffen! Und natürlich darf eine Klimaanlage nicht fehlen! Rock on…
Zwischensparrendämmung mit Zwischenfällen
Die „Pink Party Unterspannbahn“ wurde ja bereits unter das Blechdach gewuppt und dampfdicht verklebt. Das ist sehr wichtig um das Eindringen von Feuchtigkeit in Form von Kondens- oder Druckwasser zu verhindern! Denn damit würde sich die Dämmwirkung im akustischen und klimatischen Bereich aufheben! Dämmstoffe sind porös gefertigt um möglichst viel hohlen Luftraum zu bilden. Dieser kann die Wärme puffern und den Taupunkt nach außen verlagern. Die Last und Schwere widerum bändigt die Schallenergie. Doch das Grundprinzip einer akustischen und klimatischen Dämmung funktioniert nur mit der Absenz von Wasser! Gleichzeitig hat dieses Dämmprinzip aber vielerlei Ähnlichkeiten mit SpongeBob! Schwamm saugt Wasser auf…
Warum ich im Hochsommer Mütze trage, erfahrt ihr später…
Die Liebe zum Wasser wird also unterbunden! Von oben mit einer Membran in Form der besagten Unterspannbahn – hier kann Wasser raus aber nicht rein – und von unten in Form einer Dampfbremse. Umgekehrte Wirkung: Feuchtigkeit aus dem Raum kann nicht rein – Feuchtigkeit aus der Dämmung aber nach unten diffundieren und langsam austreten; so die Dampfbremse…
Nun muss der Dämmstoff von unten in die Sparren eingebracht werden. Das bedeutet zwangsläufig Arbeit Über-Kopf! Einer meiner meistgehassten Disziplinen! Alles fällt dir ins Gesicht und ständig hast du Zeugs im Auge! Arbeitsschutz ist hierbei sehr wichtig aber manchmal scheinbar nicht ausreichend genug. Darüber hinaus war meine Dämmstoffkombination ein Kompromiss zwischen hohen Wärmedämmwerten, hohen akustischen Dämmwerten und ökologischen Aspekten: Eine Mischung zwischen 10cm Holzfaserdämmung und 10cm Steinwolle! Seit diesem Jahrhundert ist Mineral- oder Steinwolle nicht mehr lungengängig und kann gut recycled werden. Trotzdem hat mich irgendetwas in diesen Materialien getriggert. Oder besser gesagt: mein Immunsystem reagierte partout mit einem anaphylaktischem Schock inklusive zwei Tage Intensivstation – that’s fun!
Ausgekörpert…
Der Besuch beim Allergologen war relativ ernüchternd. Selbst ein Fachexperte konnte mir keine Erklärung für diesen Zwischenfall bieten. Eigene Recherchen ergaben (Google und Co), dass meine Konterlatten das Holzschutzmittel Impralit TSK40 enthielten. Diese hatte ich über Kopf mit der Japansäge auf Länge gekürzt und der Sägemehl fiel mir wie Man-Glitter in die Dauerwelle um dort offensichtlich einen semi-moderaten Schaden anzurichten. Die Latten konnte ich Dank des lokalen Baustoffkontors gegen unbehandelte substituieren! Das Projekt nahm also unbeirrt seinen Gang…
Entkoppelte Akustikdecke mit Hanffilz und Heraklith…
Schall gegen Schall
Bauakustik ist in der Regel scheiße teuer. Sie garantiert Schallschutz nach außen. Bei einem Tonstudio bedeutet das Raum-in-Raum-Konstruktion und komplette akustische Entkopplung! So wird Trittschallübertragung vermieden. Der Schall kann sich nicht durch solide Bauelemente übertragen. Darauf konnte ich glücklicherweise verzichten, da wir nicht in Berlin wohnen und der nächste Nachbar zwei Meter neben uns lebt. Daher reicht eine dilettantische Herangehensweise: Unter die Konterlattung und Dämmung wurde 1cm Hanffilz getackert und anschließend alte Sauerkrautplatten verschraubt. Diese gibt es bereits seit 1933 unter dem Namen Heraklith und sie bilden einen guten Kompromiss zwischen hervorragenden Schallschutz-Eigenschaften im Bereich der Bau- und Raumakustik und werden heutzutage von vielerlei akustischen Ingenieurbüros teuer gehandelt (auf Kleinanzeigen für nen Euro!
Akustikelemente an Decke Anno 1904 🙂
Die Schönheit der Chance
Bedeutet erstmal eine kluge Art und Weise zu Kühlen und zu Heizen! Und das muss wie alles akustisch sehr unauffällig passieren! Daher wurde im Multifunktionsraum ein Split-Klimagerät installiert! Inklusive Wlan-Steuerung! #läuftbeidir
Wie ich die Elektronik und Raumakustik realisiert habe, erfahrt ihr im nächsten Teil! Stay tuned!
Unsere Kettensäge stand den Winter über still in der Werkstatt und schmiert plötzlich die Kette nicht mehr nach. Das Öl fließt nicht mehr auf die Ritzel und die Kette überhitzt. Ich habe also versucht rauszufinden, ob ein verschmutzter Öltank, eine verstopfte Ölleitung oder die Ölpumpe selbst Schuld an diesem Miserium haben. Und ich war selbstverständlich erfolgreich, hätte mir aber im Nachhinein viel Arbeit sparen können 🙂
Öl fließt nicht nach – Kette bleibt trocken
Meine Akku-Kettensäge Typ Dewalt DCM575 hat mir drei Jahre treue Dienste geleistet. Doch nun fördert die Motorsäge plötzlich kein Öl mehr vom Tank an das Schwert um die Kette zu schmieren. Das Resultat ist eine Überhitzung und ein starker Abrieb der Kette und des Schwertes, was sich anhand der Verfärbungen des Metalls gut sehen lässt. Aufgefallen ist mir das ganze erst nachdem ich mich gewundert habe, dass der Öltank voll bleibt. Normalerweise muss ich nach einer Stunde Sägen den Tank nachfüllen, da relativ viel Öl zum Schmieren der Kette verwendet wird und der Tank nur 100ml Fassungsvermögen hat. In der Regel ist also der Tank vor dem Akku leer. Das war diesmal nicht so.
Tankreinigung bleibt erfolglos
Ich habe also im Netz gegoogelt und verschiedene Lösungsvorschläge angeboten bekommen. Zuerst habe ich das verbleibene Pflanzenöl abgelassen und den Ölbehälter mit einem Kompressor ausgeblasen. Dann habe ich das Schwert und die Kette demontiert um zu gucken, ob die Außlassöffnung verstopft ist. Beides war nicht der Fall und eine akribische Reinigung brachte keine Besserung. Nun war meine Vermutung also, dass entweder der Schlauch zwischen Tank und Ölpumpe verstopft ist oder die Ölpumpe an sich einen Defekt aufweist.
Komplette Demontage der Motorsäge
Ich habe also die Kettensäge komplettt auseinandergenommen und einen Teardown gemacht um der Fehlerquelle auf die Spur zu kommen. Vorher habe ich mir die Explosionszeichnung von Dewalt besorgt um eventuell Ersatzteile bestellen zu können und einen groben Überblick über den Aufbau zu bekommen. Ich habe übrigens nur einen Händler gefunden der alle Ersatzteile in Deutschland vorrätig habt. Diesen verlinke ich euch am Ende des Artikels. Hier ist die Original-Explosionszeichnung von Dewalt:
(C) Copyright DEWALT
Beim Öffnen des Getriebes und Sichtung der Ölpumpe stellte ich fest, dass diese aber noch ordnungsgemäß funktioniert und der Ölschlauch zwischen Tank und Pumpe nicht mit Öl gefüllt war. Meine Vermutung bestätigte sich beim Abtrennen des Schlauches vom Tank das hier bereits eine Verstopfung vorliegen musste. Das kleine Sieb am Ende des Schlauches war zugesetzt mit Sägemehl. Ich hätte mir also die ganze Arbeit sparen können und lediglich mit der Zange den Schlauch aus dem Öltank friemeln können um diesen anschließend zu reinigen. Aber so habe ich viel über meine Motorsäge gelernt und hab einen schönen Nachmittag mit Basteln verbracht 🙂 Und vielleicht hilft mein dabei entstandenes Repariervideo ja anderen Menschen weiter:
Reparierbarkeit der DCM575
Ich war übrigens sehr angetan von der Reparierbarkeit der Motorsäge! Es gab keine verklebten Stellen und alle Schrauben waren entweder mit einem TX10 oder TX20 Schraubendreher zu öffnen. Der Aufbau war logisch und konsequent und alle Einzelteile waren leicht zu demontieren. Außerdem gibt es eben eine Explosionszeichnung vom Hersteller und alle Einzelteile sind als Ersatzteile im Netz verfügbar. Ich will hier keine Werbung für den Hersteller machen aber das ist alles keine Selbstverständlichkeit! Ich finde es als ökobewusster Bastelfreak großartig wenn ich meine Geräte selbst reparieren kann. Früher war das selbstverständlicher. Man denke an alte Fahrzeuge wie dem Trabanten oder die Simson Krafträder aus Suhl. Hier war es außerordentlich gewünscht dass Eigentümer Hand anlegt und selbst repariert. Leider gehört es heute zum Geschäftskonzept vieler Hersteller ihre Geräte absichtlich vor einer Selbstreparatur zu schützen und Fallstricke einzubauen. So werden Bauteile in Kunstharz eingegossen, Verbindungsstellen verklebt oder Schrauben verwendet, die proprietäres Werkzeug erfordern.
Weiteres
Falls ihr euch eine neue Kettensäge anschaffen wollt, kann ich euch die Anschaffung einer Akku-Kettensäge nur wärmstens empfehlen! Sie macht weniger Krach, der Motor läuft nur auf Knopfdruck, sie macht keine Abgase und mit Bio-Pflanzenöl im Tank sinkt die Umweltbelastung weiter.
Dieser Artikel soll ausdrücklich keine Werbung für DEWALT sein und ich bin von niemanden für diesen Artikel vergütet worden! Ich übernehme auch keine Haftung für Schäden oder Verletzungen die durch eine Reparatur entstehen! Dieser Beitrag soll zur Selbsthilfe und zum Reparieren defekter Geräte dienen um damit ein Wegwerfen und Ressourcenverschwendung zu verhindern!
Hier ist der LINK zum einzigen Ersatzteillieferanten den ich im Netz gefunden habe (Keine Haftung für Links, kein Affiliate-Link!).
Wir haben uns eine bequeme Sitzbank rund um unsere Linde gebaut. Nun können wir im Sommer unter den schattigen Zweigen sitzen und das Summen der Bienen und Zwitschern der Vögel genießen…
Keep it simple
Ich wollte mit wenig Aufwand eine robuste und bequeme Bank um unsere Linde bauen die einen schönen Ruhepol in unserem Garten bietet und gleichzeitig ein echter Hingucker ist. Den Aufwand und die Kosten wollte ich bei den aktuellen Holzpreisen außerdem recht übersichtlich gestalten. Am meisten verunsichert hat mich dabei die Wahl meiner Holzversiegelung zum Wetterschutz und Witterungsschutz, nämlich keine! Stattdessen habe ich auf konstruktiven Holzschutz und die natürliche Vergrauung des eingesetzten Holzes gesetzt. Ein Grund dafür war, dass ich mit natürlichem Leinöl im freien keine guten Erfahrungen gemacht habe. Es hat sich fast überall wo ich es eingesetzt habe Schimmel auf Öl und Holz gebildet. Für den Innenbereich bleibt es mein Favorit, Außen hat es mich stark enttäuscht. Einen chemischen Holzschutz mit pilztötenden Mitteln oder die komplette Versiegelung des Holzes durch Hartwachs oder Lack kam für mich ebenfalls nicht in Frage. Also habe ich ein Experiment gestartet…
Natürlicher Holzschutz
Es gibt Holzbauten die mehrere tausend Jahre alt sind und viele Jahreszeiten schadlos überstanden haben. Das Prinzip die Lebenszeit von Holz durch das Verlangsamen der natürlichen Zersetzung zu verlängern sind dabei immer ähnlich: Durch konstruktiven Holzschutz wird eine rasche Trocknung des Holzes erreicht und durch natürliche Prozesse wird der Nährboden für Pilze und Flechten entzogen. Viele Hölzer haben dafür selbst Lösungen gefunden. Heimische Eiche ist besonders hart, Douglasie oder Bangkirai haben Inhaltsstoffe wie Terpene und Mykotoxine die für Pilze unverdaulich sind und Insektenfraß verhindern. Darüberhinaus hilft uns Energie. Zum einen wirkt die Sonne mit ihrem UV Licht auf das Holz und verursacht eine Vergrauung. Dabei werden Farbstoffe und Lignin zersetzt und es entstehen Schwefel- und Wasserstoffperoxidverbindungen die wiederum Bakterien und Pilze abschrecken. Zum anderen erzeugt das Abflammen von Hölzern einen wirksamen Witterungsschutz. Die ummantelnde Kohleschicht ist unattraktiv für Zersetzer und bietet keine Nährstoffe, ist aber widerum stark saugfähig weshalb ich dieses Verfahren nicht ohne eine Nachbehandlung empfehlen kann. Am wichtigsten bleibt also der Schutz vor Feuchtigkeit bzw. die Möglichkeit der schnellen Rücktrocknung.
Holzschutz durch Abflammen
Konstruktiver Holzschutz
Ich habe mich für unsere Baumbank für das Holz der Douglasie entschieden. Douglasie ist ein langsam wachsendes Nadelholz mit hohem Harzanteil und festerer Struktur als die der heimischen Nadelhölzer. Sicher ist sie der Lärche und dem Bangkirai unterlegen, aber letzten Endes entscheidet das Portemonaie mit. Meine Holzständer für die Bank haben keinen Kontakt zum Erdreich. Hier habe ich so genannte Opferscheiben untergelegt. Diese liegen selbst auf der feuchten Erde auf und werdensomit zwangsläufig in wenigen Jahren zersetzt und geopfert. Diese kann ich dann regelmäßig ausbessern und außerdem die Bank immer wieder neu in Waage bringen. Außerdem habe ich waagerechte Planflächen vermieden und diese mit einem Gefälle angelegt (mind. 3°) um einen erleichterten Wasserabfluss zu gewährleisten. Trotzdem wird es das eine oder andere Bohrloch oder Spalt geben wo sich das Wasser festsetzen wird und länger verweilt. Was das für Auswirkungen haben wird, weiß ich mit Sicherheit in ein paar Jahren. Mittlerweile ist die runde Baumbank aber bereits ein Jahr alt und hat den feuchten Herbst, den ebenfalls nasskalten Winter und den verregneten Frühling gut überstanden. Und das ohne eine Behandlung oder Versiegelung des Holzes.
Material und Kosten
Alle Materialien habe ich im hiesigen Baumarkt bekommen. Dort sind die Preise meist etwas höher, dafür bin ich flexibler beim Transport und unterstütze außerdem den lokalen Einzelhandel. Als Werkzeug kam eine Kreissäge, eine Kapp-Zug-und-Gährungssäge und ein Akkuschrauber zum Einsatz.
7x
gehobelte Balken mit 200 x 7 x 7 cm
ca 70€
12x
Dielen Douglasie
ca 60€
200x
Holzbauschrauben Torx 4x50mm
ca 20€
1x
Wasserdichter Holzleim
ca 10€
Drei der gehobelten Balken habe ich mit der Kreissäge halbiert um sie als Querstreben der Stützpfeiler zu verwenden. Von da an kam nur noch die Kappsäge zum Einsatz.
Die sechs Stützpfeiler der Baumbank
Ich hab mir einen Pfeiler als Stütze aufgebaut und diesen dann als Schablone für die Einstellung der Gährung benutzt und fünf weitere Pfeiler kreiert. Kompliziert wurde es dann mit dem Zuschneiden der Dielen für die Sitzfläche und die Rückenlehne. Hier habe ich alles um die Linde positioniert, den Innenradius gemessen, die ersten Dielen mit 30° Gährung zugesägt und angelegt. So habe ich mich Stück für Stück weitergehangelt bis die Bank fertig war. Verschnittstücke habe ich als Obferscheiben benutzt. Wer die Bank nachbauen möchte kann auch meine Bauanleitung als Video benutzen!
Im Nebengelass haben wir einen Mehrzweckraum, den wir bislang als Hühnerstall genutzt haben. Dieser Raum ist dafür aber viel zu Schade. Fortan möchte ich diesen auch als Musikzimmer nach dem Transporterraum-Konzept nutzen. Im ersten Teil geht es um bauliche Maßnahmen zur Vorbereitung des Innenausbaus. Dabei werden nicht benötigte Fenster vermauert, das alte Wellasbest entfernt und ein neues Trapezblechdach aufgebaut. Außerdem wird neues Estrich für den Fußboden geschüttet…
Solide Grundsubstanz
Unser Raum ist mit einer 24er Wand gemauert und hat eine solide Grundplatte mit schwerem Estrichbeton unbekannter Dicke. Jedoch ist das Gebäude über die Jahre etwas abgesackt und ein fehlender Ringanker hat zudem für ein Verziehen der Seitenwände gesorgt. Alles Probleme um die sich gekümmert werden sollte um das Gebäude langfristig zu sichern. Leider wurde zur Dachabdeckung auf damals übliches Wellasbest zurückgegriffen. Ein Baustoff den wir längerfristig vom Hof haben wollen. Angefangen haben wir also mit dem Beräumen des Hühnerstalls und dem Vermauern nicht benötigter Fenster. Zukünftig werden hier nämlich sehr kostspielige Schallschutzfenster verbaut. Da kommt es uns günstiger auf das ein oder andere Fenster zu verzichten.
Papa hilft mal wieder mit 🙂
Altlasten – Urin, Asbest und Dämmwolle
Bevor die bösen und gesundheitsschädigenden Altlasten angegangen wurden, habe ich den Raum frisch gekalkt um alte Urinreste und Verunreinigungen durch die Nutztiere zu entfernen. Dann ging es ans Dach und zusammen mit meinem Kumpel Arnold haben wir die Asbestplatten abgetragen und in einem luftdichten Plattenbag verstaut. Noch mühseliger war das Entfernen der alten Zwischendämmung. Die Minerallwolle war komplett zerfallen nachdem Marder hier jahrzentelang Nester gebaut und Vorratskammern angelegt hatten. Kot und Urin neben skelettierten Entenköpfen und als Highlight eine mumifizierte Katze kamen zum Vorschein. Das Asbest wurde abgeholt und ein Entsorungsnachweis erstellt. Die Mineralwolle habe ich nach Rüdersdorf zum Recyclinghof gebracht. Insgesamt haben wir 200€ für 1,3 Tonnen Asbestentsorgung und 140€ für 240Kg Dämmwolle gezahlt. Hinzu kamen noch die Kosten für vernünftigen Arbeitsschutz wie Asbestschutzanzug, Atemmaske und Schutzbrille in Höhe von 100€.
Ringanker und neue Dachunterkonstruktion
Nachdem die alte Dachhaut zurückgebaut war musste ich die oberste Steinschicht abtragen da hier die Asbestplatten eingemauert waren und die Zwischenräume mit Mörtel und Beton verputzt waren. Danach erfolgte das Mauern eines Ringankers mit U-Schalen in die dann ein Estrichgitter eingelassen wurde. Am Estrichgitter selbst wurde mit Rödeldraht Gewindestangen befestigt, die später zur Befestigung der Mauerlat dienen. Das ganze wurde mit zertifiziertem Ringankerbeton vergossen und musste zwei Wochen trocknen. Dann wurde ein Bitumenschutzstreifen aufgelegt und die Mauerlat vorne und hinten verschraubt. Die neuen Sparren wurden mit Schwerlastwinkeln und Kammnägeln auf der Mauerlat fixiert, bevor die Unterspannbahn mit den Konterlatten und Nageldichtband befestigt werden konnte.
Pink is meine Lieblingsfarbe
Eine neue Dachhaut entsteht
Als Dachhaut haben wir uns für Trapezblech TP35 mit Antikondensvlies entschieden. Dieses muss hinterlüftet werden und um zu Verhindern das Nagetiere oder Vögel in diesen Zwischenraum eindringen können habe wir am Fürst und Traufe Vogelschutzband angebracht. Die Platten hochzuwuchten war relativ anstrengend, das Befestigen und Ausrichten hingegen war ein Kinderspiel und hat richtig Spaß gemacht. Die Zwischensparrendämmung wird nun von unten angebracht was natürlich etwas komplizierter ist, aber so sind wir unabhängig von der Witterung und müssen uns nicht hetzen.
Ich bin auf dem Sonnendeck
Neuer Estrichguss als Bodenausgleich
Nachdem die neue Dachhaut fertig war fiel mir auf, dass der Boden doch ein stärkeres Gefälle aufwies als bislang angenommen. Mit einer Schlauchwaage ließ sich Höhenunterschied von 16cm feststellen. Daher entschied ich mich eine Estrichschüttung als Höhenausgleich vornehmen zu lassen. Das ganze hat mein Kumpel Martin organsiert der jahrelang „Betonschubser“ gewesen ist und es lief alles wie am Schnürchen! Zuerst wurde der Boden mit Plane ausgelegt und ein Randdämmstreifen angebracht, dann wurde mit der Schlauchwaage die erforderliche Höhe eingezeichnet und die Betonpumpe angeschmissen. Nachdem der Estrich begradigt war, erfolgte die Polierung mit einem riesigen Tellerschleifgerät. Wenn die Innenarbeiten abgeschlossen sind werde ich hier Trittschalldämmung aus Hanffilz und Korkboden verlegen…
Ein neuer Boden entsteht
Schallschutzfenster und Schallschutztür
Der Fensterbauer aus dem Nachbardorf war zwischenzeitlich da und hat Maße genommen um uns zwei neue Fenster und eine Tür zu bauen. Wir haben uns für die höchste Schallschutzklasse entschieden und Vierfachverglasung gewählt. Das ist relativ kostspielig, aber die Fenster sind beim Schallschutz das Nadelöhr. Anschließend wurden diese durch die Firma mit Schallschutzschaum installiert und die alten Fenster gleich zur Entsorgung mitgenommen.
Alle dicht…
Bisherige Kosten
Baustoffe und vor allem Bauholz sind momentan nicht gerade günstig. Ich habe daher mal eine grobe Abrechnung für die Sanierungsmaßnahmen versucht. Einiges ist übrig geblieben und wird jetzt noch anderswo verwendet. Insgesamt war der Umbau bislang aber doch recht kostspielig…
Entsorgung Asbest und Dämmwolle
400€
Mauersteine, U-Schalen, Estrich und Mauermörtel
1000€
Bauholz für Mauerlat und Sparren, Konter- & Dachlatten
1700€
Trapezblechdach inklusive Regenrinne
1100€
Eisenwaren wie Schwerlastwinkel, Nägel, Gewindestangen & Estrichgitter
300€
Unterspannbahn
100€
Estrich (Plane, Dämmstreifen, Zement, Kies & Arbeitszeit)
Zur Absenz des Lichtes – dem puren Schwarz – gehört das Gegenteilige! Durchströmende Sonne und Farbe! Bestenfalls in 3400K warmweiß…
Es war sehr still gewesen um uns und diesen Blog. Wenn ich sagte, es läge am Zeitdefizit Seiten zu verwalten, dann wäre dies eine mittelschwere Lüge! Ich hatte schlichtweg keinen Bock mehr auf das Internet und diesen pseudoanonymen Raum. Es roch mir zu sehr nach Kloake und Kanalisation – nach Scheiße um ehrlich zu sein!
2014 habe ich meine Bachelorarbeit über „Generationsübergreifende Kommunikation in den Social Media“ abgeliefert und in dieser vor allem die Chancen einer barrierefreien und grenzenübergreifenden Kommunikation zwischen den Generationen beschrieben und Marker definiert, wie dies besonders respektvoll gelingen möge. Das war Jahre vor Fake News, Hate Speech, bezahlter Propaganda, millionenschwerer Kampagnen für den Brexit und die Wahl Trumps. Ich trau dem Netz nicht mehr. Und auch den Menschen nicht, die dieses Anonym nutzen. Damit meine ich nicht die Rebellierenden totalitärer Regime, die Unterdrückten, die Whisteblower, die Regimegegner*Innen diktatorischer Gesellschaften (davon gibt es leider immer mehr) – nein – ich meine damit die sich selbst so bezeichnenden Querdenker-Vollidiot*Innen und Angehörigen demagogischen Freiheitsfeinde, deren Gehirnaktivität von einem Block des Zebrastreifens bis zum nächsten reicht und die sich dadurch anmaßen, das gesamte weltpolitische Geschehen erörtern, beschreiben und bewerten zu können und uns einzutrichtern versuchen, dass wir in einer freiheitsfeindlichen Gesellschaft lebten, nur weil sie tagtäglich für ihren verbalen Brechdurchfall einen auf den Deckel bekommen! Heul doch!
WEISS, WEISSER, WEISSER HAI
„Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt!Immanuel Kant (1724-1804)
Reale Bedrohungen für unsere Gesellschaft sollten nach dem Solidaritätsprinzip auch gemeinsam bekämpft und angegangen werden! Da hilft es nichts, durch wahnhafte Pseudotheorien die Verantwortung von sich zu weisen und Bedrohungen zu relativieren! Verdrängung ist eierlei Blödsinn. Sachliche Kritik an den Maßnahmen der Regierung – die ich übrigens selbst in vielen Fällen hinterfrage – legitimiert es nicht, mit Reichtagsstürmenden und antisemitischen Attilasund Attilar*innen mitzulaufen! Denn dabei lässt es sich schnell vergessen, diese Extremist_Innen und Rassist*Innen zu bespucken und auszubuhen! Stattdessen werden sie auf den so genannten „Friedensdemonstrationen“ mit Beifall überschüttet! Loide das ist nur ein Trostpreis! Das ist ne Teilnehmerurkunde, weil ihr es einfach nicht gecheckt habt! „Schön dass du dabei warst! Du hast der Herausforderung nicht im Ansatz genügen können. Aber du warst da! Teilnahme ist alles 😉 #läuftbeidir!
Schuster deiner Leiste
Jetzt kommen wir aber zur Essenz: Uns geht es abgesehen vom Hass der uns aus dem Netz von frustrierten und verängstigten Menschen entgegen geblasen wird und der allgemeinen Lage sehr gut! Und wir wollen unser digitales Tagebuch nutzen, vom Fortgang und Erfolg unseres Unterfangens zu berichten! Also kehren wir zum Ursprung zurück und berichten von unseren Erfahrungen bei der ökologischen Sanierung eines alten Hofes. So here we go!
INNENBEREICH – CHECK
Letzte Schönheitsreperaturen wurden an diversen Zimmern vorgenommen und brachten uns Frieden! Die Angst etwas abzuschließen, etwas fertig zu benennen, sich in eine Reflexion der eigenen Fähigkeiten zu begeben, ist aufgelöst. Hier ist unser we leave the comfort zone Moment!
Karminlounge, Esszimmer und Flur…sind sehr zu unserem Belieben geformt!
AUßENBEREICH – CHECK
Wir verließen das Haus und standen unter dunklem Blech von dem das Kondenswasser tropfte, schauten auf eine ausufernde Linde und auf Bauschutt. Jetzt ist alles nahezu sinnlich perfekt und zum Verweilen einladend… Schöner kann es nicht sein. Warum wir dies und jenes gebaut und bedacht haben, folgt eventuell nochmal in einem ausführlicheren Beitrag! Form follows Function oder so… Bleibt gesund! Wir melden uns…
Nonexistence. Das NICHTS. Das SCHWARZ ist leerer Raum.
Corona ist am Wüten und nach einem Jahr tun manche Menschen immer noch so, als ob es das Virus nicht gäbe. Wir müssen von der Pandemie lernen! Die Fehler der Vergangenheit bewältigen und die eigenen Grenzen versetzen! Schreien wir es raus! Wirtschaft und Geld dürfen nicht Alles sein! Und Meinungen auch nicht! Sie sind wichtig, aber sie sollten dem Kompass des Humanismus und ethischen Grundsätzen folgen…
Wir haben Angst
Wenn es um Ängste und Phobien geht, bieten Psycholog*Innen und Psychiater*Innen eine aufschlussreiche Erklärung: Der Mensch verlagert abstrakte Bedrohungen und Ängste auf Dinge, die er kontrollieren kann! Unnachvollziehbare Projektionen wie Spinnen, Insekten oder Clowns werden vermeintliche Auslöser eines stellvertretenden Gehirngewitters: Denn unser Gehirn scheint eine Antwort auf eine nahende Unwetterfront parat zu haben: Stauen sich Spannungen und Potentiale auf, müssen sie irgendwann expandieren, um sich entladen zu können. Dass passiert in unserem Kopf. Über die Amygdala. Sind wir mit Dingen konfrontiert, die wir nicht beeinflussen können, stellt das ein handfestes Dilemma dar! Wir fühlen uns als ob wir ohne Bremspedal mit voller Fahrt auf einen Abgrund zusteuern. Da können wir einer kleinen Sinnestrübung unseres Gehirns dankbar sein! Dem Potential, akute Gefahren zu relativieren, um letzlich handlungsfähig zu bleiben…
Es geht darum Todesängste zu bewältigen und nicht in eine Schockstarre zu verfallen. Die Phasen der geistigen Verarbeitung unter Extrembedingungen hat die ehrwürdige Frau von Kübler Ross versucht zu beschreiben und in verschiedene Phasen des Sterbens eingeteilt. Ich glaube, dass trifft es ganz passend. Denn setzen wir uns ernsthaft mit der Bedrohung auseinander, akzeptierten wir, dass wir zu den 2% der durch diese Pandemie sterbenden Menschen (In Deutschland) gehören könnten, dann müssten wir uns mit dem Äußersten beschäftigen und uns an die Stressgrenze unserer eigenen Existenz begeben – dem eigenen Tod. Dem Schwarz. Dem All. Dem Nichts…
Unfähige Superhelden
Hollywood lehrt uns, dass diese Ausnahmesituation ein unvorstellbares Potential darstellen. Es scheint als ob die moderne und zeitgemäße Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit das Verhalten einer Blockbusterfigur zu spiegeln vermag: Eine Bucket List zu erstellen um nach dem #yolo– Prinzip in den Tag hinein zu leben! Wir ewig junggebliebenen Teenager! Wir fahren dann halt eines versehentlichen Momentes mit dem Porsche vor die Wand um den plötzlichen Blitztod sterben zu können. Schön gedacht…
Als wäre es nicht genug, dass ein Mensch vom Anbeginn des Sein mit dem Untergang der eigenen Existenz und dem Zerfall konfrontiert ist – wir als Kompost – so bleibt es ein tägliches Unterfangen, diesen Fatalismus auszupendeln und mit ihm zu spielen.
Dabei gibt es so Vieles, dass wir nicht beeinflussen können: Kriegerische Eskalationen, Terrorangriffe, zum Zerbersten bedrohlich-marode Atomkraftwerke und eben leider auch diese Viren, die sekündlich Leben auszulöschen vermögen!
Eine Pandemie ist nun nicht mehr nur eine dieser abstrakten Bedrohungen. Sie hat sich in unserem Alltag manifestiert und begleitet uns beim Gang zum Supermarkt. Sie ist zum Konkreten geworden. Und die Hilflosigkeit dieser zu Begegnen, sie steht und bleibt.
Wir müssen lernen und vorerst zum Lernen bereit sein…
Wehrlosigkeit eingestehen statt Wut zu sähen
Ich bin sehr empört und sauer über diese Politiker! Sie können uns keine 100% Lösung gegen das Virus liefern, von dem ich übrigends auch gar nicht sicher bin, dass es dieses tatsächlich gibt! Wofür bezahlen wir die denn überhaupt!? Die sind doch schließlich unsere Diener, denn sie finanzieren sich über UNSERE Steuergelder! Ich denke, sie verdienen den Tod dafür! Ich hätte da keine Fehler gemacht! Todesstrafe erscheint mir da sehr gerechtfertigt! Nur so können wir meine eigene kleine Freiheit retten! Irgendein Dude aus dem Internet. Würde ich Buchstabensuppe essen und auskotzen, hätte ich etwas Schlaueres gesagt!
Corona ist wie diese convexe Sammellinse aus dem Physikunterricht Stufe 7. Diesem Unterricht, den es für einige momentan auf Grund der Auflagen nicht mehr gibt und der damit unerreichbar und unersetzbar bleibt. In diesem Brennglas katalysiert sich alles: Nicht nur das Optische und einer momentanen Sinnestrübung Unterlegene – vielmehr sind es die Vor- und Nachteile, die Pro- und Defizite, die Ungerechtigkeiten und chancenlosen Ungleichheiten, die sich im Farbspektrum des monochromen Regenbogens zeigen.
Wissenschaft kennt keine Demokratie und Meinung. Sie basiert auf Fakten. Sie ist strittig aber nicht streitbar, sie ist tendenziös aber nicht prätentiös und vor allem außerhalb ihrer Blase, ihres Kosmos, nicht verhandelbar. Sie ist Mehrheit auf mathematischer Ebene. Sie ist neben Heisenbergscher Unschärfe das Schärfste, was wir haben können! Sie sollte uns als Subjekte leiten! Denn Loide – Hier ist ganz große Scheiße am dampfen! Und klar steht Dampf für Wärme und irgendetwas Gutes irgendwo und irgendwann. Aber in unserem Fall steht es einfach nur für den mega Fail! Gerechtigkeit bedeutet nicht Gleichbehandlung. Gerechtigkeit bedeutet individuelle, persönlich angepasste, maßgeschneiderte, umsichtige, barrierefreie, hindernissrelativierende, egalisierende und nachteilausgleichende Maßnahmen! Und Freiheit ist nicht gleich Freiheit! Es braucht Solidarität um Freiheit bewahren zu können! Ich muss um mich schauen und sehen, wo sind die Freiheiten anderer bedroht und was kann ich dafür tun, die Freiheit für andere, für mich, für dich und alle zu bewahren! Freiheit ist keine Einbahnstraße! FREIHEIT IST SOLIDARITÄT!
Laufe in anderer Schuhen
Gehe ein paar Tage barfuss klingt nicht so schlimm wie monatelang ohne Schuhe durch den Schnee zu stapfen. Warum gelingt es uns nicht, die Bedürfnisse der Menschen zu begreifen? In diesen herausfordernden Zeiten, scheint es nur noch darum zu gehen, die Kontrolle zu behalten und den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen! Mit dieser Ignoranz schaffen wir den Tod und schaffen Auswegslosigkeiten!
Zeit. Perspektive wechsel dich. Zeit. Wandel perspektive dich… Irgendsowas und bitte alles außer schwarz!